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BionTech, Pfizer, Bayer, Moderna, Lonza, TUI im Spotlight

Corona Effekte: Exponentielles Wachstum und Rettungspakete

 

Aber es gibt gleichzeitig auch neue Hoffnung im Kampf gegen das Virus. Denn die Mainzer BioNTech (US09075V1026) wird aller Voraussicht nach in diesem Jahr deutlich mehr BionTech-19-Impfstoff gegen das Coronavirus herstellen als bisher geplant. Wie BioNTech am Montag bei einer Präsentation für Investoren mitteilte, kalkuliert man nunmehr mit einer Produktionskapazität von rund 2 Mrd. Impfdosen. Bislang hatten BioNTech und sein US-Partner Pfizer (US7170811035) kommuniziert, bis zu 1,3 Milliarden Dosen bis Ende des Jahres herzustellen.

Möglich machen sollen diese deutliche Steigerung eine ,,kontinuierliche Verbesserung der Prozesse" sowie eine Erweiterung der aktuellen Produktionskapazitäten. Das Unternehmen geht dabei davon aus, zusätzliche Lieferanten und Vertragshersteller zu gewinnen. BioNTech teilte außerdem mit, die neue Prognose basiere auf der Kalkulation, aus einem Impfampulle 6 anstatt wie bisher 5 Impfdosen zu entnehmen. Dies hatte die Europäische Arzneimittelbehörde EMA in der vergangenen Woche genehmigt.

Erinnerswert: Biontech war das erste Unternehmen, das als erstes ein mRNA-basiertes Humantherapeutikum zur intravenösen Verabreichung entwickelte, die individualisierte mRNA-basierte Krebsimmuntherapie in klinische Studien brachte und einen eigenen Herstellungsprozess für einen solchen Produktkandidaten etablierte.

Und auch bei Moderna (US60770K1079) geht es weiter stürmisch voran: Der Schweizer Pharmahersteller Lonza (CH0013841017) teilte am Montag mit, bis zum Monatsende mit der Herstellung der Zusatzstoffe für den Corona-Impfstoff von Moderna zu beginnen. Im Dezember hatte Lonza die Ausschreibung für den bereits zugelassenen mRNA-Impfstoff von Moderna gewonnen. Moderna will in diesem Jahr 600 Mio. Impfdosen herstellen, von denen die Produktion Lonzas rund zwei Drittel ausmacht.

Neuigkeiten ganz anderer Art gab es bei Bayer (DE000BAY0017). Die Leverkusener teilten mit, dass Sarena Lin zum 1. Februar 2021 in den Vorstand der Bayer AG berufen wird. Die gebürtige Taiwanesin soll als ,,Chief Transformation and Talent Officer" die Bereiche Personal, Strategie sowie Business Consulting verantworten und die beschleunigte Transformation des Konzerns vorantreiben. Zudem übernimmt sie die Funktion der Arbeitsdirektorin.

Bessere Nachrichten kann man auch für die Aktie von TUI (DE000TUAG000) nur hoffen. Denn wie heute bekannt wurde, will die Finanzaufsicht Bafin die Börsenbewegungen der TUI-Aktien in der Zeit vor der Entscheidung über ein weiteres Hilfspaket Anfang Dezember genauer untersuchen.

Der Haushaltsexperte der Grünen-Fraktion im niedersächsischen Landtag, Stefan Wenzel, hatte sich zuvor schriftlich an die Bonner Behörde gewandt. Er sieht Klärungsbedarf bei der Frage, warum es in der zweiten November-Hälfte zu einem starken Anstieg des Handelswerts der TUI-Aktien gekommen war. Am 02.12.2020 hatte TUI mitgeteilt, dass der Weg für das inzwischen dritte, in großen Teilen staatlich finanzierte ,,Stabilisierungspaket" frei sei. Der Bund wäre danach Großaktionär bei den Hannoveranern.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe"Wie bei Übernahmen Standard, sehen wir uns natürlich auch die Kurs- und Umsatzentwicklung der Tui-Aktie routinemäßig an", hieß es dazu am Montag von der Bafin. Der Vorgang ist insofern nichts Ungewöhnliches - Wenzel vermutet aber, dass hinter den Kursänderungen möglicherweise auch verdächtige Geschäfte stecken könnten. Er bat deshalb "um Prüfung, ob dabei gegebenenfalls Informationen zu bereits laufenden Gesprächen oder Verhandlungen über ein drittes Paket zur Stützung der Tui AG (...) von Bedeutung waren".

Die TUI-Aktionäre hatten in der vergangenen Woche mit großer Mehrheit der erweiterten Rettungsmaßnahme zugestimmt. Über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) kann sich der Staat unter anderem nun unter bestimmten Bedingungen mit bis zu 25 % an TUI beteiligen. Bisher gibt es rund 4,8 Mrd. Euro an staatlichen sowie privaten Hilfen sowie eine Kapitalerhöhung.

 

11.01.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 









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