Befreiungsschlag für TUI, SAP erhält Zuspruch, auch Evotec werden Chancen nachgesagt, Novo Nordisk glänzt mit Studiendaten doch die Kurse fallen trotzdem
Selbgt gute Neuigkeiten konnten am Montag nicht für bessere Kurse sorgen
Die ins Stocken gekommenen Verhandlungen im Irankrieg mitsamt neuerliche Eskalationen standen an der Börse zu Wochenbeginn klar im Mittelpunkt. Die Waffenruhe läuft bereits am morgigen Mittwoch aus und die Märkte zittern vor der Möglichkeit eines Wiederaufflammens des Konflikts. Dadurch bedingt gab es vor allem rote Vorzeichen zu sehen und das Thema ließ kaum einen Titel unbeeindruckt.
Vom Reiseveranstalter TUI (DE000TUAG505) gab es zunächst positive Neuigkeiten aus Nahost zu hören. Am Freitag war die Straße von Hormus letztlich nur für weniger als 24 Stunden geöffnet. Genau diese Gelegenheit nutzte das Unternehmen aber, um zwei seit Wochen im Persischen Golf festsitzende Kreuzfahrtschiffe in die Freiheit zu navigieren. Wie unter anderem die „WirtschaftsWoche“ berichtet, befinden die „Mein Schiff 4“ und die „Mein Schiff 5“ sich mittlerweile auf dem Weg in Richtung Mittelmeer.
Bereits ab Mitte Mai sollen wohl wieder Kreuzfahrten stattfinden. Die beiden Schiffe werden dann nicht länger ein Kostengrab für TUI sein, sondern endlich wieder stattliche Einnahmen generieren. Richtig freuen konnten die Anteilseigner sich darüber aber nicht. Zu groß war die Ernüchterung über erneut höhere Ölpreise und die Möglichkeit einer Fortsetzung der Kampfhandlungen. Die TUI-Aktie gab am Montag letztlich um 3,1 Prozent auf 7,29 Euro nach.
SAP knickt wieder ein
Die Aktie von SAP (DE0007164600) arbeitete zuletzt immerhin an einer kleinen Erholung, und das nach Ansicht der Analysten der Deutschen Bank auch vollkommen zurecht. Die Softwarebranche habe sich zuletzt insgesamt wieder erholt. Allerdings sei noch unsicher, ob es sich dabei um eine nachhaltige Entwicklung oder nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm handelt.
Das Kursziel wurde zwar von 220 auf 200 Euro gesenkt, liegt damit aber noch deutlich über den letzten Schlusskursen. Dementsprechend bekommt die SAP-Aktie von der Deutschen Bank auch eine Kaufempfehlung verpasst. Das ließ die Börsianer zu Wochenbeginn jedoch völlig kalt und die schlechte Marktstimmung dominierte die Kursentwicklung. Es ging um 3,9 Prozent auf 150,20 Euro in Richtung Süden. Seit Jahresbeginn sind Verluste von rund 25 Prozent zu beklagen.
Evotec: Hidden Champion?
Nicht ganz so drastisch fielen die Kursverluste der Aktie von Evotec (DE0005664809) in den letzten Monaten aus, doch Euphorie kommt auch hier schon länger nicht mehr auf. Möglicherweise übersehen die Anleger aber etwas. Davon geht zumindest die kanadische Bank RBC aus, welche in einer frischen Studie von „verborgenen Werten“ bei Evotec spricht. Das reicht für eine Bewertung auf „Outperform“ und ein Kursziel, das auf 10 Euro festgezurrt wurde. Das entspricht fast dem Doppelten des gestrigen Schlusskurses von 5,44 Euro.
Einlassen konnten die Anleger sich allerdings auf den Optimismus auch an dieser Stelle nicht. In schwer unsicheren Märkten sind Spekulationen und Hoffnungen wenig beliebt. Stattdessen wird erneut in Werte umgeschichtet, die als vergleichsweise sicher und beständig gelten. Da gehört Evotec leider nicht dazu, sodass der Kurs gestern um 3,6 Prozent nachgab.
Novo Nordisk bleibt am Boden
Endlich wieder gute Studiendaten legte kürzlich der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk (DK0062498333) vor. In einer randomisierten Doppelblindstudie konnte sich der orale Wirkstoff Etavopivat bei Patienten mit Sichelzellenanämie beweisen. Das Auftreten vaso-okklusiver Krisen verringerte sich jährlich um 27 Prozent und das Auftreten eben solcher wurde erst nach 38,4 Wochen gegenüber 20,9 Wochen bei der Placebo-Kontrollgruppe beobachtet.
Auch bei den Hämoglobinwerten wussten die Ergebnisse zu gefallen und dem Hersteller zufolge konnten die primären Ziele klar erreicht werden. Das klingt hoffnungsvoll, scheint für die Anleger aber nur ein schwacher Trost zu sein. Die Novo Nordisk schlug sich mit Abschlägen von 0,6 Prozent am Montag noch einigermaßen tapfer, landete aber auch nicht in der Gewinnzone. Der Kurs verblieb mit 34,60 Euro auf einem denkbar niedrigen Niveau. Es fehlt derzeit vor allem im Konkurrenzkampf um Abnehmmedikamente an neuen Signalen.
Angespannte Lage
Ganz aufgegeben haben die Märkte die Hoffnung auf Frieden noch nicht. Das zeigte sich etwa beim Dow Jones, der im gestrigen Handel seine anfänglichen Verluste fast wieder ausgleichen konnte. Doch nervös wird auf die auslaufende Waffenruhe allemal geblickt. Sollten danach wieder Kampfhandlungen aufgenommen werden, gleich von wem, so wäre es für die Börsen mit Sicherheit keine erfreuliche Nachricht.
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21.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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