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BÖRSE TO GO - Amadeus FiRe, Sony und Tesla

Kursgewinne vor der FED-Sitzung

 

Der Terminmarkt schließt heute früh nahtlos an den positiven Wochenauftakt an. Im asiatischen Handel können sich alle wichtigen Futures weiter verbessern. Der DAX-Future steht kurz vor Eröffnung der europäischen Vorbörse mehr als 0,25 % im Plus über 13.188 Punkten. Auch die US-Futures können alle über Nacht Gewinne verbuchen. Der S&P 500 Future liegt mehr als 0,25 % höher bei 3.380 Punkten und der Nasdaq-Future führt die Riege mit einem Plus von mehr als 0,38 % auf 11.308 Punkten an. 

Mit etwas Mühe schloss sich der deutsche Aktienmarkt gestern der positiven Stimmung in Übersee an. Vor allem der MDAX konnte sich am Montag mit einem Plus von 0,84 % auf 27.574,57 Punkte hervortun. Größter Indexgewinner war die Metro, nachdem EP Global einen Tender für mehr als 30 % der Aktien veröffentlicht hatte. Die Aktie schlossen 7,74 % höher. Auch der TecDAX konnte 0,72 % höher schließen bei 3.090,55 Punkten. Bechtle (+2,96 %) und Infineon (+2,86 %) waren die größten Gewinner. Der DAX gab allerdings im Verlauf des Tages alle Gewinne vom Vormittag wieder ab und schloss leicht (-0,07 %) unter dem Schlusskurs vom Freitag bei 13.193,66 Punkten.

Die Wall Street startete mit hohen Erwartungen an die FED in die neue Woche. Die Notenbank wird in dieser Woche tagen und über die weiteren zins- und geldpolitischen Maßnahmen entscheiden. Die Anleger erhoffen sich eine weitere Ausweitung der Programme von der FED. Schon die amerikanischen Futures waren gestern früh kräftig gestiegen und die Bullen konnten diesen positiven Schwung bis in den Abend halten. Der S&P 500 Index schloss mit einem Plus von 1,27 % bei 3.383,54 Punkten, der Nasdaq Composite Index stieg um 1,87 % auf 11.056,65 Punkte und der Russell 2000 Index, der die kleinen und mittelständischen US-Unternehmen abbildet, sprang um 2,71 % auf 1.537,83 Punkte. 

Der chinesische Aktienmarkt konnte sich heute nach positiven Wirtschaftsdaten ins Plus vorarbeiten. Alle chinesischen Benchmarks stiegen und die Gruppe wurde vom China A50 Index angeführt, der zwischenzeitlich um mehr als 0,7 % auf mehr als 15.475 Punkte stieg. In Japan sank der Nikkei 225 und verzeichnete im Verlauf des Handels bisher ein Minus von mehr als -0,65 %.

 

Amadeus FiRe übernimmt GFN

 

Amadeus kauft zu. Wie der Personaldienstleister Amadeus FiRe am späten Montagabend bekannt gab, hat man einen Kaufvertrag mit der GFN AG aus Heidelberg geschlossen, um 100 % der Gesellschaft zu übernehmen. GFN bildet Erwachsene speziell im IT-Bereich weiter und erzielt damit einen Jahresumsatz von rund 25 Mio. Euro. Da die Gesellschaft nur auf operativer Ebene den Break-Even erreicht, zahlt Amadeus lediglich 6 Mio. Euro. Der Plan ist, die Gesellschaft profitabel zu machen und in das eigene Geschäftsmodell vertikal zu integrieren, um dem Fachkräftemangel in der IT-Branche zu begegnen. Die Aktien von Amadeus werden vorbörslich (L&S) bei 106 Euro (0,19 %) gehandelt. 

