Die Deutsche Telekom investiert kräftig, McDonald’s sorgt für Frust bei Fans, Comcast spricht Spanisch und AB InBev macht mehr als nur ein Fass auf
Diese Unternehmen erhoffen sich viel von der Fußball-WM
Die Fußball-WM in Nordamerika hat begonnen und scheint bisher gut angenommen zu werden. Auch an der Börse wird das Ganze aufmerksam verfolgt, denn ein wenig Hype könnte hier und dort freilich Umsätze ankurbeln und damit auch manchen Aktienkurs steigen lassen. Hoffnungen auf den einen oder anderen neuen Impuls macht sich eine ganze Reihe von Börsenkonzernen.
Die Deutsche Telekom (DE0005557508) geht bei dem Event in die Vollen. Zum ersten Mal überhaupt sicherte man sich hierzulande für MagentaTV die Übertragungsrechte für alle 104 Partien. 44 davon laufen exklusiv über die eigenen Kanäle. Wie groß der Andrang da ausfallen kann, das zeigte sich bereits bei der EM im Jahre 2024. Als die Türkei gegen Österreich spielte, brach MagentaTV unter dem Ansturm zusammen und das Ganze wurde letztlich kostenlos per YouTube verbreitet.
Wie viel die Deutsche Telekom sich das Ganze kosten lässt, ist nicht bekannt. Es dürfte sich aber mindestens um einen dreistelligen Millionenbetrag handeln. Gehofft wird in Bonn darauf, dass dies zu einer hohen Anzahl an neuen Abos führt, von denen einige vielleicht etwas länger laufen werden. Ein wenig gute Stimmung machte sich unter den Aktionären zuletzt bemerkbar. Am Freitag konnte der Aktienkurs sich um 2,1 Prozent auf 28,32 Euro verbessern und damit wieder das Niveau vom Jahresbeginn erreichen.
McDonald’s irritiert Fußball-Freunde
Auch bei McDonald’s (US5801351017) herrscht derzeit das WM-Fieber, unter anderem mit einem eigenen Burger zum Event und diversen Aktionen in der App. Unerwartet verschwunden ist allerdings ein Angebot, mit dem sich Nutzer gegen 250 Treuepunkte zwei Monate MagentaTV per Gutschein sichern konnten. Das Angebot hätte laut Bedingungen eigentlich bis 24. Juni laufen sollen, berichtet „Ruhr 24“.
Warum es dazu gekommen sein mag, ist nicht geklärt. Im Netz vermutet der eine oder andere schon eine Verschwörung. Möglich ist allerdings auch, dass es sich schlicht um ein begrenztes Kontingent gehandelt hat. Unter den Anlegern von McDonald’s ist die Begeisterung bisher noch wenig ausgeprägt. Die schwache Nachfrage auf dem Heimatmarkt macht den Anlegern weiterhin zu schaffen und der Aktienkurs landete am Freitag mit 284,81 US-Dollar weiterhin auf niedrigem Niveau.
Comcast hofft auf spanischsprachige Fans
Zum ersten Mal seit vielen Jahren findet eine Fußball-WM wieder in amerikanischen Zeitzonen statt. Comcast (US20030N1019) hofft daher darauf, dass lateinamerikanische Fans in den USA sich dafür mehr denn je begeistern können. Um davon zu profitieren, sicherte man sich die spanischen Übertragungsrechte. Bislang ist noch nicht bekannt, welche Quoten damit wohl erreicht werden konnten. Doch vor dem Wochenende versuchten die Bullen sich schon mal an guter Laune.
Um immerhin 2,2 Prozent trieb es die Comcast-Aktie am Freitag aufwärts, was den Kurs auf immer noch bescheidene 24,50 Dollar trieb. Ein wenig WM-Fieber könnte genau das richtige sein, um wieder mehr Menschen vor den Fernseher zu bekommen und damit das Werbegeschäft anzukurbeln. Praktischerweise gibt es bei der WM 2026 auch zahlreiche „Trinkpausen“, die zufällig genauso lange dauern wie ein durchschnittlicher Werbe-Break. Wie auch im Falle der Telekom muss Comcast für die Rechte allerdings einiges auf den Tisch legen. Ob sich das am Ende rechnen mag, das lässt sich aus der Ferne kaum beurteilen.
AB InBev lässt das Bier fließen
Beim Feiern im Stadion wird die Kehle schnell trocken und der Bedarf an Schmierstoff dürfte nicht eben gering ausfallen. Das weiß auch AB InBev (BE0974293251), weshalb man sich für die Fußball-WM die exklusiven Bierrechte in den Stadien sicherte. Dort wird der Gerstensaft zu fürstlichen Preisen verkauft, was enorme Margen mit sich bringen dürfte. Zusätzlich dafür wird natürlich ordentlich die Werbetrommel für die Zuschauer an den Geräten zu Hause gerührt.
AB InBev und die Aktionäre hoffen darauf, dass während der Übertragungen und auch danach fleißig getrunken wird. Zuletzt legte der Bierkonsum wieder etwas zu, blieb im historischen Vergleich aber auf niedrigem Niveau. Gerade unter jungen Leuten sind Bier und andere alkoholische Getränke weniger beliebt als bei vorherigen Generationen. Ob sich dieser Trend nun durch eine Fußball-WM direkt umkehren lässt, sei dahingestellt. Schaden wird es dem Umsatz aber kaum, weshalb die AB InBev-Aktie sich in der vergangenen Woche um 6,4 Prozent bis auf 71,68 Euro verbessern konnte.
In Feierlaune?
Auch über das Stadion und Public Viewings hinaus liegen durchaus große Hoffnungen auf der Fußball-WM. Nach zahlreichen Krisen und einer beispiellos schlechten Stimmung wäre beispielsweise denkbar, dass die Begeisterung für die WM auch die Konsumlaune endlich wieder etwas beleben könnte. Allerdings wäre dafür wohl Voraussetzung, dass diverse Skandale rund um das Turnier zumindest ein wenig ignoriert werden können.
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15.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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