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First Majestic Silver hat massiven Ärger mit den Steuerbehörden

Milliardär steigt bei First Majestic Silver ein

 

Für das kanadische Bergbauunternehmen First Majestic Silver (ISIN: CA32076V1031, WKN: A0LHKJ), welches in Mexiko an mehreren Standorten Silber und Gold fördert, war das aktuelle Jahr bisher extrem herausfordernd. Zum einen verzeichnete die Firma im zweiten Quartal aufgrund eines Corona-Lockdowns einen temporären Produktionseinbruch von fast 50 % gegenüber dem Vorquartal. Zum anderen lieferte sich CEO Keith Neumeyer einen intensiven Schlagabtausch mit der mexikanischen Regierung um eine Steuerforderung im Volumen von 209,2 Mio. US-Dollar.

Entsprechend entwickelte sich der Kurs des Anteilscheins aus Sicht der meisten Aktionäre in diesem Jahr relativ enttäuschend. Während der Silberpreis seit Jahresbeginn in US-Dollar um knapp 34 % zulegte, verzeichnete die Aktie zeitgleich an der New York Stock Exchange von 16 %. Damit entwickelte sich der Titel deutlich schlechter als die Anteilscheine der meisten Wettbewerber. So legte die Aktie von Pan American Silver (ISIN: CA6979001089; WKN: 876617) gegenüber Silvester immerhin um gut 31 % zu.

 

Mittelfristige Trendwende bei der Kursentwicklung jetzt möglich

 

Aus Anlegersicht geben die Anfang November veröffentlichten Q3-Zahlen allerdings Hoffnung, dass die Aktie mittelfristig gegenüber anderen Papieren aus der Branche wieder überdurchschnittlich gut abschneiden wird. Demnach gelang es First Majestic im Zeitraum von Juli bis September einen Umsatz in Höhe von 125,9 US-Dollar zu erzielen, was einer Steigerung von 30 % gegenüber der Vorjahresperiode entspricht. Zeitgleich konnten die Kanadier ihren Nettogewinn von 8,6 Mio. US-Dollar auf 30,9 Mio. US-Dollar hochschrauben und somit deutlich mehr als verdreifachen. Neben der relativ guten Preisentwicklung auf dem Edelmetallmarkt profitierte die Gesellschaft von einer wieder deutlich höheren Minenproduktion, die mit 3,2 Millionen Unzen Silber und 25.771 Unzen Gold fast das Niveau vor dem coronabedingten Lockdown erreichte.

Aktuell belastet weiterhin ein Streit mit den mexikanischen Finanzbehörden das Marktsentiment bei der Aktie. Dennoch geht es bei dem Disput um eine einmalige umstrittene Forderung, die sich auf geschäftliche Aktivitäten in den Jahren 2010 bis 2014 seitens First Majestic Silver bezieht. Sollte First Majestic in einem möglichen Berufungsverfahren endgültig den Streit über eine Zahlung in Höhe von 209,2 Mio. US-Dollar verlieren, so wäre dies sicherlich ärgerlich für die Anteilseigner, zumal die Summe fast 10 % des Börsenwertes von knapp 2,3 Mrd. US-Dollar entspricht. Dennoch verfügte das Unternehmen bis zum 30.9.2020 über einen Kassenbestand von 232,4 Mio. US-Dollar, womit kein existenzgefährdender Liquiditätsnotstand zu erwarten ist.

 

First Majestic dürfte operativ auf Kurs bleiben

 

Zwischen 2009 und 2019 konnte First Majestic die Förderung von Silber und Silberäquivalenten von rund 5 Mio. Unzen auf 25 Mio. Unzen erhöhen. Ab dem Jahr 2021 sollte sich dieser positive Trend fortsetzen, da ein weiterer Lockdown nicht zu erwarten ist. Zudem arbeitet das Management intensiv an der Erschliessung von neuen Fördergebieten und an einer technisch effektiveren Ausbeute bei der Verarbeitung der geförderten Erde. Gleichzeitig wird First Majestic zunehmend seinen Energiebedarf durch Flüssiggas anstatt durch Diesel decken, was sinkende Energiekosten bei der Förderung erwarten lässt.

 

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeEin weiteres positives Signal ist der Einstieg des bekannten Milliardärs Eric Sprott in den Kreis der Aktionäre, der erst im September 5 Mio. Anteilscheine von First Majestic Silver erwarb. Dieser dürfte im Vorfeld der umfangreichen Investitionsentscheidung die Firma sicherlich genauer unter die Lupe genommen haben und zu einem positiven Urteil gekommen sein.

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21.11.2020 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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