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CAPCOM: Phänomenale Quartalszahlen / Aktie + 27 %

Blockbuster „Resident Evil“ und „Monster Hunter”

 

Erneut legte der weltführende japanische Entwickler digitaler Online-Spiele, CAPCOM LTD. (JP3218900003), am 03.08. fulminante Quartalszahlen per 30.06. vor, die bis zum Schluss der vergangenen Woche die Aktie auf einen Schlag um weitere + 27 % nach oben katapultierten.

Schon in unserer letzten Analyse, in der wir das Gesamtjahresergebnis 2019/20 (per 31.03.) unter die Lupe nahmen, betonten wir, dass der Konzernvorstand für das Gesamtjahr 2020/21 einen insgesamt exzellenten Geschäftsverlauf für Capcom erwartet, getragen von seinen Blockbuster-Spieleserien „Resident Evil“ und „Monster Hunter“ (jeweils dem Genre der Horror-Action-Abenteuerspiele zuzurechnen / detailliertes Unternehmensprofil siehe ebenfalls in unserem letzten Bericht vom 20.05.).

Die Ergebnispräsentation des zurückliegenden 1. Quartals 2020/21 (per 30.06.) pulverisierte die vorherigen Analystenschätzungen jedoch derart, dass dieser gewaltige weitere Aktienkursausbruch auf ein neues Rekordhoch vollauf nachvollziehbar war.

Auch bei diesem Aktienengagement in unseren Strategie-/Themendepots AKTIEN SPEKULATIV und ZUKUNFTSTECHNOLOGIEN sehen wir uns in unserer Kaufentscheidung somit bislang restlos bestätigt (Kursgewinne von jeweils + 48 % seit Einstand).

 

Chart: CAPCOM gegen MSCI WORLD – Index (jeweils in Euro)

 

Chart: Capcom gegen MSCI World - Euro Index

 

Ergebnis 1. Quartal 2020/21 (per 30.06.) und Ausblick

 

Die am 03.08. erfolgte Ergebnisvorlage von CAPCOM LTD. (aktuelle Aktienmarktkapitalisierung umgerechnet rd. 4,5 Mrd. Euro) fiel fulminant aus und stellte sämtliche Analystenerwartungen weit in den Schatten.

Bereits die hervorragende Umsatzentwicklung im abgelaufenen Quartal, bei der gegenüber dem Vorjahr ein Sprung um + 32,2 % auf 23,7 Mrd. JPY ausgewiesen wurde, übertraf die Analystenschätzungen (22,6 Mrd. JPY) deutlich. Die nochmals stärkeren Anstiege des operativen EBIT-Betriebsgewinns (+ 39,0 % auf 10,7 Mrd. JPY) sowie Nettogewinns (+ 44,2 % auf 7,8 Mrd. JPY) lösten die weit skeptischeren Analystenschätzungen (nur 6,8 bzw. 4,5 Mrd. JPY), die infolge der Corona-Pandemie gar von einem spürbaren Gewinnmargendruck des Konzerns ausgegangen waren, jedoch gänzlich in Rauch auf.

Diese exzellente Quartalsergebnisentwicklung, die zugleich auch das beste Geschäftsquartal der gesamten 37jährigen Unternehmensgeschichte darstellte, ist auch deshalb umso bemerkenswerter, als die 3 weitaus kleinsten Geschäftsbereiche von Capcom, nämlich der Betrieb von Unterhaltungscentern, Spielhöllen und der Spielefiguren-Lizensierung (im 1. Quartal insgesamt nur noch 10 % Umsatzanteil) aufgrund der wochenlangen Corona-Lockdowns und einer auch anschließend nur sehr zögerlichen Geschäftsbelebung zurückliegend einen Einbruch des Quartalsumsatzes um - 40 % sowie eine Aufzehrung des operativen Vorjahres- EBIT-Gewinns fast bis auf 0 verbuchten.

Diese herbe Ertragseinbuße konnte durch das weit dominierende Digitalspiele-Segment von Capcom (zuletzt 90 % Umsatzanteil) im 1. Quartal 2002/21 jedoch mehr als wett gemacht werden. So explodierten allein in dieser Hauptsparte von Capcom der Umsatz um + 54 % und auch der operative Betriebsgewinn fast genauso stark um + 53 % gegenüber dem Vorjahr.

Tragende Säulen dieser exzellenten Geschäftsentwicklung im Digitalspiele-Bereich waren dabei nach Konzernangaben vor allem sehr erfreuliche Absatzanstiege in der Re-Release-Version von „Resident Evil 2“ sowie im weiteren Blockbuster-Spiel „Monster Hunter World - Iceborne“ (jeweils für Anwendungen über Spielekonsolen PlayStation 4, Xbox One und PCs). Auch mit dem weiteren Absatzanstieg des leicht adaptierten Formats von „Resident Evil 3“ (obwohl diese Spielversion ursprünglich bereits in 2017 aufgelegt wurde) zeigte sich der Konzernvorstand sehr zufrieden.

