TSMC boomt weiter, Tesla steigt in Chipproduktion ein und DocMorris verfehlt Umsatzerwartung - BÖRSE TO GO
TSMC boomt weiter - der operativ Gewinn sprang im 1. Quartal um 62 % in die Höhe
TSMC boomt weiter. Die Sorgen der Anleger, dass die Wachstumsraten sinken könnten, bewahrheiten sich nicht. Tesla macht Ernst mit der Chipproduktion. Das Terafab Projekt holt weltweit Angebote herein. DocMorris hofft auf den Break-Even zum Jahresende. Die Umsatzerwartungen für das 1. Quartal verfehlte man jedoch leicht.
In Japan setzte der Nikkei 225 Index heute ein neues Allzeithoch. Die Börse folgte den Vorgaben der Wall Street und die japanische Benchmark schloss 2,48 % höher bei 59.575,50 Punkten. Auch der KOSPI kletterte kräftig um 2,21 % auf 6.226,05 Punkte und der Hang Seng Index notiert kurz vor Handelsschluss mehr als 1,60 % höher. Nur ein leichtes Plus sehen wir vor Börseneröffnung beim DAX-Future (Juni). Das Börsenbarometer wird nur 0,13 % höher bei 24.289,50 Punkten gehandelt.
Am Mittwoch schlug in Frankfurt die Stunde der zweiten Reihe. Während der DAX auf der Stelle trat und bei 24.066,70 Punkten (+0,09 %) nahezu unverändert schloss, konnte der SDAX um 0,80 % auf 17.823,62 Punkte klettern und der MDAX um 1,15 % auf 30.887,08 Punkte. Den Vogel schoss jedoch der TecDAX ab, der um 1,53 % auf 3.602,66 Punkte kletterte. Angeführt wurde die deutsche Tech-Benchmark von den Kursgewinnen bei TeamViewer (DE000A2YN900), die um 5,24 % auf 4,62 Euro stiegen.
In New York sprangen die ersten Benchmarks auf neue Allzeitrekorde. Die Anleger drückten weiter auf die Tube und kauften die FOMO-Rallye, was beim Nasdaq 100 Index zu einem Schlusskurs von 26.204,58 Punkten (+1,40 %) und damit zu einem neuen Allzeitrekord führte. Im Kreis der Tagesgewinner befand sich auch das Schwergewicht Tesla (US88160R1014), das um 7,62 % auf 391,95 US-Dollar sprang, nachdem Elon Musk signalisierte, dass die nächste AI-Chip-Generation bereit für die Produktion ist. Auch der S&P 500 Index sprang um 0,80 % auf 7.022,95 Punkte und knackte damit nicht nur das alte Allzeithoch, sondern auch die psychologisch wichtige Marke von 7.000 Punkten. Jetzt fehlt nur noch der Dow Jones Industrial Average Index, der jedoch -0,15 % tiefer bei 48.463,72 Punkten schloss.
TSMC boomt weiter
Der Boom bei TSMC (US8740391003) findet kein Ende. Der größte und wichtigste Auftragshersteller im Halbleitersektor legte am Morgen den Abschluss für das 1. Quartal vor, das erneut ausgezeichnet ausgefallen ist. Dank des AI-Booms ist vor allem die Nachfrage der Kunden nach High-End-Chips ungebrochen hoch. 25 % aller Chips basierten im März-Quartal auf der 3-Nanometer-Technologie und 36 % auf der 5-Nanometer-Technologie, wofür TSMC Prämienmargen verlangen kann. Der Umsatz schoss in den ersten drei Monaten um 35,1 % auf 1,13 Billionen NT-Dollar (ca. 35,8 Mrd. US-Dollar) nach oben. Das operative Ergebnis wuchs aber fast doppelt so stark und sprang um 61,9 % auf 659 Mrd. NT-Dollar, was nach Steuern und Zinsen zu einem Gewinn von 573 Mrd. NT-Dollar bzw. 22,08 NT-Dollar je Aktie (+58 %) führte. Umgerechnet auf die ADRs liegt der Gewinn bei 3,49 US-Dollar. TSMC widerlegte damit alle Sorgen und Gerüchte, dass sich die Wachstumsraten in diesem Jahr abschwächen würden. Das wurde noch dadurch getoppt, dass das Unternehmen für das laufende 2. Quartal eine Umsatzspanne von 39,0 bis 40,2 Mrd. US-Dollar avisierte, während der Konsens der Wall Street bei lediglich 38,11 Mrd. US-Dollar lag.