 

Sony PS5 Start gefährdet

 

Der Launch der neuen PS5 vor Weihnachten gerät in Gefahr. Der japanische Elektronikkonzern hat erhebliche Probleme mit der Produktion des hauseigenen SOC (System-on-a-chip) für die neue Spielekonsole PS5. Wie heute früh aus Japan zu hören war, bekommt Sony die Probleme bisher auch nicht in den Griff und wirft im Schnitt die Hälfte der produzierten Chips weg, weil sie fehlerhaft sind. Sony sieht auch keine Chance, dass die Produktionsprobleme noch rechtzeitig gelöst werden, und kürzte heute öffentlich die angekündigte Zahl der zum Verkauf stehenden PS5 Konsolen um 4 Millionen Einheiten (-36 %). 

Das ist ein Tiefschlag für Sony. Die Konsole wird in der Regel nur alle sieben Jahre zum Weihnachtsgeschäft grunderneut und prägt dann eine ganze Generation von Spielen. Die Playstation steht auch für die Hälfte der Gewinne des Konzerns. Aufgrund der hohen Entwicklungskosten ist ein erfolgreicher Start im Weihnachtsgeschäft von überragender Bedeutung für die Gewinn- und Verlustrechnung von Sony, zumal Microsoft dieses Jahr zeitgleich zur PS5 ihre neue XBOX-Konsole einführt. Die Aktien von Sony sinken heute früh im asiatischen Handel um mehr als -1,6 % und erreichten im Tief Kurse von weniger als 8.000 Yen. 

 

Wichtige Quartalsberichte am Dienstag: Adobe, Lennar und FedEx

 

Tesla: Battery Day

 

Nach vielen Verzögerungen wird Tesla heute seinen Battery Day abhalten. Elon Musk hatte die Erwartungen stark in die Höhe getrieben und muss heute liefern. Seinen Worten zufolge können wir heute einen der aufregendsten Tage in der Tesla-Geschichte erwarten. Ursprünglich war das Event für April geplant, doch Corona und interne Verzögerungen führten zu der Verschiebung. 

 

Tesla Inc.

 

Die Erwartung der Wall Street ist, dass Musk heute die Übernahme der Zellfertigung ankündigen wird. Die Maschinen und das Know-How dafür hatte Tesla schon vor einer Weile beim Maschinenbauer Hanwha und durch die Übernahme von Maxwell Technologies eingekauft. Ziel für Musk ist es, die Kontrolle über die Produktionskapazitäten und vor allem den Preis der Batterien zu erlangen. Gelingt es, den Preis pro Kilowattstunde unter 100 Dollar zu drücken, kann Musk die Verbrennerkonkurrenz auch ohne staatliche Subventionen ausstechen. Die Aktien von Tesla stiegen am Montag um 12,58 % auf 419,62 US-Dollar.

 

Positive Daten aus China

 

In den chinesischen Wirtschaftsdaten zeichnet sich ein positiver Trend ab. So stieg die Industrieproduktion im August im Jahresvergleich um 0,4 %, nachdem sie im Juli noch um -0,4 % geschrumpft war. Auch die Einzelhandelsumsätze verbesserten sich im August um 0,5 %, während die Prognosen nur von einem kleinen Wachstum von 0,1 % ausgegangen waren. Die Arbeitslosenquote sank leicht von 5,7 % auf 5,6 %.

Nach Öffnung der europäischen Vorbörse bekommen wir um 08:30 Uhr aus der Schweiz die ersten wichtigen Wirtschaftsdaten. Der Erzeugerpreisindex für den Monat August wird veröffentlicht. Eine Prognose liegt nicht vor. Im Juli war der Index im Jahresvergleich um -3,3 % gefallen. Erzeugerpreise haben großen Einfluss auf die Endkundenpreise und damit auf die nationalen Inflationsraten. 

In Deutschland wird dann um 11:00 Uhr der ZEW-Konjunkturindex veröffentlicht. Der Index der Konjunkturerwartungen soll den Prognosen zufolge im September von 71,5 auf 69,8 Punkte gesunken sein. Der Index zur Einschätzung der aktuellen Lage soll sich von -81,3 auf -72,0 Punkte verbessert haben.

In den USA werden kurz vor Börseneröffnung um 15:15 Uhr die Zahlen zur aktuellen Industrieproduktion bekannt gegeben. Im August soll die Produktion um 1,0 % im Vergleich zum Juli gestiegen sein.

 

15.09.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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