Bei Bayer kehrt die Hoffnung zurück, Novo Nordisk kämpft mit noch mehr Konkurrenz, Eli Lilly dreht an der Preisschraube und BioNTech meldet Studienerfolg
Pharma-Aktien geizen weiterhin nicht mit Chancen
Die ansonsten stets vielbeachteten Pharma-Aktien standen in diesem Jahr ein wenig im Schatten von KI und Rüstung, doch langweilig wurde es im Segment dennoch nur selten. Zum Jahresende scheinen sich noch einmal einige besonders interessante Entwicklungen zu ergeben, welche sowohl Gewinner als auch Verlierer kennen. Wie immer wird aber vor allem viel spekuliert.
Bayer (DE000BAY0017) hat sich in den letzten Monaten mehr und mehr den Status eines heißen Comeback-Kandidaten erarbeitet. Schon im Frühjahr holte die Aktie zu einer dezenten Erholung an und ging dann in einen längeren Seitwärtstrend über. Positive Studiendaten des Hoffnungsträger Asundexian sorgte im November für neuen Schwung. In dieser Woche kam dann auch noch hinzu, dass die US-Generalstaatsanwaltschaft den Plan unterstützt, das Glyphosat-Thema vor den Supreme Court zu bringen.
Damit erhält eine Fantasie neues Futter, bei der Bayer tausenden Klagen rund um den Unkrautvernichtet die Grundlage entziehen könnte. Die Aktie reagierte darauf mit einem Plus von rund zehn Prozent in der abgelaufenen Woche. Der Kurs kletterte bis Freitag auf 33,40 Euro und blickt dort auf ein Plus von gut 70 Prozent seit Jahresbeginn. Ob das Thema beim Supreme Court landet und wie dort eine Entscheidung ausfallen mag, bleibt freilich offen. Doch immerhin sind gute Neuigkeiten in nicht allzu ferner Zukunft nun vorstellbar.
Novo Nordisk gerät noch mehr unter Druck
Beim dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk (DK0062498333) kann davon aktuell kaum noch die Rede sein. Der Hersteller von Ozempic und Wegovy kämpft schon seit einer ganzen Weile mit starker Konkurrenz in den USA. In Zukunft könnte es noch unangenehmer werden. Denn wie „Wallstreet Online“ berichtet, hat ein Gericht in Indien dem Generikahersteller Dr. Reddy’s Laboratories die Produktion und den Export von Semaglutid-Generika erlaubt, und das schon vor dem Auslaufen des Patents im kommenden Jahr.
Das Unternehmen will entsprechende Medikamente in mehr als 80 Märkten vertreiben, was den Konkurrenzdruck bei Novo Nordisk entsprechend erhöhen dürfte. Das bereitet den Anteilseignern wenig Freude. Die ohnehin angeschlagene Novo Nordisk-Aktie musste in dieser Woche weitere Verluste hinnehmen. Daran konnte eine minimale Erholung am Freitag nichts ändern. Ins Wochenende ging es mit müden 41,34 Euro. Das ist etwas weniger als die Hälfte der Kurse aus dem Januar.
Wird Eli Lilly zu billig?
Zu großen Teilen verantwortlich für den Abwärtstrend von Novo Nordisk ist der US-Konkurrent Eli Lilly (US5324571083), der mit eigenen Abnehmmittelchen den US-Markt im Sturm erobern konnte. Die Absatzzahlen stimmen noch immer. Allerdings dreht man immer mehr an der Preisschraube und gewährte kürzlich beim eigenen Direktvertrieb Rabatte über sämtliche Varianten von Zepbound hinweg. Das dürfte die Nachfrage stimulieren, sorgt an der Börse aber auch für immer größere Bedenken.
Anleger fragen sich vor allem, ob durch mögliche Umsatzsteigerungen die sinkenden Margen kompensiert werden können. In den letzten Tagen kamen dabei offensichtlich einige Anleger zu einem negativen Urteil. Der Aktienkurs ging um etwa sechs Prozent zurück und die magische 1.000-Dollar-Linie konnte nur knapp ins Wochenende gerettet werden. Zu Handelsschluss am Freitag reichte es noch für 1.010,31 US-Dollar. Immerhin sind das aber noch 30 Prozent mehr als zu Jahresbeginn.
BioNTech meldet Erfolg
Bei der Aktie von BioNTech (US09075V1026) hatten die Aktionäre im laufenden Jahr weniger Glück. Umsätze mit Corona-Impfstoffen können nicht einmal mehr die laufenden Kosten decken und von Erfolgen mit Krebsmedikamenten in der Zukunft lässt sich nur träumen. Mit dem Kurs ging es im laufenden Jahr um etwa 15 Prozent abwärts und kürzlich wurde auch die 100-Dollar-Marke wieder verpasst.
Am Wochenende meldete BioNTech jedoch erfreuliche Neuigkeiten aus einer laufenden Studie um den Modulatorkandidaten Gotistobart. Bei einer bestimmten Form von Lungenkrebs konnte ein um mehr als die Hälfte verringertes Sterberisiko bei über der Hälfte der Patienten im Vergleich zu einer gewöhnlichen Chemotherapie beobachtet werden. Laut BioNTech habe das Medikament das Potenzial, zu einer echten Alternative zur klassischen Chemotherapie zu werden. Bis dahin wird allerdings auch im besten Fall noch viel Zeit vergehen. Die BioNTech-Aktie konnte auf die Meldung bislang nicht reagieren.
Traumhaft
Es hat gute Gründe, dass der Pharmasektor an der Börse viele Freunde hat und die Kurse ständig in Bewegung sind. Denn im Falle eines Durchbruchs sind nicht selten massive Umsatzsprünge die Folge, was freilich auch den Aktienkurs antreiben kann. Allerdings lässt sich auf solche Szenarien im Vorfeld immer nur spekulieren und selbst auf den letzten Metern kann es noch zum Misserfolg kommen. Die hübschen und oftmals durchaus berechtigten Träumereien im Segment gehen Hand in Hand mit nicht zu unterschätzenden Risiken.
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07.12.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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