Öl-Aktien sind ein natürlich Hedge
Nur der Scheich ist wirklich reich - und alle, die im letzten Jahr Öl-Aktien gekauft haben
Wer im vergangenen Jahr Öl-Aktien gekauft hat, steht jetzt blendend da. Von den steigenden Dividenden kann man sich sogar die hohen Benzinpreise spielend leisten. Quasi ein natürlicher Hedge, den jeder Privatanleger umsetzen kann.
In Bezug auf den aktuellen Iran-Schock hat sich der Markt bereits seine Meinung gebildet. Aus einer erwarteten Reihe von Zinssenkungen im Jahr 2026 um 50 bis 75 Basispunkte ist über Nacht die Erwartung geworden, dass die Federal Reserve und die anderen grossen Notenbanken mit Zinserhöhungen in diesem Jahr auf den wirtschaftlichen Schock, der aus dem Iran-Krieg resultiert, reagieren werden. Das Szenario, das nun von Frankfurt über London bis New York gespielt wird, heisst Stagflation. Ein Umfeld, das für Notenbanken das Schlechteste aus beiden Welten bietet: Steigende Inflation und sinkendes Wirtschaftswachstum. Zugegeben:
Das Wachstum ist in diesem Jahr schwächer als erwartet. Und damit meine ich nicht nur das amerikanische Wirtschaftswachstum, das sich mit den hohen Vorgaben aus dem vergangenen Jahr messen muss und bereits beim Arbeitsmarkt durchblicken lässt, dass eine deutliche Abschwächung im Gang ist, sondern auch mit Blick auf die Euro-Zone, Grossbritannien und auch die Schweiz. Der Sprung bei den Energiepreisen verschärft die Lage, da höhere Kosten für Energie sofort in allen Bereichen der Realwirtschaft zu wirken beginnt. Benzin, Diesel, Gas und Öl sind Spot-Märkte. Gehandelt wird nicht der Preis der Vergangenheit oder die Entstehungskosten, sondern immer aktuell der Preis, den man in Zukunft voraussichtlich zahlen wird. Da die neue Option von Präsident Trump, amerikanische Truppen in den Iran zu schicken, die Sperrung der Strasse von Hormus im Zweifel noch verlängern wird, beginnen auch die abrupt gestiegenen Energiepreise sich in die Realwirtschaft in Europa vorzuarbeiten. Unabhängig davon, wie viel Energie aktuell noch verfügbar ist, denn wenn die Strasse von Hormus ab absehbare Zeit nicht wieder geöffnet wird, fehlt der Weltwirtschaft voraussichtlich 15 % bis 20 % des globalen Angebotes. Wer Energie einkauft, kauft daher jetzt auf Vorrat, denn die Preise werden in einem solchen Szenario im Zweifel nur noch steigen.
Iran-Schock: Erhöhen die Notenbanken die Zinsen?
Haben die Amerikaner die Bedeutung der Strasse von Hormus vergessen oder das Risiko einer Sperrung ignoriert? In die Vorbereitungen und Szenarioplanungen der USA haben wir selbstverständlich keinen Einblick, aber allein die minutiöse Planung der bisherigen Angriffe auf den Iran schliessen es kategorisch aus, dass eine potenzielle Sperrung der Strasse von Hormus nicht im Vorfeld bedacht worden ist. Das Weisse Haus hat auch bereits signalisiert, dass man die wartenden Tanker mit Geleitschutz in der Meerenge schützen wird und hat zudem Versicherungen für die Tankertransporte angekündigt, da die Preise der privaten Versicherungen durch die Decke gegangen sind. Das haben die Amerikaner auch schon einmal in der Vergangenheit beim sogenannten Tankerkrieg vom Sommer 1987 bis Herbst 1988 in der Operation Earnest Will umgesetzt.
Die Notenbanken werden den Teufel tun und die Zinsen anheben. Das ist eine völlig abwegige Spekulation einiger Börsianer und der Mainstream-Presse. Sie werden das genaue Gegenteil tun. Hält die Situation an, weil das Weisse Haus die Lage in der Strasse von Hormus nicht in den Griff bekommt, dann werden die grossen Notenbanken die Zinsen senken und ausstehende Staatsanleihen mit langen Laufzeiten kaufen, um die Zinsstrukturkurve zu drücken. Zum Thema Inflation wird man argumentieren, dass diese aus einem externen Schock resultiert und daher mit Zinserhöhungen nicht beizukommen sei, was richtig ist.
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10.03.2026 - Mikey Fritz

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