Tesla startet Chipproduktion
In der Vergangenheit hatte Tesla bereits viele Chips entworfen und auf den eigenen Bedarf zuschneiden lassen. Dazu gehört beispielsweise der FSD Autopilot Chip und die AI-Chips. Es liegen jedoch Welten zwischen einem reinen Chip-Design und einer echten Chipproduktion, deren Komplexitätsgrad um ein Vielfaches höher ist. Doch genau dort will Tesla in Zusammenarbeit mit SpaceX hin. Elon Musk hatte die sogenannte „Terafab“ bereits angekündigt. Das Projekt soll jährlich eigene Chips mit einer kumulierten Prozessorleistung von 1 Terawatt produzieren. Ein Leistungsniveau, das bisher nicht von den etablierten Chipherstellern erreicht wurde. Die produzierten Chips sollen für alle Projekte der Musk Unternehmen maßgeschneidert werden. Doch Musk ist bekannt für seine grandiosen Ankündigungen, deren Umsetzungen sich dann häufig lange herauszögern und in der Praxis regelmäßig deutlich kleiner als avisiert ausfallen. In diesem Fall geht Musk jedoch in die Vollen. Wie Insider aus der Halbleiterbranche berichten, hat das Terafab Team mit allen wichtigen Zulieferern der Branche Kontakt aufgenommen, um Angebote einzuholen. Und die Message ist ganz klar: Die Maschinen und Komponenten sollen besser gestern als heute geliefert werden. Die Umsetzung der Terafab könnte also deutlich schneller vonstatten gehen als erwartet.
DocMorris hofft auf den Break-Even
Die Verluste im operativen Geschäft bei DocMorris (CH0042615283) plagen das Unternehmen seit Langem. Der Aktienkurs spiegelt dies entsprechend wider, da die Online-Apotheke im selben Atemzug kein Wachstum vorweisen kann, das ausreichen würde, um schnell in die Gewinnzone zu kommen. Die Geschäftsführung hofft weiter, dass sie 2026 auf Basis EBITDA in die schwarzen Zahlen kommt, doch die Börse ist skeptisch. Am Donnerstagmorgen verfehlte das Unternehmen zudem die Umsatzerwartung für das 1. Quartal, die bei rund 320 Mio. Franken lag. Man schaffte 318,1 Mio. Franken, was 7,3 % über dem Vorjahresniveau lag. Währungsbereinigt lag das Wachstum bei 10,7 %. Am stärksten entwickelte sich weiterhin das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten. Im wichtigen deutschen Markt stieg hier der Umsatz um 26,4 % auf 68,1 Mio. Franken. Bei einem konstanten Wechselkurs zum Euro wären es 30,4 % gewesen. Operativ blieb man jedoch in der Verlustzone. Selbst das EBITDA lag schon bei -6,3 Mio. Franken. Immerhin eine deutliche Verbesserung zu den -16,1 Mio. Franken im Vorjahresquartal.
Tagestermine
Durchwachsene Zahlen haben wir aus China bekommen. Das BIP für das 1. Quartal fiel mit 5,0 % besser als befürchtet (Konsens: 4,8 %) aus und konnte sich im Vergleich zum Vorquartal (4,5 %) deutlich verbessern, trotz des Iran-Krieges. Die Arbeitslosenquote stieg allerdings von 5,3 % auf 5,4 %, während die Ökonomen mit einem Rückgang auf 5,2 % gerechnet hatten.
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16.04.2026 - Mikey Fritz

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