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BÖRSE TO GO - HeidelbergCement, RATIONAL und Volkswagen

Starke Wall Street, schwache Futures

 

Nach einem positiven Ausklang des Handels an der Wall Street notieren die Futures heute früh überwiegend im Minus. Der DAX-Future und alle US-Futures verzeichnen Abschläge zu den Schlusskursen. Der DAX-Future notiert vorbörslich mehr als -0,4 % im Minus um 12.825 Punkte herum. Der S&P 500 Future wird mehr als -0,2 % tiefer gesehen und notiert unter 3.245 Punkten. 

Die FED warnte wie erwartet vor den schweren Folgen der Corona-Krise für die US-Wirtschaft. Die Prognose der Notenbank geht davon aus, dass die USA fünf Jahre brauchen werden, um die Folgen der Pandemie zu verarbeiten. FED-Chef Jerome Powell bestätigte, dass die wirtschaftliche Aktivität, vor allem in den südlichen Bundesstaaten und in Kalifornien wieder nachlässt nach einer zwischenzeitlichen Erholung. Die FED beließ den Leitzins daher unverändert auf einem Rekordtief von 0,00 % bis 0,25 % und verlängerte zahlreiche Kredit- und Unterstützungsprogramme. 

In Erwartung der FED-Entscheidung schloss der deutsche Aktienmarkt erneut uneinheitlich. Der DAX sank leicht um -0,10 % auf 12.822,26 Punkte, während der TecDAX um 0,73 % auf 3.074,89 Punkte kletterte. Die Kursgewinne bei SAP (+1,03 %) und Sartorius (+2,07 %) trugen im Wesentlichen zum Plus des Index bei.

Die Wall Street begann nach der FED-Entscheidung deutlicher zu steigen. Die Erwartungshaltung war positiv und da die FED die Sicherheitsnetze für die Wall Street bis 2021 ausdehnte, geht die Börse weiterhin von einer nachhaltigen Unterstützung durch die Notenbank aus. Der Russell 2000 Index stach am Mittwoch mit einem Plus von 2,03 % auf 1.499,64 Punkte hervor. Auch der Nasdaq Composite konnte deutlich um 1,35 % auf 10.542,94 Punkte steigen. Der S&P 500 Index verbesserte sich um 1,24 % auf 3.258,44 Punkte.

Asien entwickelt sich heute früh uneinheitlich. Während der australische S&P / ASX 200 deutliche Gewinne in Höhe von zeitweise mehr als 0,7 % verzeichnen kann, tauchte der Nikkei 225 nach der Mittagspause ins Minus ab. Auch die chinesischen Benchmarks finden heute früh keine einheitliche Richtung, sondern schwanken um die Vortagesschlusskurse herum. 

 

Volkswagen holt auf

 

Die Auslieferungen an die Kunden liegen im 1. Halbjahr -27,4 % unter dem Vorjahresniveau. Doch Volkswagen meldet, dass man seit Mai den Rückstand sukzessive aufholt. Der Umsatz sank im 1. Halbjahr um 23,2 % auf 96,1 Mrd. Euro und das Ergebnis vor Steuern sank von 9,6 Mrd. Euro auf -1,4 Mrd. Dollar. 

Die Dividende wird gekürzt. Statt 6,56 Euro für die Vorzugsaktien, sollen nur noch 4,86 Euro (-25,9 %) je Aktie ausgeschüttet werden. Die Hauptversammlung ist nun für den 30. September 2020 bestätigt worden. Die VW-Vorzüge sanken im vorbörslichen Handel (L&S) leicht um -0,47 % auf 138,55 Euro.

 

HeidelbergCement: -3,1 Mrd. Euro Verlust

 

HeidelbergCement konnte den Umsatzrückgang im 1. Halbjahr auf 8,25 Mrd. Euro (-10 %) begrenzen. Der Vorstand zog die Kostenbremse schnell an und erreichte so, dass das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs vor Abschreibungen bei 1,4 Mrd. Euro nach 1,44 Mrd. Euro in der Vorjahresperiode gehalten werden konnte. Auch die Abschreibungen bewegten sich mit -693 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres, was zu einem Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs von 710 Mio. Euro (-6 %) führte. 

Der Milliardenverlust resultierte aus einer Wertberichtigung des Goodwills und der Neubewertung von verschiedenen Vermögensteilen. Die zusätzlichen ordentlichen Aufwendungen, die nicht liquiditätswirksam sind, aber den Unternehmenswert schmälern, erreichten ein Niveau von -3,51 Mrd. Euro, sodass das Betriebsergebnis von 626 Mio. Euro im Vorjahr auf nun -2,8 Mrd. Euro fiel. Nach Steuern ergab sich ein Verlust von -3,13 Mrd. Euro. Die Aktien von HeidelbergCement notieren vorbörslich (L&S) bei 51,20 Euro (-1,14 %).

