Zumindest ein Problem weniger hat die DHL Group, nachdem das Bundeskartellamt Ermittlungen im Bereich der Briefkonsolidierung eingestellt hat
Die Konkurrenz sieht weiterhin Nachholbedarf bei der DHL Group
Die DHL Group, ehemals bekannt als Deutsche Post AG, war einst tatsächlich ein Monopolist. Vielen Konkurrenten geht die Marktmacht auch heute noch zu weit, was immer wieder Ermittlungen durch das Kartellamt nach sich zieht. Vor zwei Jahren wurden die Aktivitäten bei der Briefkonsolidierung kritisch beäugt, wo Breife vorsortiert und an die Verteilzentren der Deutschen Post weitergeleitet werden.
Die DHL Group (DE0005552004) spielt auf dem Markt mit Deutsche Post InHaus Services eine wichtige Rolle. Bis vor Kurzem war man auch zu über 20 Prozent am Konkurrenten Compador beteiligt und pflegte Verbindungen zu Postcon. Beteiligungen wurden jedoch verkauft und Verbindungen gekappt. Dies sah das Bundeskartellamt als ausreichend an, um die Angelegenheit zu den Akten zu legen und Ermittlungen einzustellen.
Zumindest in diesem Bereich scheint der Wettbewerb damit wiederhergestellt zu sein. Vorwürfe müssen sich DHL Group bzw. Deutsche Post aber noch an anderer Stelle gefallen lassen. DVS spricht davon, dass der ehemalige Staatskonzern Mitbewerber bei Briefen für Geschäftskunden systematisch unterdrücke. In einer Kartellklage wird ein Schaden von rund einer Milliarde Euro geltend gemacht, berichtet das „Handelsblatt“.
Es ist also mitnichten so, als wäre plötzlich alles fein und die Konkurrenz zufrieden. Die erdrückenden Marktanteile der DHL Group auf dem hiesigen Markt sind für die Anleger zwar eine beruhigende Sache, doch sie ziehen auch Begehrlichkeiten sowie anhaltende Kritik nach sich. Ob solche berechtigt sind oder nicht, darüber soll an dieser Stelle nicht entschieden werden. Risiken entstehen aber in jedem Fall.
DHL Group: Kein Ausbruch an der Börse
Die Aktie der DHL Group reagierte positiv auf die eingestellten Ermittlungen, aber nicht euphorisch. Am Montag reichte es für Kursgewinne von 0,4 Prozent und der Kurs verbesserte sich auf 39,13 Euro. Wie gehabt trauen die Bullen sich nicht über die Linie bei 40 Euro, welche zuletzt im März überschritten werden konnte, dies allerdings nur kurzfristig. Vielleicht bringt der heute angelaufene Prime Day bei Amazon neue Impulse. Allerdings setzt der US-Handelsgigant mehr denn je auch auf eigene Zustelldienste.
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08.07.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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