SAP bleibt optimistisch, Heidelberg Materials erhält Support von Analysten, Vonovia in der Schuldenfalle und neue Fantasien bei Gerresheimer
Bei diesen Aktien scheiden sich aktuelle die Geister
Die Stimmung an der Börse ist zuletzt auf einen neuen Tiefpunkt gerutscht. Der Irankrieg und daraus resultierende Steigerungen bei Ölpreisen zwingen die Käufer auf breite Front in die Defensive. Das Resultat sind zum Teil neue Jahrstiefstände bei den Einzeltiteln. Darin erkennt so mancher Beobachter aber auch ein mögliches Schnäppchen.
Im Falle von SAP (DE0007164600) kommen zur allgemein schlechten Stimmung noch KI-Ängste der Börsianer dazu. Immer mehr macht sich die Sorge breit, dass das Geschäftsmodell klassischer Softwareunternehmen in Zukunft obsolet werden könnte. SAP-Chef Christian Klein lässt sich dadurch allerdings nicht verunsichern und erkennt in der aktuellen Marktlage sogar Chancen. Gegenüber „Bloomberg“ sprach er darüber, dass es im Bereich der Verteidigung große Chancen gebe und diese Sparte mittlerweile das größte Wachstum im Konzern biete.
Darüber hinaus will SAP mit einer Umstellung des Geschäftsmodells künftig mehr mit seinen eigenen KI-Lösungen verdienen. Der Optimismus aus dem Management geht an der Börse allerdings noch immer vorbei. Die SAP-Aktie rutschte am Freitag um 3,9 Prozent auf 153,82 Euro ab und erreicht dort auf Schlusskursbasis den tiefsten Stand seit zwei Jahren.
Heidelberg Materials: Überverkauft?
Bessere Chancen scheinen die Schnäppchenjäger bei Heidelberg Materials (DE0006047004) zu erkennen. Nachdem dort der Irankrieg die Kurse zunächst um etwa 15 Prozent in Richtung Süden prügelte, machte sich in der zurückliegenden Woche wieder Kauflaune bemerkbar. Am Freitag konnte der Kurs gegen den Markttrend um 3,2 Prozent zulegen, womit die Aktie zu den größten Gewinnern an den hiesigen Handelsplätzen zählte.
Unterstützung gibt es von den Analysten der Deutschen Bank, welche zwar das Kursziel von 245 auf 225 Euro senkten, an ihrer Kaufempfehlung angesichts der noch immer hohen Differenz zum letzten Schlusskurs aber weiter festhalten. Argumentiert wird damit, dass die Heidelberg Materials-Aktie aufgrund der befürchteten Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten schlicht überverkauft sein dürfte. Die direkten Konsequenzen für das Unternehmen dürften laut den Börsenprofis für Heidelberg Materials eher gering sein.
Vonovia fällt bei Anlegern durch
Bei Vonovia (DE000A1ML7J1) lief es auf fundamentaler Ebene zuletzt hervorragend. Der Konzern konnte die Mieteinnahmen im vergangenen Jahr erheblich steigern, was ihm einiges an Kritik von Mietervertetern einbringt. Es sorgte aber auch dafür, dass wieder Milliardengewinne geschrieben werden konnten. Zudem gibt das Unternehmen auch der Forderung vieler Anleger nach, endlich die Schulden zu reduzieren. Zu diesem Zweck werden auch Verkäufe von Assets nicht ausgeschlossen.
Allerdings gehen die Pläne vielen Anlegern nicht weit genug und angesichts der drohenden Energiekrise machen sich schon wieder Ängste um Zinssteigerungen in der nicht allzu weit entfernten Zukunft bemerkbar. Solche würden es für Vonovia noch teurer machen, den gigantischen Schuldenberg immer wieder aufs Neue zu refinanzieren. Den Optimismus aus dem Vorstand könnten die Anteilseigner nicht teilen. Trotz Gewinnsprung und steigender Dividende ging es in dieser Woche um über elf Prozent abwärts und zeitweise wurde bei 21,30 Euro ein neues Jahrestief markiert.
Wird Gerresheimer erlöst?
Bedingt durch Bilanzprobleme ist Gerresheimer (DE000A0LD6E6) in ein tiefes Loch gefallen, aus dem so mancher Anleger kaum noch einen Ausweg erkannte. Wann es nun endlich Zahlen zu sehen geben mag, scheint immer noch in den Sternen zu stehen. Insidern zufolge könnte nun aber der US-Konzern Silgan an einer Übernahme interessiert sein. Angeblich soll momentan an einem Angebot gearbeitet werden, welches sich auf 41 Euro je Anteilsschein beläuft. Letzte Sicherheit scheint es aber noch nicht zu geben und Gerresheimer selbst wollte das Ganze nicht kommentieren.
Trotzdem scheinen die leidgeplagten Anteilseigner sich auf die Wette einzulassen. Am Freitag wurde dem abgestürzten Titel mit Kursgewinnen von 17,1 Prozent neues Leben eingehaucht und der Kurs wanderte bis auf 20,90 Euro in die Höhe. Bleibt nur zu hoffen, dass es sich nicht um einen Fehlalarm handelt, denn in einem solchen Fall dürften die spontanen Zugewinne letztlich wieder kassiert werden.
Rätselraten
Niedrige Kurse haben schon an sich einen gewissen Reiz, da für Anleger die Renditen im Falle einer Erholung natürlich besonders hoch ausfallen. Kommen dann auch wenigstens ansatzweise Anzeichen dazu auf, dass eine Wende tatsächlich vorstellbar wäre, werden Schnäppchenjäger gerne aktiv. Allerdings gibt es für einen Turnaround nie irgendwelche Garantien und wer sich auf angeschlagene oder abgestürzte Aktien einzulassen gedenkt, sollte sich der oftmals nicht eben geringen Risiken sehr bewusst sein.
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22.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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