 

RATIONAL kann Verlust vermeiden

 

Der Anbieter von hochfunktionalen Küchenmaschinen für den gewerblichen Betrieb verzeichnete im 2. Quartal einen Break-Even. Das Netto-Ergebnis lag bei 1,2 Mio. Euro, nachdem der Umsatz um 43 % auf 116,8 Mio. Euro gefallen war. RATIONAL konnte die Kosten schnell anpassen und so einen Verlust verhindern.

Auf die ersten sechs Monate betrachtet, liegt der Umsatzrückgang bei -25 %. 298 Mio. Euro erwirtschaftete RATIONAL von Januar bis Juni und verzeichnete daraus einen Netto-Gewinn von 17,9 Mio. Euro (-77 %). Bemerkenswert ist, dass das Unternehmen das Eigenkapital um 47,4 Mio. Euro (+11 %) auf eine Eigenkapitalquote von 76,7 % von zuvor 72,0 % steigern konnte. 

 

Weitere zur Veröffentlichung anstehende Quartalsberichte: Alphabet, Amazon, Apple, ArcelorMittal, AstraZeneca, Bellevue, Bucher Industries, comdirect bank, Credit Suisse, Danone, Electronic Arts, Expedia, Facebook, Ford Motor, Fresenius Medical Care, Fresenius, Fuchs Petrolub, Gilead Sciences, Grenke, LafargeHolcim, Linde, L’Oreal, Mastercard, Nestlé, Procter & Gamble, Renault, Royal Dutch Shell, UPS, Verbund, Vossloh und Wacker Chemie

 

Starker Einbruch beim deutschen und amerikanischen BIP

 

In der Schweiz wird um 09:00 Uhr der KOF Frühindikator veröffentlicht. Der Index bildet sich aus 12 Wirtschaftsindikatoren und soll die zukünftige Entwicklung der Schweizer Wirtschaft abbilden. Der KOF Index für Juni lag bei 59,4 Punkten. Der zweitschlechteste Wert, seit der Index im Jahr 1991 erstmals berechnet und veröffentlicht wurde. Der schlechteste Wert wurde im Mai dieses Jahres mit 53,2 Punkten erreicht. Für heute wird ein Anstieg auf 75,0 Punkte prognostiziert. Die Prognosen für Mai und Juni signalisierten ebenfalls eine sehr schnelle Erholung, doch die Prognosen wurden jeweils weit verfehlt. 

Um 09:55 Uhr bekommen wir aus Deutschland die aktuellen Arbeitsmarktdaten für Juli. Es wird ein Anstieg der Arbeitslosenquote von 6,4 % auf 6,5 % erwartet. Die Zahl der Arbeitslosen soll um 43.000 gestiegen sein. 

Fünf Minuten später um 10:00 Uhr wird das vorläufige Bruttoinlandsprodukt für Deutschland veröffentlicht. Nach einer Kontraktion um -1,9 % im 1. Quartal wird für das 2. Quartal ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um -10,9 % erwartet.

Eine Stunde vor Eröffnung der Wall Street bekommen wir das vorläufige Bruttoinlandsprodukt der Amerikaner. Annualisiert wird mit einem Rekordeinbruch um -34,1 % gerechnet, nach -5,0 % im 1. Quartal. 

Die Amerikaner veröffentlichen heute ihre wöchentlichen Arbeitsmarktdaten. Um 14:30 Uhr werden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Nach einem Anstieg in der vorletzten Woche auf 1,416 Mio. Anträge wird für die vergangene Woche erneut ein Anstieg auf nun 1,45 Mio. Anträge erwartet. Die Folgeanträge auf Arbeitslosenhilfe sollen sich bei 16,2 Mio. Anträgen stabilisiert haben. 

Die Rohöllagerbestände in den USA sanken überraschend stark. Erwartet wurde für die vergangene Woche ein leichter Anstieg um 0,36 Mio. Barrel, doch die Reserven sanken um -10,61 Mio. Barrel. Der Rückgang ist einer der stärksten in den vergangenen Jahren. WTI-Öl notiert nahezu unverändert bei 41 Dollar je Barrel. 

 

30.07.2020 - Mikey Fritz - mf@ntg24.de

 









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