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Intuit muss beim Thema AI liefern

Intuit enttäuscht bei der Prognose - Wachstum wird unter den Erwartungen liegen

NTG24 - Intuit muss beim Thema AI liefern

 

Intuit enttäuscht bei der Prognose. 14 % Wachstum war der Börse schon zu wenig. Bei 10 % hört dann der Spass auf. Das Management muss jetzt seine AI-Versprechungen einlösen und liefern. 

MailChimp entwickelt sich zum Dorn in der Seite von Intuits (US4612021034) Geschäft. Während QuickBooks bei den KMU-Kunden das Backend abbildet, ist MailChimp quasi das Frontend, das sich auf das E-Mail-Marketing, die Kundenakquise und die Kundenbetreuung und -verwaltung fokussiert. Das Problem ist der hohe Preis, den Intuit seinerzeit bezahlt hat: 12 Mrd. US-Dollar in bar und eigenen Aktien. Und das für ein Geschäftsfeld, das im neuen Fiskaljahr bei etwa 1,26 Mrd. US-Dollar Umsatz stagnieren soll. Die Frontend-Idee war richtig, aber es kristallisiert sich immer stärker heraus, dass man einen überhöhten Preis für ein veraltetes Geschäftsfeld bezahlt hat, das stark an Relevanz verliert. 

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Bei einer wichtigen Kennzahl muss das Management kräftig gegensteuern. Die sogenannten U.S. TurboTax Units spiegeln die Zahl der erfolgreich eingereichten Steuererklärungen wider, die mit der TurboTax-Software eingereicht wurden. Und hier ergab sich im vergangenen Geschäftsjahr ein Rückgang um -2 % auf 39,0 Millionen Steuererklärungen nach zuvor 39,9 Millionen Steuererklärungen im Fiskaljahr 2024. Das ist ein ernstes Problem, denn TurboTax gehört zu den wichtigsten Standbeinen. Das Problem ist nicht die Qualität, sondern der Preis des Produkts. Das Management hat die Preiselastizität der Kundschaft mit geringen Einkommen (< 50.000 US-Dollar) überschätzt. Diese Gruppe ist in Scharen abgewandert und macht ihre Steuererklärung nun selbst oder greift auf kostenlose Konkurrenzprodukte zurück. 

 

Intuit muss beim Thema AI liefern

 

Intuit kann bei Steuererklärungssoftware nur noch organisch wachsen. Die Regulierungsbehörden würden jeden Versuch ablehnen, einen Konkurrenten zu übernehmen, da man bereits eine dominante Position hat. Ein Rückgang der TurboTax Units ist somit schmerzhaft, weil man die Kunden aufwändig zurückgewinnen muss. Nicht, um vom jährlichen Preis für TurboTax zu profitieren, sondern um die Kunden in das Credit Karma Ökosystem einzubinden, mit dem Intuit fünfmal so viel Umsatz erlöst. Credit Karma verfügt - bei Zustimmung - über alle detaillierten Kundendaten und die exakte finanzielle Situation. Das ist eine Goldgrube für Banken und Finanzdienstleister, die Intuit Provisionen zahlen, um den Kunden personalisierte Angebote zu machen. Daher muss das TurboTax Loch so schnell wie möglich gestopft werden. 

 

Intuit Inc.

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDie Prognose ist keineswegs eine Katastrophe, aber eine Fortsetzung der bisherigen Enttäuschungen. Intuit strebt einen Jahresumsatz im Fiskaljahr 2027 von bis zu 23,51 Mrd. US-Dollar an. Das würde einem Wachstum von 10 % entsprechen, was deutlich unter dem Wachstum des Vorjahres (+14 %) liegen würde. Man kann sich darüber streiten, ob diese Prognose zu konservativ ist, aber im Zweifel liegt sie mit hoher Wahrscheinlichkeit richtig. Und das ist ein Problem für die Bewertung der Aktien. Die Börse war schon von 14 % Wachstum enttäuscht. Dass gleichzeitig im laufenden Fiskaljahr der operative Gewinn um bis zu 27 % steigen soll, interessiert in diesem Fall nicht. Der Kurs bzw. die Bewertung hängt aktuell einzig und allein davon ab, ob Intuit wieder steigende Umsatzraten hinbekommt oder nicht. 

Eine konkrete Empfehlung zu dieser Analyse ist den Lesern des Zürcher Finanzbriefes vorbehalten. Den Zürcher Finanzbrief und die zugehörigen Empfehlungen können Sie im Rahmen eines kostenlosen Probe-Abonnements ausgiebig testen.

 

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27.08.2026 - Mikey Fritz

Unterschrift - Mikey Fritz

 

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