Die Zahlen von JPMorgan liegen über den Erwartungen, dennoch bekommt die Aktie es mit Verkaufsdruck zu tun
Die Politik von Donald Trump steht der nächsten Rallye bei JPMorgan im Weg
Bereits am Dienstag läutete JPMorgan mit Zahlen zum vergangenen Quartal die neue Berichtssaison ein und als eines der ersten großen US-Unternehmen lieferte man damit auch einen Blick auf das Gesamtjahr 2025. Die Rekorde aus 2024 konnten zwar nicht übertroffen werden. Dennoch lieferte die US-Bank ab und übertraf die Erwartungen der Analysten letztlich.
Im vierten Quartal konnte JPMorgan (US46625H1005) den Quartalsgewinn bei 13 Milliarden US-Dollar halten. Insgesamt konnten 2025 damit 57 Milliarden Dollar verdient werden, was 2,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor ist. Beschweren können die Anleger sich darüber aber kaum und auf lange Sicht bleibt der Aufwärtstrend aktiv. Gerade im zweiten Halbjahr ging es mit den Gewinnen aufwärts, was in der Branche eher ungewöhnlich ist.
Die Aktie konnte von den guten Zahlen allerdings nur kurzzeitig profitieren. Kleinere Kursgewinne wurden am Mittwoch erstaunlich schnell wieder kassiert und mit einem Schlusskurs von 307,87 Dollar blieb es bei einem Verlust von knapp sechs Prozent auf 5-Tages-Sicht. Die Bullen halten dich bedeckt und die weiteren Aussichten scheinen eher trüb auszufallen. Eine große Rolle spielt dabei US-Präsident Donald Trump. Dessen Politik sorgt bei JPMorgan aus gleich mehreren Gründen für schlechte Laune.
JPMorgan spricht für eine unabhängige Fed
Zum einen wäre da Trumps Idee, die Zinsen für Kreditkarten für ein Jahr auf zehn Prozent zu begrenzen. Das würde potenziell alle Banken in den USA treffen, die sich auf ein deutlich schwächeres Kreditkartengeschäft einstellen müssen. Bei JPMorgan kommt das Ganze aber nur kurz nachdem man das Kartengeschäft von Goldman Sachs und damit auch die vielbeachtete Kreditkarte mit Apple-Logo übernommen hat. Damit wollte die US-Bank eigentlich ihre Stellung im Kreditkartengeschäft stärke und ausbauen. Sollte Trump seine Pläne jedoch in die Tat umsetzen, käme dies zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
Analysten sehen eine höhere Risikovorsorge bereits als Anzeichen dafür, dass JPMorgan sich hier auf Gegenwind einstellt. Hingegen läuft es beim Geschäft mit Aktien und Anleihen deutlich besser. Mehr Menschen denn je interessieren sich für Investments an der Börse, was neben dem KI-Hype als ein wesentlicher Faktor für die langjährige globale Börsenrallye inmitten einer konjunkturellen Krise gilt. Um diesen Trend aufzuhalten, brächte es wohl ein größeres, disruptives Ereignis. Genau daran könnte die Trump-Administration momentan vielleicht basteln.
In einer Telefonkonferenz mit Journalisten kam JPMorgan-Chef Jamie Dimon nicht umhin, sich zu den jüngsten Ereignissen bei der US-Notenbank Fed zu äußern. Dabei stärkte der Chef von Amerikas größter Bank Fed-Chef Jerome Powell den Rücken. Juristische Angriffe auf diesen würden das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Zentralbank schwächen, und das könnte letztlich die Börse sowie die Wirtschaft heftig unter Druck setzen. Dimon geht sogar davon aus, dass nachhaltige Schäden am Vertrauen letztlich die Inflationserwartungen ankurbeln und damit im Laufe der Zeit auch Zinsen steigen lassen dürfte.
Unsichere Zeiten
Es gibt genügend Beispiele dafür, wie eine florierende Wirtschaft den Bach heruntergehen kann, wenn eine Regierung der eigenen Zentralbank Vorgaben macht und damit (zu) hohe Staatsausgaben zu kaschieren versucht. Noch gibt es die Hoffnung, dass in den USA die Institutionen einigermaßen funktionieren und die Unabhängigkeit der Fed erhalten bleibt. Die wiederholten Angriffe der Regierung auf das Institut nagen jedoch merklich am Vertrauen.
JPMorgan blickt auf zwei sehr erfolgreiche Jahre und Milliardengewinne zurück. Das ist erfreulich, doch der Blick nach vorn scheint von mehr und mehr Risiken geprägt zu sein. Besonders Unsicherheit bleibt Gift für die Börsen und die Regierung unter Donald Trump arbeitet eher nicht daran, für mehr Ruhe zu sorgen. Grund zur Panik gibt es momentan zwar noch nicht. Doch die Worte von JPMorgan-Chef Dimon sowie so ziemlich aller ehemaligen Fed-Chefs sollten den Marktakteuren vielleicht zu denken geben.
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15.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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