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BÖRSE TO GO - Airbnb, Beyond Meat und Coinbase

Airbnb stemmt sich gegen den negativen Trend - Umsätze besser als befürchtet - Aktien steigen nachbörslich

 

Der Sell-off springt von der Wall Street in den asiatischen Handel über. Alle Benchmarks in der Region notieren heute stark im Minus. Der Verlierer werden vom Nikkei 225 Index angeführt, der -3,99 % im Minus bei 28.966,01 Punkten geschlossen hat. Auch der Hang Seng Index verzeichnet starke Abgaben und wird vor Börsenschluss mehr als -3,20 % tiefer gehandelt. Die Verluste bei den wichtigsten Futures halten sich noch in Grenzen. Der DAX-Future notiert 20 Minuten vor Eröffnung der europäischen Vorbörse -0,43 % tiefer bei 13.696 Punkten, der S&P 500 Future wird -0,32 % tiefer gesehen bei 3.815 Punkten und der Nasdaq-Futures rutscht um -0,81 % auf 12.725 Punkte. 

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Frankfurt kämpfte am Donnerstag gegen die schlechte Stimmung am Anleihemarkt an, konnte sich aber nicht durchsetzen. Lediglich der TecDAX konnte sich knapp im Plus halten und schloss bei 3.368,22 Punkten (+0,03 %). Die Aktien von Evotec (+2,51 %) und Aixtron (+13,57 %), die ein volles Auftragsbuch präsentieren konnten, halfen aus. Der SDAX sank dagegen leicht um -0,11 % auf 15.267,00 Punkte und der MDAX fiel um -0,37 % auf 31.640,86 Punkte. 

Der DAX hielt am Donnerstag die rote Laterne. Der Blue Chip Index fiel um -0,69 % auf 13.879,33 Punkte und konnte damit abermals die Marke von 14.000 Punkten nicht verteidigen. Der Handel war zum Beginn noch optimistisch in den Tag gestartet, aber erneut zogen die Verkäufe an der Wall Street die Stimmung am Nachmittag herunter. Die Aktien von Linde (-3,96 %) und Bayer (-6,39 %) belasteten. Der Jahresabschluss und der Ausblick für 2021 waren bei Bayer schwächer als erwartet ausgefallen. Die Münchner Rück (+1,53 %) konnte dagegen einen starken Bericht vorlegen und die Deutsche Bank (+3,91 %) wurde von den steigenden Zinsspreads im Euro und US-Dollar getrieben. 

Die Wall Street testete dagegen noch einmal die Tiefs vom Dienstag. Nach einer kurzen Zwischenerholung am Mittwoch setzten gestern wieder anhaltende Verkaufswellen ein, die vor allem getrieben wurden durch die weiter harsch steigenden Renditen auf der gesamten US-Dollar Zinsstrukturkurve. Die Gewinnmitnahmen bei den Technologieschwergewichten belasteten erneut den Nasdaq Composite Index, der um -3,52 % auf 13.119,43 Punkte abrutschte, aber auch den S&P 500 Index, der um -2,45 % auf 3.829,34 Punkte zurückfiel. Der Dow Jones folgte, war aber weniger belastet und sank um -1,75 % auf 31.402,01 Punkte. Am härtesten traf es erneut den Russell 2000 Index, der um -3,69 % auf 2.200,17 Punkte abrutschte. 

 

Airbnb verzeichnete geringeren Umsatzeinbruch

 

Der Umsatz bei Airbnb sank im 4. Quartal um -22 % auf 859 Mio. US-Dollar. Die Aktien erholten sich nachbörslich nach dieser Meldung auf 2,16 % auf 186,00 US-Dollar, denn die Erwartungen lagen im Schnitt nur bei 747 Mio. US-Dollar. Airbnb ist damit in der Tourismusbranche der Einäugige unter Blinden, denn viele Konkurrenten erlebten im Weihnachtsquartal deutlich stärkere Umsatzkontraktionen. Booking und Expedia hatten Umsatzrückgänge von -63 % und -67 % gemeldet.

 

Airbnb Inc.

