Die Commerzbank ist an einer Übernahme durch Unicredit weiterhin nicht interessiert und rät auch den Aktionären zur Ablehnung des entsprechenden Angebots
Im Übernahmekampf gibt sich die Commerzbank weiter nicht geschlagen
Vor rund zwei Wochen legte Unicredit offiziell das freiwillige Übernahmeangebot für die Commerzbank ab und treibt damit die schon seit Längerem gehegten Übernahmepläne voran. Beim Management des Frankfurter Geldhauses beißen die Italiener jedoch weiterhin auf Granit. Dort besteht weiterhin kein Interesse daran, die eigene Unabhängigkeit aufzugeben.
Das Angebot von Unicredit lehnt die Commerzbank (DE000CBK1001) weiterhin klar ab und legte dafür nun auch eine entsprechende Stellungnahme vor. Den Aktionären wird klar davon abgeraten, sich auf das Angebot einzulassen. Jenes umfasse keinen „nachvollziehbaren und belastbaren strategischen Plan für einen Zusammenschluss“, wie das Unternehmen mitteilte.
Vorstandschefin Bettina Orlopp bezeichnet die Offerte von Unicredit als kaum mehr als einen Restrukturierungsvorschlag, welcher massiv in ein bewährtes und proftables Geschäftsmodell eingreifen würde. Die strategischen Pläne seien vage und Aufsichtsratschef Jens Weidmann warnt vor erheblichen Risiken mit Blick auf wichtige Kundenbeziehungen der Commerzbank. Doch an der Börse braucht es solche Argumente vielleicht auch gar nicht erst.
Für Aktionäre ist es letztlich schon allein deshalb wenig attraktiv, sich auf das Angebot von rechnerisch 34,56 Euro je Aktie einzulassen, weil die Commerzbank-Aktie derzeit deutlich höher notiert. Am Dienstagmorgen standen nach Aufschlägen von 1,4 Prozent 36,44 Euro auf dem Ticker. Wer da seine Anteilsscheine der Unicredit andient, lässt letztlich Rendite liegen. Die Unicredit bezeichnet ihr Angebot dennoch als attraktiv, da erst die eigenen Übernahmepläne den Kurs der Commerzbank auf das heutige Niveau getrieben hätten.
Commerzbank: Es geht weiter
Es ist keine Überraschung, dass die Commerzbank den Anteilseignern von einer Annahme des Unicredit-Angebots abrät. Aus der Ablehnung für eine Übernahme machte das Management schließlich nie einen Hehl. Gleichwohl ließ Unicredit-Chef Andrea Orcel bereits mehrfach wissen, dass er von seinen Plänen nicht abzurücken gedenkt. Die Übernahmeschlacht dürfte daher in die nächste Runde gehen und mittelfristig ist auch ein höheres Angebot nicht auszuschließen. Wer Anteile der Commerzbank im Depot hat, kann daher unabhängig von den eigenen Präferenzen zur Zukunft des Unternehmens derzeit die Füße stillhalten.
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19.05.2026 - Matthias Eilenbrock

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