Adidas: Prognose für 2026 fällt zu schwach aus
Adidas ist an der Börse aus der Mode gekommen - Baisse vertieft sich
Die Baisse bei Adidas vertieft sich immer weiter. Die Prognose für 2026 war lau, aber keine Katastrophe. Dass die Aktien dennoch durchrutschen, signalisiert, dass das Unternehmen es der Börse derzeit nicht recht machen kann.
Das grösste Problem für die Adidas (DE000A1EWWW0) Aktien ist, dass sie aus der Mode sind. Denn die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 und der Ausblick für 2026 rechtfertigen die negative Reaktion der Börse nicht. Fakt ist, dass die Sportartikelhersteller derzeit an der Börse im Abseits stehen und solange dies anhält, spielen die Bewertung der Aktien und die operative Entwicklung des Geschäfts nur eine nachgeordnete Rolle für die Kursbildung. Zur Wahrheit gehört auch:
Beim Ausblick für 2026 blieb Adidas unter den Erwartungen. Man hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz von 24,8 Mrd. Euro abgeschlossen. Ein neuer Rekord für das Unternehmen. Die Nachfrage von Seiten der Kunden war gut. Insgesamt 13 % höher als 2024 für die Marke Adidas bzw. +10 %, wenn man auch die nicht fortzuführenden Geschäftsbereiche mit einberechnet. Davon blieb jedoch am Ende nur die Hälfte übrig. Die andere Hälfte des Wachstums ging am Devisenmarkt verloren, da der US-Dollar so schwach und der Euro so stark war. Das ist enttäuschend, aber keine Überraschung, denn nahezu alle europäischen Unternehmen, die ein internationales Geschäft haben, erlitten 2025 Wechselkursverluste im einstelligen Prozentbereich. Entscheidend für die Bewertung des Geschäfts ist jedoch das lokale Wachstum der Marke. Und da sind 13 % Plus nicht zu verachten. Besonders stark war Adidas in Lateinamerika (+22 %) und in den Emerging Markets (+17 %). Vor diesem Hintergrund ist die Enttäuschung der Börse zu verstehen, wenn Adidas für das laufende Jahr nur ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich sieht. Wir reden über brutto 8 % bis 9 % Wachstum, was aber netto im Euro gerechnet am Ende bei 4 % oder 5 % Wachstum landen wird.
Prognose für 2026 fällt zu schwach aus
Auch bei der Profitabilität blieb man konservativ und verfehlte die Prognose der Analysten. Konkret gibt man für das Gesamtjahr ein operatives Ergebnis von 2,3 Mrd. Euro vor. Man betonte, dass die US-Zölle und die erwarteten Wechselkursverluste etwa 400 Mio. Euro aus dem Ergebnis herausnehmen werden. Die Analysten hatten jedoch auf „bereinigter“ Basis mit einem operativen Ergebnis von mindestens 2,69 Mrd. Euro gerechnet, sodass Adidas auch auf dieser Ebene die (niedrigen) Erwartungen deutlich verfehlte.
Man kann sich darüber streiten, ob die Prognose sehr vorsichtig ist, damit Adidas am Ende „positiv überraschen“ kann. Da ist Vorsicht angebracht. Fakt ist aber, dass das Unternehmen im vergangenen Jahr einen sehr guten Job gemacht hat. Nimmt man das Geschäftsjahr auseinander, hat Adidas in jedem Quartal eine nennenswerte Steigerung im fortgeführten Geschäft gezeigt. In den ersten beiden Quartalen konnte der Gewinn in diesem Bereich mehr als verdoppelt werden und im saisonal schwachen 4. Quartal dreht man den Verlust in einen Gewinn. Schaut man sich zudem die Bewertung des Unternehmens an, so sieht man inzwischen eine höchstens noch faire Bewertung, wenn nicht gar eine Unterbewertung an der Börse. Die Marktkapitalisierung entspricht mit 24,25 Mrd. Euro nicht einmal mehr dem erwarteten Umsatz für 2026 und das KGV hat sich auf den Faktor 20 reduziert. Ohne Zweifel wären alle über eine stärkere Wachstumsprognose glücklich, aber die schwere Baisse bei Adidas hat nichts mehr mit dem operativen Geschäft oder der Bewertung zu tun: Adidas ist einfach ausser Mode gekommen.
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05.03.2026 - Mikey Fritz

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