
Trotz Rückgängen bei den Umsätzen scheint Hugo Boss mit Zahlen für Erleichterung zu sorgen
Die Prognose bleibt bei Hugo Boss unangetastet
Die Modebranche hat bereits seit einer Weile mit einer mauen Konsumstimmung zu kämpfen. Dazu gesellten sich in den letzten Wochen dann auch noch Zollsorgen, aufgrund des von Donald Trump losgetretenen Handelskriegs in bisher ungekanntem Ausmaß. Die Erwartungen an Hugo Boss vor der Zahlenvorlage hielten sich eher in Grenzen und so konnte das Unternehmen nun zumindest für etwas bessere Laune sorgen.
Fundamental gab es im ersten Quartal zur wenig zu feiern. Die Zahlen zeigen bei den Umsätzen einen Rückgang um zwei Prozent auf 999 Millionen Euro. Besonders in China laufen die Geschäfte weiterhin schlecht, sodass in der dazugehörigen Region Asien/Pazifik der Umsatz um acht Prozent eingebrochen ist. Beim operativen Ergebnis meldete Hugo Boss (DE000A1PHFF7) für das zurückliegende Quartal 61 Millionen Euro und damit rund zwölf Prozent weniger als noch ein Jahr zuvor.
Das Unternehmen selbst blickt dennoch optimistisch auf die Ergebnisse. Zwar seien die Verbraucher weltweit noch immer verunsichert und vorsichtig bei ihren Ausgaben. Dennoch habe Hugo Boss sich beim Umsatz im ersten Quartal „nahezu behauptet“, ließ CEO Daniel Grieder wissen. Auch der Blick nach vorn bleibt einigermaßen zuversichtlich und Hugo Boss blickt der Entwicklung rund um US-Zölle relativ entspannt entgegen.
Hugo Boss: Halb so schlimm?
Zwar sind die USA ein wichtiger Markt für Hugo Boss und sämtliche Artikel werden wohl dorthin importiert. Letztlich sind es aber „nur“ 15 Prozent des Konzernumsatzes, die aus den Vereinigten Staaten stammen und zudem kommen laut dem Unternehmen die meisten Importe aus Europa, nicht aus China. Aktuelle sowie etwaige neue Zölle scheinen das Unternehmen daher tendenziell weniger hart zu treffen als manchen Konkurrenten.
Auch deshalb hält Hugo Boss an der Prognose für das Gesamtjahr fest, welche eine weitgehend stabile Entwicklung bei den Umsätzen in Aussicht stellt, währen das Ebit von 361 Millionen Euro aus dem Vorjahr auf 380 bis 440 Millionen Euro ansteigen soll. Das erfreut unter anderem die Analysten von RBC. Dort wird auch darauf verwiesen, dass die Umsätze im März im Vergleich zu Januar und Februar merklich zugelegt hätten, was die Experten unter dem Strich wieder etwas freundlicher stimmt.
Die Anleger scheinen damit konform zu gehen und die Hugo Boss-Aktie freute sich am Dienstag über ansehnliche Kursaufschläge. Bis auf 38,55 Euro konnte der Titel sich steigern und damit einen Tagesgewinn von 5,9 Prozent einfahren. Die Aufschläge in der vor rund vier Wochen gestarteten Erholung summieren sich nun schon auf etwas mehr als 20 Prozent. Hugo Boss konnte zwar nicht die ganz große Wende vorweisen. Letztlich scheint es bei dem Modeunternehmen aber weniger schlimm als befürchtet zu laufen.
Die Lage bleibt heikel
Für den Moment wirken die Zahlen von Hugo Boss beruhigend, doch ausruhen können sich darauf weder Unternehmen, noch die Anleger. Zölle spielten im ersten Quartal letztlich noch keine nennenswerte Rolle. Die Auswirkungen davon werden sich also erst bei den kommenden Ergebnissen zeigen. Selbst wenn Hugo Boss davon tatsächlich weniger betroffen sein sollte als andere, so könnten schon indirekte Auswirkungen reichen, um bisherige Erwartungen auf den Prüfstand zu stellen.
Das gilt insbesondere mit Blick auf die Konsumlaune, welche angesichts tendenziell steigender Preise in den USA kaum neue Höhen erklimmen dürfte. Hoffnungen macht eine Annäherung zwischen Europa und China, was die Geschäfte in Fernost wieder etwas ankurbeln könnte. Allerdings wird sich dies im laufenden Quartal kaum bemerkbar machen können. Der Blick nach vorn bleibt ungewiss und es ist schon bezeichnend, dass die Märkte kaum mehr als das Ausbleiben einer Katastrophe feiern. Wachstumssignale sind das eher nicht.
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07.05.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler
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