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GoPro schlägt Alarm, Xiaomi leidet schon länger, auch Nintendo wird von Speichersorgen geplagt und Sony ereilt ein ähnliches Schicksal

Nicht für jeden ist der Chip-Boom ein Segen

NTG24 - GoPro schlägt Alarm, Xiaomi leidet schon länger, auch Nintendo wird von Speichersorgen geplagt und Sony ereilt ein ähnliches Schicksal

 

Aktien wie Micron und Samsung gingen dank der enormen Nachfrage nach Speicherchips durch die Decke. Auch bei den Serverherstellern kam es kürzlich zu einer beispiellosen Rallye. Doch der KI-Boom und das Aufkaufen der Hyperscaler von Chips hat auch seine Schattenseiten. Manches andere Unternehmen wird durch die Entwicklung offenbar an den Rande der Existenz getrieben.

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Der Kamerahersteller GoPro (US38268T1034) sprach bereits vor einer Weile davon, dass die Speicherpreise sich zum Teil mehr als verdoppelt hätten. Die Situation hat sich seither nicht verbessert. Nun warnt man sogar davon, dass es Zweifel am Fortbestand des Unternehmens gebe, berichtet unter anderem „Investing.com“. Als Grund dafür werden klar die Speicherpreise benannt. Noch gebe es aber die Hoffnung darauf, mit zusätzlichen Finanzierungen oder Vereinbarungen mit Geldgebern die Insolvenz zu vermeiden.

 

 

 

Die Frage ist, wie lange sich GoPro mit solchen Maßnahmen über Wasser halten mag. Dass die Speicherpreise in absehbarer Zeit wieder nachgeben mögen, ist momentan nicht absehbar. Daher treten die Anleger die Flucht an. Mit dem Aktienkurs ging es am Montag um zwölf Prozent bis auf 1,10 US-Dollar abwärts. Die Abschläge seit Jahresbeginn summieren sich nun bereits auf knapp 25 Prozent.

 

Xiaomi leidet schwer

 

Der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi (KYG9830T1067) ist zwar ungleich größer als GoPro und kämpft derzeit auch nicht mit Existenznöten. Doch gerade im Smartphone-Geschäft steht man vor sehr ähnlichen Herausforderungen. Die hohen Speicherpreise lassen die Margen dahinschmelzen. Würde man jedoch versuchen, dies über die Preiserhöhungen an den Kunden weiterzureichen, könnte dies die Absatzzahlen einbrechen lassen. Letztere enttäuschten im Falle von Xiaomi im ersten Quartal bereits.

Besser läuft es bei E-Autos, wo Xiaomi seine Absatzziele weiterhin erfüllen zu können scheint. Allerdings steuerte die Sparte im ersten Quartal Verluste von umgerechnet 400 Millionen Euro zur Bilanz bei. Richtig trösten kann das die Börsianer nicht. Dementsprechend hängt die Aktie im Abwärtstrend. Am Dienstag ging es etwas höher mit 3,20 Euro in den Handel. Das sind aber noch immer rund 45 Prozent weniger als vor einem Jahr.

 

Wird es ungemütlich für Nintendo?

 

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Für Nintendo (JP3756600007) dürfte es sich momentan auszahlen, dass der Konzern bei seiner vor einem Jahr veröffentlichten Spielekonsole Switch 2 vergleichsweise konservativ mit Speicher plante. Teurer wird es allerdings dennoch und vor wenigen Wochen stellte man nun auch eine Preiserhöhung für September in Aussicht. Aktuell können die Absatzzahlen sich noch sehen lassen, auch aufgrund von Überraschungserfolgen wie „Pokémon Pokopia“ und „Tomodachi Life 2“. Doch an der Börse gibt es die Sorge, dass es sich ein Stück weit auch um Vorzieheffekte handeln mag.

Denn wer noch eine Switch 2 haben möchte, der wird nun vor der Preiserhöhung zuschlagen. Danach könnten die Absatzzahlen einen kleinen Knick erleben. Der Aktie versperrte dies ein wenig den Weg zurück in höhere Regionen. Trotz einer minimalen Erholung in den letzten Tagen standen am Dienstagnachmittag in Tokio lediglich 7.370 Yen auf der Anzeigetafel. Das sind gut 30 Prozent weniger als zu Jahresbeginn.

 

Hoffnung bei Sony

 

Bei Konkurrent Sony (JP3435000009) haben sich mehrere Preiserhöhungen für die PlayStation 5 bereits bemerkbar gemacht. Auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt sind die Absatzzahlen regelrecht eingebrochen und eine Besserung ist nicht in Sicht. Dennoch konnte die Aktie im Mai eine recht ansehnliche Erholung in die Wege leiten. Freundliche Quartalszahlen, Aktienrückkäufe und gute Aussichten in der Sparte Imaging & Sensors trösteten über schwache Entwicklungen bei der PlayStation hinweg.

Letztere nimmt allerdings noch immer viel Raum ein. Die Hoffnung liegt hier klar auf dem November, wenn mit „GTA 6“ der wohl größte Spielerelease seit Jahren ansteht. Das Spiel erscheint zwar nicht exklusiv für PlayStation, dürfte dort aber mit Abstand die meisten Kopien verkaufen. In der Branche erhofft man sich, dass auch die Hardware-Absatzzahlen durch den Mega-Blockbuster wieder etwas anziehen mögen. Das hält die Sony-Aktie zusammen mit guten Entwicklungen aus anderen Sparten zumindest etwas über Wasser. 3.645 Yen standen am Dienstag auf der Anzeigetafel; „nur“ zehn Prozent weniger als zu Jahresbeginn.

 

Auf dem Zahnfleisch

 

Die Hyperscaler zahlen für Speicher derzeit jeden Preis, ohne mit der Wimper zu zucken. Bei den Verbrauchern sieht das jedoch ganz anders aus. Dort wird auf Neuanschaffungen im Zweifel auch schon mal verzichtet, schon alleine, weil das Gehalt leider nicht im gleichen Tempo steigt. Dementsprechend haben an der Börse all jene Unternehmen zu kämpfen, die hauptsächlich mit gewöhnlichen Verbrauchern Geschäfte machen. Soll dies mit Geräten geschehen, die auf Speicherchips angewiesen sind, dürfte Wachstum derzeit nur schwer zu erzielen sein.

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02.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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