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Mit der Absetzung von Jimmy Kimmels Late-Night-Show verschafft sich Disney den Segen der US-Regierung, aber auch viel Kritik

Wie hält es Disney mit der Redefreiheit?

NTG24 - Mit der Absetzung von Jimmy Kimmels Late-Night-Show verschafft sich Disney den Segen der US-Regierung, aber auch viel Kritik

 

Als Donald Trump vor einem Jahr noch Wahlkampf machte, war dabei die Meinungs- und Redefreiheit noch ein großes Thema, welche in den USA durch die Verfassung geschützt ist und noch weit über hiesige Bestimmungen hinausgeht. Mittlerweile sitzt Trump im Weißen Haus. Beim Thema Meinungsfreiheit scheint sich seine Gesinnung sowie jene seiner Anhänger dezent geändert zu haben.

Zumindest sehen Kritiker die Suspendierung von Jimmy Kimmel durch den Medienkonzern Disney (US2546871060) als Anzeichen eben dafür. Kimmel zog seinerseits Kritik auf sich mit seinen Äußerungen zur Ermordung des rechtsextremen Aktivisten Charlie Kirk. In einer Ausgabe seiner Late-Night-Show am Montag sagte er, es sei ein neuer Tiefpunkt erreicht, bei dem die „MAGA-Gang“ versuche, den Mörder von Kirk als etwas anderes als einen der ihren darzustellen.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinDas rief letztlich auch den Chef der FCC auf den Plan. Brendan Carr drohte dem Sender ABC indirekt mit schwerwiegenden Maßnahmen und setzte damit auch die Mutter Disney unter Druck. In einem Podcast forderte er die Sendeanstalt, „Maßnahmen“ gegen Kimmel zu ergreifen. Ansonsten werde es zusätzliche Arbeit für die FCC geben. Obschon Experten bezweifeln, dass die Behörde eine ernsthafte Handhabe gegen den Inhalt des Senders gehabt hätte, knickte man dort schnell ein. Zum Mittwoch wurde die Show von Kimmel für unbestimmte Zeit pausiert.

 

 

 

Disney hält sich bedeckt

 

Jener Schritt wiederum ruft auch wieder Kritik auf den Plan. Naturgemäß beklagen vor allem Vertreter der Demokraten, dass die US-Regierung mit ihrem Verhalten bewusst versuche, die Meinungsvielfalt im Land zu unterdrücken. Der demokratische Senator Chris Murphy aus Connecticut vermutet, dass der Mord an Kirk als Vorwand genutzt werden solle, um eine Kampagne ins Laufen zu bringen, mit der Donald Trumps politische Gegner mundtot gemacht werden sollen.

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Werbebanner EMH PM Trade So deutlich würde Trump es wohl nicht sagen. Doch seine Reaktion auf die Absetzung von Kimmel fiel bereits überschwänglich positiv auf. Auf seiner Plattform „Truth Social“ zelebrierte er das Ganze regelrecht und stellte sogleich die nächsten Forderungen in den Raum. Am Mittwochabend legte er dem Sender NBC nahe, sich von „Jimmy und Seth“ zu trennen. Gemeint sein dürften die bekannten Trump-Kritiker Jimmy Fallon und Seth Meyers. Dass Trump selbst sich von Charlie Kirks Ermordung wenig bewegt zeigte und nur kurz danach, ohne jeden Beleg, auf „radikale Linke“ schimpfte, fand freilich keine Erwähnung.

Disney hält sich derweil weitgehend bedeckt und kommentierte das Geschehen bisher nicht öffentlich. Der vorauseilende Gehorsam ist aber kaum zu übersehen. Allem Anschein nach möchte man sich nicht einmal ansatzweise mit der aktuellen Regierung anlegen und versucht stattdessen, es jener so weit wie möglich recht zu machen und sich so aus dem Fadenkreuz zu nehmen. Aus unternehmerischer Sicht mag das nachvollziehbar sein, allerdings verscherzt Disney es sich eben auch mit all jenen, die von Trump und Konsorten nur wenig halten.

 

Wie geht es weiter mit Kimmel und Disney?

 

Die Zukunft von Jimmy Kimmel im TV bleibt momentan ungeklärt. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters soll es wohl zu einem Treffen des Moderators mit Führungskräften von Disney kommen, bei dem über die Zukunft beraten werden soll. Über mögliche Inhalte dieses Treffens ist bisher aber nichts bekannt.

Der Disney-Aktie hat der Eklat nicht sonderlich geholfen. Das Papier tendiert in der laufenden Woche bevorzugt nach unten und verlor am Donnerstag um weitere 1,1 Prozent bis auf 114,86 US-Dollar an Wert. Wahrscheinlich würde der Konzern sich aus der Politik am liebsten heraushalten, was auch vielen Anlegern nur recht sein dürfte. Allerdings liegt es aufgrund der Inhalte im Programm in der Natur der Sache, dass das Thema immer wieder eine tragende Rolle spielen wird. Aufgrund der tiefen Spaltung der Gesellschaft in den USA ist das allein schon ein potenzielles Risiko für den Aktienkurs.

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19.09.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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