Mit Stolz vermeldete der Konzern ferner, dass innerhalb der gesamten, bisher aufgelegten Blockbuster-Serie von „Resident Evil 1 – 7“ nun weltweit die Schallmauer von 100 Mio. Spieleverkäufen seit dem Vertriebsstart überschritten worden sei, und die zweitgrößte Spiele-Gesamtserie von Capcom „Monster Hunter“ mit aktuell 64 Mio. Verkaufseinheiten ebenfalls auf dem besten Wege sei, diese magische Grenze in den kommenden Jahren zu knacken. Die drittgrößte Spieleserie von Capcom ist darüber hinaus derzeit ein Format namens „Street Fighter“, dessen gesamte Verkaufszahl nun weltweit ebenfalls bei stattlichen 45 Mio. Einheiten liegt.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2020/21 peilt der Konzernvorstand nun die Erzielung eines Konzernumsatzes von 85 Mrd. JPY (= + 4 % ggü. Vorjahr), eines operativen Betriebsgewinns von 25,5 Mrd. JPY (= + 13 %) sowie eines Nettogewinns von 18,0 Mrd. JPY (= + 13 %) an.

Angesichts des weltweit unvermindert anhaltenden Nachfragebooms der zumeist jugendlichen Nutzer nach den dominierenden Horror-Action-Abenteuer- Spielekonzepten von Capcom und dem weiteren latenten Anhalten der zusätzlich nachfragesteigernden Corona-Krise stufen wir diese Konzernprognosen für den weiteren Jahresverlauf jedoch als äußerst konservativ ein.

Denn diese zurückhaltenden Ergebnisziele stehen zudem auch in klarem Widerspruch zur sehr offensiv angestrebten Lancierung 13 neuer Spieleformate in diesem Geschäftsjahr mit einem angepeilten Verkaufsvolumen von immerhin rd. 28 Mio. Einheiten. Hierbei dürfte es sich, neben dem bereits offiziell eingeführten Remake von „Resident Evil 3“ und dem angekündigten Verkaufsstart des Formats „Resident Evil Village“ (= Ableger von „Resident Evil 7“) für die neuesten Spielekonsolen PlayStation 5 und Xbox X nach Expertenprognosen insbesondere auch um Remakes bzw. Neuveröffentlichungen von „Resident Evil 8“ (voraussichtlich gegen Jahresanfang 2021), „Monster Hunter World / -Iceborne “, „Resident Evil 2 + 4“ und „Devil May Cry 5“ handeln.

Darüber hinaus strebt der Konzern auch weiterhin eine zunehmende Steigerung seiner weltweiten Marktdurchdringung durch den vermehrten digitalen Spieleabsatz über Streaming-Plattformen, die PlayStation- und Xbox-Online-Stores von Sony und Microsoft sowie auch mittels Downloads über andere lizensierte eShops an.

 

Aktienbewertung und Anlageurteil

 

Capcom verzeichnete im zurückliegenden Quartal (per 30.06.) eine exzellente Geschäftsentwicklung, die von einer hervorragenden Nachfrage der zumeist jugendlichen Kunden nach den sehr stark auf die Segmente Horror/Action/Abenteuer ausgerichteten Spielkonzepten des Konzerns geprägt war.

Auch wenn natürlich schwer quantifizierbar ist, wie stark die Corona-Pandemie das Nachfrageverhalten der Kunden nach den Digitalspielen von Capcom zuletzt exakt gefördert hat, so ist dennoch angesichts der auch weiter geplanten, sehr aktiven Lancierungspolitik weiterer Spieleformate für den Rest des laufenden Geschäftsjahres (per 31.03.2020) von einer ungebrochen dynamischen Geschäftsfortsetzung von Capcom auszugehen.

Die oben angeführten Ergebnisziele des Konzerns für das Gesamtjahr erscheinen uns unter diesem Aspekt als äußerst konservativ und leicht zu übertreffen.

Darüber hinaus werden auch zunehmende Neuadaptionen aller bisherigen Spielevarianten auf die neuesten Konsolen PlayStation 5 und Xbox X sowie die zunehmende Entwicklung immer ausgefeilterer Spielekonzepte unter Einsatz künstlicher Intelligenz-, Cloud- und 5G-Netz-Lösungen die Geschäftsentwicklung von Capcom langfristig erheblich fördern.

Unter diesen Gesichtspunkten erachten wir eine hervorragende Geschäftsentwicklung von Capcom mit zweistellig steigenden Umsatz- und erst recht Gewinnwachstumsraten auch in den kommenden Jahren für sehr wahrscheinlich. Die hiermit einhergehende, längerfristige Aktien-KGV-Entwicklung bis zum 31.03.2022 auf nur noch rd. 25 stufen wir aus heutiger Sicht weiterhin als eine unangemessene Unterbewertung der Aktie ein, weshalb wir den Titel risikofreudig eingestellten Anlegern auch weiterhin zum Kauf empfehlen. Die Bestandspositionen in unseren Strategie- / Themendepots AKTIEN SPEKULATIV und ZUKUNFTSTECHNOLOGIEN behalten wir selbstverständlich ebenfalls unverändert bei.

 

09.08.2020 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 









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