Gerresheimer erhält von Banken und Gläubigern mehr Zeit für die Lösung von Bilanzierungsproblemen
Große Erleichterung macht sich bei der Gerresheimer-Aktie breit
Nachdem die Finanzaufsicht BaFin im vergangenen Herbst Bilanzierungsfehler beim Verpackungskonzern Gerresheimer beklagte, gerieten Unternehmen und Aktien heftig unter Druck. Noch bis heute sind Wirtschaftsprüfer mit Geschäften aus den vergangenen zwei Jahren beschäftigt. Die Vorlage endgültiger Zahlen wird erst für Ende Juni erwartet.
Bedingt dadurch hätten Gläubiger das Recht dazu gehabt, laufende Kredite und Anleihen zu kündigen. Genau darauf wird nun aber verzichtet. Gerresheimer (DE000A0LD6E6) berichtete am Donnerstag über eine „breite Unterstützung durch Kreditgeber“, was dem Unternehmen nun Zeit gebe, um im Rahmen der Untersuchungen identifizierte Geschäftsvorgänge „transparent aufarbeiten“ zu können. Wie gehabt soll der Jahresabschluss für 2025 per Ende Juni vorgelegt werden.
Das Ganze bedeutet natürlich noch nicht, dass sich für Gerresheimer nun sämtliche Probleme erledigt hätten. Abgewendet wird lediglich ein Szenario, in dem durch die Aufkündigung von laufenden Verträgen das Unternehmen über Gebühr belastet und schlimmstenfalls in die Insolvenz getrieben würde. Es bleibt aber noch abzuwarten, was die laufenden Prüfungen ergeben mögen und welche Auswirkungen sich daraus dann noch ergeben können.
Für den Moment sind die Anleger erst einmal erleichtert. Die Gerresheimer-Aktie sprang gestern um rund 20 Prozent in die Höhe und scheint sich dort am Freitagmorgen halten zu können. 20,96 Euro standen auf dem Ticker, als sich dieser Artikel gerade in der Entstehung befand. Zumindest die Verluste seit Ende März konnten dadurch zunächst ausgeglichen werden.
Gerresheimer bleibt ein Wackelkandidat
Auch wenn für den Moment das Schlimmste verhindert werden konnte, so steht Gerresheimer sowohl gegenüber Kreditgebern als auch Anlegern weiterhin in der Bringschuld. Um sich auch dauerhaft rehabilitieren zu können, darf es bei der Zahlenvorlage keine weiteren Verzögerungen und im besten Fall auch keine allzu bösen Überraschungen geben. Da es diesbezüglich weiterhin große Fragezeichen gibt, gleichen Investments auch nach der gestrigen Erholung einer Wette.
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17.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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