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Eli Lilly und J&J liefern Halbleiter-Wachstum im Pharma-Sektor

Die nächste Rotation beginnt — und sie läuft aus der Technologie in die US-Pharmatitel

NTG24 - Eli Lilly und J&J liefern Halbleiter-Wachstum im Pharma-Sektor

 

Die Börse beginnt erneut nach Sicherheit zu suchen. Angesichts der hohen Volatilität im Technologiesektor, die im Kern durch die neue Kapitalallokation rund um das SpaceX IPO verursacht wird, beginnen Unternehmen in den Augen der Anleger an Wert zu gewinnen, die mehr Stabilität und Kontinuität im operativen Geschäft bieten. Aktien, in denen man sich komfortabel „verstecken“ kann, solange die Bewertung sich im Tech-Sektor abkühlt. Der Pharmasektor ist ideal geeignet für eine solche Gruppenrotation und wir hatten auch schon im 2. Halbjahr 2026 eine entsprechende Bewegung gesehen. Im 1. Quartal folgten dann jedoch Gewinnmitnahmen bei den Pharmatiteln, die nun abebben und beginnen, in eine neue Pharma-Kaufwelle umzuschlagen. Deutlich zu erkennen am S&P 500 Health Care Subindex. Zwei Unternehmen sind hier besonders erwähnenswert. 

 

S&P 500 Health Care

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Eli Lilly (US5324571083) und Johnson & Johnson (US4781601046) lieferten im 1. Quartal 2026 Wachstumsraten, die man sonst nur von Halbleiterwerten kennt. Lilly wuchs um 56 % auf 19,8 Mrd. US-Dollar Umsatz, J&J um 10 % bei gleichzeitiger Anhebung der Jahresprognose. Was hier passiert, ist eine strukturelle Verschiebung — kein kurzfristiger Sektor-Bluff.

 

Eli Lilly and Company

 

Beide Konzerne haben in den vergangenen Jahren aggressiv in ihre Pipelines reinvestiert. Lilly setzt dabei auf den Cashflow aus den Adipositas-Blockbustern Mounjaro und Zepbound - und pumpt ihn direkt in Akquisitionen. Allein 2026 hat Lilly über 20 Mrd. US-Dollar für vier Deals auf den Tisch gelegt: Centessa (Schlafmedikamente), Kelonia (Onkologie), drei Impfstoff-Entwickler. Die FDA-Zulassung von Foundayo, der ersten oralen GLP-1-Pille ohne Nahrungs- und Wasserrestriktionen, setzt einen strukturellen Marktvorteil gegen Novo Nordisk (DK0062498333). CEO Dave Ricks sagt offen, Foundayo werde "die Anzahl der Menschen, die von GLP-1s profitieren können, massgeblich erweitern".

 

Pipeline-Diversifikation trägt Früchte

 

J&J fährt eine ähnliche Strategie. Vier neue Wachstumsmedikamente kompensieren den Patentablauf von Stelara, dem alten Psoriasis-Blockbuster. Darzalex (Multiples Myelom) liefert zweistelliges Wachstum, Spravato (behandlungsresistente Depression) legte um 46 % zu, Rybrevant und Lazcluze (Lungenkrebs) explodierten mit 83 %. Icotyde, eine neue Psoriasis-Pille mit FDA-Zulassung im März, hatte bereits im April 1.500 Patienten - J&J-Managerin Jennifer Taubert sagt, das Medikament habe "das Potenzial, eines unserer grössten Produkte zu werden".

 

Johnson & Johnson

 

Die Trump-Administration will die Medikamentenkosten senken - doch Lilly und J&J haben sich herausverhandelt. J&J hat einen Deal mit dem Weissen Haus geschlossen: Medikamenten-Rabatte im Austausch für Zoll-Ausnahmen. CFO Joseph Wolk sagt explizit: "Wir sind nicht das Ziel der Administration mit dieser jüngsten Zollrunde." Lilly kompensiert den Preisdruck über Volumenwachstum - 65 % mehr verkaufte Einheiten im Quartal überlagern die 13 % niedrigeren realisierten Preise. Das funktioniert, weil die Nachfrage nach GLP-1-Medikamenten strukturell wächst. Und: 

J&J ist nicht nur Pharma. Die Medizintechnik wuchs um 7,7 % - und J&J plant, die Orthopädie-Sparte später im Laufe des Jahres abzuspalten. Damit hat der Konzern noch mehr Raum für Deals nach der Trennung. Das ist eine doppelte Equity-Story: Pharma-Pipeline plus Medizintechnik-Wachstum plus geplanter Spin-off.

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11.06.2026 - Mikey Fritz

Unterschrift - Mikey Fritz

 

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