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Investitionen in Deutschland seitens Eli Lilly sollen wohl deutlich zurückgeschraubt werden, womit der Konzern auf das Spargesetz der Bundesregierung reagiert

Pharmakonzerne wie Eli Lilly sind enttäuscht von der deutschen Politik

NTG24 - Investitionen in Deutschland seitens Eli Lilly sollen wohl deutlich zurückgeschraubt werden, womit der Konzern auf das Spargesetz der Bundesregierung reagiert

KI-generiertes Symbolbild. Marken dienen der redaktionellen Einordnung.

 

Die Ampel-Regierung hatte keinen besonders guten Ruf, sie scheint aber nicht alles falsch gemacht zu haben. Zu diesem Schluss kommt zumindest David Ricks. Jener erkannte nach eigener Aussage im Jahr 2023 noch Deutschland als bestes Umfeld für Innovation in Europa. Die Bedingungen für die Pharmaindustrie seien verbessert worden.

Wohl auch deshalb entschied sich Eli Lilly (US5324571083) dafür, 2,3 Milliarden Euro in ein neues Werk in Deutschland zu stecken, welches ab dem Jahr 2027 Abnehmspritzen produzieren soll. Doch die Bedingungen drohen sich wieder deutlich zu ändern. Das angekündigte Spargesetz von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sieht höhere Rabatte für Pharmakonzerne vor. Das bedeutet in der Praxis, dass die Unternehmen pro Medikament geringere Einnahmen verzeichnen werden. Außerdem gibt es verschärfte Erstattungsregeln und Ärzte sollen dazu bewegt werden, bevorzugt günstigere Varianten zu verschreiben.

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Eli Lilly ist damit alles andere zufrieden und will nun laut einem Bericht des „Handelsblatt“ seine Investition in Deutschland schwer zurückschrauben. Von den ursprünglichen angedachten 2,3 Milliarden Euro soll nur noch etwa die Hälfte fließen. Erhöht werden könnten im Gegenzug Investitionen in der US-amerikanischen Heimat des Unternehmens.

 

Eli Lilly spart nicht mit Kritik

 

Auswirkungen wird diese Entscheidung auch auf die Arbeitsplätze vor Ort haben. 300 Einstellungen wurden bereits vorgenommen, angedacht waren bis zu 1.000 Fachkräfte bis zur Fertigstellung. Ein erheblicher Teil davon dürfte nun entfallen. Auch die Kapazität wird gedrosselt. Genaue Zahlen dazu nannte Eli Lilly aber noch nicht.

Umso mehr äußerte sich Konzernchef Ricks über die deutsche Politik und fand dazu wenig warme Worte. Das angekündigte Spargesetzt wird als ein „schreckliches Signal“ an die Industrie bezeichnet. Deutschland werde bei der Unterstützung der Pharmabranche auf den „letzten Platz“ der europäischen Märkte zurückfallen. Die Vorhaben der aktuellen Bundesregierung würden die Industrie „entwerten“. Das Gesundheitsministerium ist vor allem bemüht darum, die Beitragssätze stabil zu halten, welche zuletzt teils kräftige Erhöhungen verzeichneten.

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Die Sparpläne könnten jedoch noch weitere, unangenehme Folgen nach sich ziehen. Denn bei den zusammengestrichenen Investitionen seitens Eli Lilly muss es nicht bleiben. Der Konzernchef ließ andeuten, dass in Deutschland auch der Marktstart neuer Medikamente ausbleiben könnte, so die Bedingungen einen solchen nicht ermöglichen würden. In einem solchen Fall wolle man auch sehr transparent machen, warum eine solche Entscheidung gefällt wird. Auch andere Branchenvertreter deuteten ein derartiges Vorgehen an, sollte das Gesetz wie geplant umgesetzt werden.

 

Eli Lilly geht es prächtig

 

In Deutschland scheint Eli Lilly nur noch wenige Chancen zu erkennen, was die Anleger aber nicht weiter stört. Denn genügend Wachstumspotenzial ist anderswo noch vorhanden. Erfolge will Eli Lilly in Zukunft nicht nur mit Abnehmmedikamenten wie Mounjaro feiern. Für das laufende Jahr kündigte man auch mehr Deals bei Neurologie, Onkologie, Immunologie und Herz-Kreislauf- sowie Stoffwechselerkrankungen an. Das Geschäft soll diversifiziert werden und dank prall gefüllter Kriegskasse soll es auch wieder Übernahmen geben, wie der CEO dem Handelsblatt verraten hat.

Das reicht den Aktionären vollkommen aus, um auch weiterhin großes Potenzial zu entdecken und die Aktie auf ausgesprochen hohem Niveau zu halten. Am Mittwoch ging es für die Aktie von Eli Lilly um 1,4 Prozent bis auf 1.078,78 US-Dollar in Richtung Norden. Im Jahresvergleich konnte der Titel sich um knapp 44 Prozent verbessern. Investiert wird auch ohne Deutschland kräftig, unter anderem in den USA, anderen europäischen Ländern, China und Japan. Der weitere Wachstumspfad scheint damit bereits gesetzt zu sein. Fraglich wird dieser Tage lediglich, ob Deutschland ein größerer Teil sein wird. Doch das dürfte den allermeisten Anlegern einerlei sein, solange es für den Konzern grundsätzlich in die richtige Richtung geht.

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04.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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