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Gamestop bleibt im Abwärtstrend, auch AMC Entertainment gleitet in Richtung Kurskeller zurück, Blackberry macht es sich dort schon länger bequem und ein Nachruf auf Bed Bath & Beyond

Der jüngste Hype um Gamestop und Co. scheint schnell zu seinem Ende zu finden

NTG24 - Gamestop bleibt im Abwärtstrend, auch AMC Entertainment gleitet in Richtung Kurskeller zurück, Blackberry macht es sich dort schon länger bequem und ein Nachruf auf Bed Bath & Beyond

 

Keine zwei Wochen ist es her, dass Kleinanleger sich einmal mehr daran versucht, mehr oder minder totgeglaubte Aktien in die Höhe zu pushen. Zunächst gelang dies auch recht eindrucksvoll und es wurden Erinnerungen an 2021 wach, als es mehr als nur einen Short Squeeze zu sehen gab. Doch der Spuk scheint dieses Mal sehr viel schneller wieder vorbei zu sein.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDamals wie heute steht Gamestop (US36467W1099) im Mittelpunkt des Kurs-Wahnsinns. Ohne jeden guten Grund schoss der Kurs zeitweise bis auf gut 70 Euro in die Höhe, und das ausgehend von nur etwa 10 Euro. Doch die Korrektur ließ nicht lange auf sich warten und trotz kleinerer Zugewinne am Freitag hat der Titel eine brutale Woche hinter sich. Um 44,2 Prozent ging es mit den Kursen abwärts und zum Wochenende stehen nur noch 17,59 Euro auf dem Ticker.

Offenbar ist es nicht gelungen, die Leerverkäufer allzu sehr in Verlegenheit zu bringen, während aus fundamentaler Sicht ohnehin nicht für einen nachhaltigen Erholungskurs spricht. Gamestop selbst will die noch immer etwas höheren Kurse als im April sogar nutzen, um sich mit der Ausgabe frischer Aktien neues Kapital zu sichern und wirkt damit den Bemühungen der Kleinanleger noch entgegen.

 

AMC Entertainment ohne Ausbruch

 

Auch bei AMC Entertainment (US00165C3025) gab es aus ähnlichen Gründen eine frische Kapitalerhöhung und zugutehalten lässt sich der schwächelnden Kinokette vielleicht noch, dass die Verantwortlichen früher reagierten und sich damit wahrscheinlich höhere Einnahmen als Gamestop sichern konnten. Doch aus Anlegersicht ist das eigentlich vernachlässigbar. Es bleibt die Erkenntnis, dass nicht einmal der Vorstand selbst an eine nachhaltige Erholung an der Börse glaubt.

Da auch sonst jegliches Anzeichen von Hype verschwunden ist, hat die AMC Entertainment-Aktie sich zuletzt etwas unter der 5-Dollar-Marke eingependelt. Der Titel notiert hier zwar etwas höher als noch im April. Im Jahresvergleich zeigt der Chart aber Verluste von nicht ganz 90 Prozent. Von einem Ausbruch kann hier also leider nicht die Rede sein und selbst die meisten Spekulanten scheinen längst weitergezogen zu sein.

 

BlackBerry lässt Wachstum vermissen

 

Nicht ganz so verrückt entwickelte sich die Lage in den letzten beiden Wochen bei der Aktie von BlackBerry (CA09228F1036), welche ebenfalls zu den Meme-Aktien gezählt wird. Einige Ausschläge waren zwar zu beobachten, doch es gab keine Vervielfachungen des Kurses oder Ähnliches zu sehen. Zudem konnte BlackBerry im vergangenen Monat mit einer Partnerschaft mit AMD tatsächlich fundamental relevante Neuigkeiten abliefern.

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Es fehlt aber weiterhin an Signalen für neues Wachstum. Schon seit Jahren kämpft BlackBerry mit enormen Problemen und der einst so gigantische Handy-Hersteller ist heute nur noch ein Schatten seiner selbst. Die Lage ist zwar nicht vollkommen aussichtslos. Doch selbst mit viel Fantasie scheint eine Rückkehr zu alter Stärke momentan sehr unwahrscheinlich. Der Kurs belief sich zum Wochenende auf 2,92 US-Dollar, was nur etwas mehr als der Hälfte des Kurses vor einem Jahr entspricht.

 

Bed Bath & Beyond: Aus die Maus

 

Mit dem richtigen Timing lassen sich mit Meme-Aktien schwindelerregende Renditen erzielen, womit die Papiere der feuchte Traum von knallharten Daytradern zu sein scheinen. Doch das damit verbundene Risiko ist enorm und geht bis hin zum Totalverlust. Das prominenteste Beispiel dafür ist das Einzelhandelsunternehmen Bed Bath & Beyond (US0758961009), welches erst im vergangenen Jahr in die Insolvenz gehen mussten. Sämtliche Spekulationen auf ein wie auch immer geartetes Comeback haben sich als teurer Trugschluss erwiesen.

Ganz verschwunden ist Bed Bath & Beyond noch nicht. Die Markenrechte sicherte sich das Unternehmen Overstock.com. Doch die Aktie ist längst nicht mehr handelbar. Der Möbelhändler ist ein mahnendes Beispiel dafür, was den derzeit noch lebendigen Meme-Stocks eines Tages blühen könnte. Denn auch bei Gamestop und Co. ist der Exitus vielleicht aktuell nicht akut absehbar, langfristig aber nicht auszuschließen. Gut möglich, dass sich unter den Meme-Aktien der eine oder andere Zombie verbirgt, dessen Ableben aus kaum nachvollziehbaren Gründen etwas verschleppt wird.

 

Party vorbei?

 

Kurz zusammengefasst lässt sich feststellen, dass die meisten Meme-Aktien aktuell noch etwas höher notieren als vor gut zwei Wochen. Gleichwohl ist in keinem Fall eine Wende gelungen, die auf einen plötzlichen Aufwärtstrend schließen lassen würde. Stattdessen wurden langfristige Abwärtstendenzen weitgehend bestätigt. Die Leerverkäufer reagierte sehr viel schneller als vor drei Jahren und auch die Bullen sind vorsichtiger geworden. Die Party scheint vorbei zu sein, noch bevor sie richtig losging.

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26.05.2024 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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