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Deutsche Immobilienaktien in solidem Aufwärtstrend

Anhebung der Berliner Mietpreis-Obergrenzen

 

Nun also doch! Monatelang ist die Berliner rot-rot-grüne Regierungskoalition Sturm gegen die Pläne der Berliner Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher (Partei der Linken) gelaufen. Sie wollte zur Schaffung „bezahlbaren“ Wohnraums in Berlin die Mieten dort ab Januar 2020 für 5 Jahre einfrieren. Damit nicht genug, sondern darüber hinaus auch noch Mietpreisobergrenzen für Geringverdiener einführen, deren Mietbelastung mehr als 30 % ihres Netto-Haushaltseinkommens beträgt. Dieses kaum marktgerechte Politikum eines staatlich gesteuerten Eingriffs in die freie Immobilienwirtschaft stellte die aktuelle Regierungskoalition in Berlin aus SPD, Grünen und Linken immer mehr vor eine zunehmend zugespitzte Zerreißprobe. Nun wurde heute der lang ersehnte Kompromiss gefunden.

In dieser heute herbeigeführten Einigung der Regierungskoalition mit dem Berliner Senat um eine Abschwächung des Lompscher – Entwurfs wird zwar am Inkrafttreten des Mietpreisstopps ab 11.1.2020 nun definitiv festgehalten. Wichtiger für die in Berlin besonders engagierten Immobilienkonzerne ist jedoch, dass in Berlin nach der heutigen Übereinkunft die Mietobergrenze für geringer Verdienende von zunächst geplanten 8,00 EUR / qm nun auf 9,80 EUR / qm angehoben wurde. Zusätzlich wurde der sehr rigide Mietdrosselungs-Entwurf des Berliner Senats dahingehend abgeschwächt, dass diese Mietpreisobergrenze nicht starr sein soll, sondern auf Basis einer Inflations- oder Lohnsteigerungs-Indexierung durchaus auch „atmen“ kann.

 

Bedeutung der Mietpreislockerung für deutsche Immobilien-Aktien

 

Die Anhebung der Mietpreis-Obergrenzen für gering Verdienende ist gerade in Berlin für die dort führend aktiven deutschen Immobilien-Gesellschaften schon von Belang, berücksichtigt man, dass in Berlin der Anteil einkommensschwacher Arbeitnehmer (Brutto-Gehalt unter 2000 EUR / Monat) in 2018 bei rd. 25 % lag, im Bundesdurchschnitt dagegen nur bei rd. 18 %.

Insofern ist es wenig verwunderlich, dass die in Berlin relativ am stärksten engagierten Wohnungsbaugesellschaften, nämlich ADO PROPERTIES (LU1250154413) als reiner Berliner Anbieter sowie DEUTSCHE WOHNEN (DE000A0HN5C6) mit 70 % ihres Immobilienbestandes in Berlin heute die stärksten Kurssprünge von + 8 % bzw. + 11 % aufweisen. Auch die Aktien der jeweils mit rund 10 % ihres Bestandes in Berlin aktiven Immobilienkonzerne VONOVIA (DE000A1ML7J1) und GRAND CITY PROPERTIES (LU0775917882) verzeichnen heute ein sattes Kursplus von jeweils rd. 6 %.

 

 

Alleine die Aktie von ADO Properties, deren 100 %-iger Wohnungsbesitz in Berlin natürlich weiter besonders von der Mietpreisdeckelung belastet wird, ist selbst nach dem heutigen Tag noch ein gutes Stück davon entfernt, wieder in den zurückliegenden Aktien-Aufwärtstrend einzuschwenken. Vom Wiedereinstieg in diese Aktie raten wir daher auch weiterhin ab. Hingegen dreht die Aktie der nächst Berlin-lastigen Deutsche Wohnen heute exakt an einem sehr interessanten, langfristigen Unterstützungsniveau. In diese Aktie, die bei einem moderaten Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,8 im Analystendurchschnitt aktuell mit einem fairen 12 Monats- Kursziel von rd. 40 EUR (+ 25 %) taxiert wird, sollten risikobereite Anleger nun durchaus wieder einsteigen. Ähnliches gilt für Grand City Properties, die aktuell jedoch ein etwas höheres Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,9 aufweist, und der daher nach dem Marktkonsens momentan auch nur ein fairer Kurs von rd. 24 EUR (+ 14 %) beigemessen wird.

 

 

Erste Wahl für Anleger jeder Risikoeinstellung bleibt nach dem heutigen Tag jedoch auch weiterhin die MUSTERDEPOT KONSERVATIV – Aktie von Vonovia. Der Konzern weist mit rund 400.000 Wohnungen in ganz Deutschland und Österreich auch weiter eines der diversifizierten und damit ertragsstabilsten Portfolios aller führenden deutschen Immobilienkonzerne auf. Der Kurs-Buchwert-Aufschlag auf 1,1 spiegelt diesen Qualitätsvorsprung daher auch nur zu Recht wider. Die mit einem 12 Monats- Kursziel von rd. 53 EUR (+ 16 %) ausgestattete Aktie bleibt daher weiter ein klarer Kauf. 

 

30.08.2019 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 









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