 

Außerordentliche Aufwendungen und Kosten belasteten jedoch das Ergebnis stark. Der Verlust im 4. Quartal belief sich nach Steuern auf -3,9 Mrd. US-Dollar. Airbnb wurde insbesondere im 4. Quartal von den Kosten des Börsengangs belastet und musste auch erhebliche Aufwendungen in Höhe von mehr als 800 Mio. US-Dollar für Warrants einbuchen, die man Gläubigern in der ersten Lockdown-Krise gewährt hatte und die durch den enormen Kursanstieg zum IPO stark an Wert gewonnen hatten. Auch die Kosten für Mitarbeiteraktien explodierten durch den Kursanstieg auf einen hohen Milliardenbetrag. 

 

Beyond Meat verfehlte die Umsatzerwartungen

 

Die Aktien von Beyond Meat sahen nachbörslich hohe Volatilität. Der Hersteller von veganem Fleischersatz legte für das 4. Quartal einen Umsatz von 101,9 Mio. US-Dollar vor, was unter den niedrigen durchschnittlichen Erwartungen der Analysten blieb, die mit 103,6 Mio. US-Dollar gerechnet hatten. Im Vergleich zum Vorjahresquartal verbesserte sich der Umsatz damit nur um magere 3,5 %. Nach Steuern wies man einen Netto-Verlust von -25,1 Mio. US-Dollar aus und gab zudem keinen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. 

Die Aktien rutschten nachbörslich stark ab. Nach Veröffentlichung der Quartalszahlen sackten die Notierungen unter 130 US-Dollar. Nur um dann wenige Minuten später bis auf 170 US-Dollar herauf zu schießen, nachdem Beyond Meat eine 3-jährige globale Partnerschaft mit McDonalds und eine globale Partnerschaft mit Yum! Brands bestätigte. Am Ende beruhigte sich der nachbörsliche Handel und endete mit 144,89 US-Dollar knapp über dem regulären Schlusskurs.

 

Coinbase wird konkret

 

Schon seit Monaten wird das Börsenlisting von Coinbase sehnsüchtig von vielen Anlegern erwartet. Gelingt das Listing wie erwartet, wird Coinbase die erste große Krypto-Börse sein, deren Aktien in den USA an der Börse zu handeln sind. Das Unternehmen gab nun erstmals öffentlich einen Einblick in das unterliegende Geschäft, nutzt die Gelegenheit aber auch, um auf die zahlreichen Investitionsrisiken hinzuweisen. So erlöste man in 2020 einen Umsatz von 1,3 Mrd. US-Dollar nach 534 Mio. US-Dollar in 2019 und verdiente nach Steuern 322 Mio. US-Dollar, nachdem man in 2019 noch -30 Mio. US-Dollar verloren hatte. 

CEO Brian Armstrong wies aber ausdrücklich darauf hin, dass die Aktionäre sich auf stark schwankende Ergebnisse in Zukunft einstellen müssen. Die sind derweil überaus optimistisch und preisen eine Bewertung von rund 100 Mrd. US-Dollar für Coinbase ein. Die Aktien sollen per Direktlisting an die Börse gebracht werden.

 

Tagestermine

 

Aus der Schweiz bekommen wir heute Morgen um 09:00 Uhr wichtige Wirtschaftsdaten. Zum einen der Blick in den Rückspiegel auf die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im 4. Quartal. Hier wird eine Kontraktion um -2,1 % im Jahresvergleich erwartet. Den Blick voraus wird uns dagegen der KOF Frühindikator geben, der laut den Prognosen der Analysten leicht von 96,5 auf 96,6 Punkte gestiegen sein soll.

Am Nachmittag veröffentlicht die Universität Michigan um 16:00 Uhr die finalen Stimmungsindikatoren für den Monat Februar. Die Wall Street wird dabei vor allem auf die Entwicklung der 5-jährigen Inflationserwartungen schauen, die ursprünglich bei 2,7 % p.a. gelegen hat. Auch im Hinblick auf das Verbrauchervertrauen wird genau darauf geachtet werden, ob sich der Rückgang bei den vorläufigen Zahlen am Ende noch verbessert.

 

26.02.2021 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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