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Der Chef der Deutschen Bank warnt vor den Folgen einer Stagnation in Deutschland und ruft zu strukturellen Veränderungen auf

Die Deutsche Bank zwischen Mahnungen und Optimismus

NTG24 - Der Chef der Deutschen Bank warnt vor den Folgen einer Stagnation in Deutschland und ruft zu strukturellen Veränderungen auf

 

Beim Hauptstadtempfang der Deutschen Bank sind viele große Namen aus Wirtschaft und Politik zugegen. Für den CEO Christian Sewing ist es daher die optimale Gelegenheit, um über die aktuelle Wirtschaftslage sowie die weiteren Aussichten und notwendige Maßnahmen für mehr Wachstum zu plaudern. Diese Gelegenheit ließ er sich nicht nehmen und fand sowohl mahnende als auch aufbauende Worte.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinDas Jahr 2026 solle nach den Vorstellungen von Sewing zu einem „Jahr des Aufbruchs“ für Deutschland und Europa werden. Der Chef der Deutschen Bank (DE0005140008) ruft dazu auf, sich den Herausforderungen unserer Zeit zu stellen, und das sowohl in wirtschaftlicher als auch politischer Hinsicht. Geredet wurde darüber, dass die regelbasierte Weltordnung derzeit im Zeitraffer zerfalle. Deutschland, Europa und der Rest der Welt hätten es mit einer „multiplen Zeitenwende“ zu tun.

 

 

 

Die großen Volkswirtschaften setzen immer mehr auf Isolierung. Die USA begrenzen den Export von Mikrochips nach Asien, während China seine Muskeln bei Seltenen Erden spielen lässt. Oftmals macht es den Anschein, als würde Europa zwischen den Machtspielchen der beiden Großmächte zerrieben. Folgt man den Ausführungen von Deutsche-Bank-Chef Sewing, so macht die EU sich aber vielleicht kleiner, als sie eigentlich ist. Europa habe an vielen Stellen Mittel, um einem Handelskrieg zu begegnen. Außerdem verfüge der Kontinent über unverzichtbare Technologien.

 

Die Deutsche Bank erkennt Wachstum als Notwendigkeit

 

Um diese Stärke auch in Zukunft behalten zu können, fordert Sewing das unbedingte Vermeiden einer strukturellen Stagnation in Deutschland und Europa. Ohne tiefgreifende Reformen riskiere man derzeit allerdings, dass das Potenzialwachstum bis Ende des Jahrzehnts auf null sinken könnte. Es könnte der Weg in eine Ära ohne Wachstum drohen, in der jeder noch so kleine Rückschlag direkt in die Rezession führen würde.

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Daraus würden sich laut der Deutschen Bank auch politische Folgen ergeben. Eine schwache Wirtschaft könnte populistische Kräfte weiter erstarken lassen. Letztere sind nicht eben für ihre wohlüberlegten Wirtschaftspläne bekannt. Mehr Extremismus in den hiesigen Parlamenten würde die Wirtschaft wohl noch weiter belasten. Mit Blick auf mehrere Landtagswahlen im laufenden Jahr unterstreicht Christian Sewing die Dringlichkeit von Reformen.

Zwar sei die aktuelle Bundesregierung darum bereits bemüht. Es brauche aber noch mehr Tempo, insbesondere beim Bürokratieabbau. Außerdem fordert Sewing auch von jedem Einzelnen mehr Engagement. In Deutschland werde weniger gearbeitet als in den meisten anderen Industrieländern. Zwar sei Work-Life-Balance wichtig, doch etwas mehr Ehrgeiz stünde Europa wohl gut zu Gesicht. Laut den Ausführungen des Deutsche Bank-CEO brauche es wieder eine stärkere Leistungsmentalität.

 

Mutig nach vorn?

 

Die Ausführungen von Christian Sewing klingen im ersten Moment wenig euphorisch und die Warnung vor den Folgen der Stagnation werden recht dramatisch ausgemalt. Allerdings ist all das auch mit dem Aufruf verbunden, aktiv an einer besseren Zukunft zu arbeiten. Deutschland und Europa müssten wieder selbstbewusster werden, um auf der internationalen Bühne wieder ernster genommen zu werden. Das Potenzial dafür scheint laut Sewing durchaus vorhanden zu sein. Es will lediglich genutzt werden, was auch durchaus anstrengend sein kann. Hinter allen Mahnungen und Warnungen verbirgt sich letztlich aber eine optimistische Botschaft.

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Werbebanner EMH PM TradeDie Deutsche Bank hat allerdings auch leicht Reden, da bei dem Finanzhaus alles bestens läuft. Die Gewinne sprudeln und der Aktienkurs konnte kürzlich nach einer Kursverdopplung in den letzten zwölf Monaten ein neues Mehr-Jahres-Hoch auf die Beine stellen. Am Montag ging es mit beeindruckenden 33,76 Euro aus dem Handel. Von Schwächen ist hier nicht viel zu sehen und das Institut profitiert von der starken Nachfrage an den Investmentmärkten sowie dem Ende der Negativzinsen. Eine stärkere Wirtschaft würde aber noch ganz neue Chancen mit sich bringen.

 

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13.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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