Der Schokoladenhersteller Lindt rechnet mit negativen Effekten durch den Irankrieg, will aber dennoch weiterwachsen
Für den Goldhasen von Lindt müssen Verbraucher noch etwas tiefer in die Tasche greifen
Trotz schwacher Konsumstimmung, hoher Kakaopreise und weiterem Gegenwind konnte der Schokoladenhersteller Lindt im vergangenen Jahr abermals wachsen. Zwar gingen die Absätze um 6,6 Prozent zurück. Preiserhöhungen konnten den Umsatz dennoch um 12,4 Prozent anwachsen lassen. Seinen Marktanteil konnte der Konzern nach eigenen Angaben behaupten.
Aktuell droht jedoch schon wieder der nächste Gegenwind für Lindt (CH0010570767). Der Irankrieg hinterlässt seine Spuren und das Unternehmen hat seine erst im Januar veröffentlichte Prognose, welche noch ein organisches Umsatzwachstum von sechs bis acht Prozent in Aussicht stellte, schon wieder nach unten korrigiert. Wie die „FAZ“ berichtet, sprach der Konzern auf seiner Jahrespressekonferenz nur noch von vier bis sechs Prozent beim organischen Umsatzplus im laufenden Jahr.
Großen Einfluss darauf nimmt der Krieg im Nahen Osten. Zwar erwartet Lindt nicht, dass sich dadurch die Nachfrage nach dem Verkaufsschlager „Dubai Style“ abschwächt. Allerdings wird mit weniger Reisenden aus Asien gerechnet, die in den Fachgeschäften des Unternehmens einkaufen. Selbst nach einem möglichen Kriegsende werde es eine Weile dauern, bis die Menschen aus den betroffenen Regionen sich wieder zu Reisen hinreißen lassen.
Lindt erhöht erneut die Preise
Während die Prognose nachlässt, kündigte Lindt bereits die nächsten Preiserhöhungen an. Zum Ostergeschäft sollen die Preise noch einmal um einen zweistelligen Prozentsatz erhöht werden. Zwar haben die Kakaopreise mittlerweile deutlich nachgegeben und liegen mittlerweile auf dem Niveau von 2023. Lindt verweist jedoch auf langfristige Lieferverträge und suggeriert damit, dass aktuell noch immer Preise aus dem vergangenen Jahr gezahlt werden müssen. Sollte der niedrige Kakaopreis Bestand haben, so wären Reduzierungen erst im kommenden Jahr denkbar.
Im vergangenen Jahr hob Lindt die Preise bereits um 19 Prozent an; auf 4-Jahres-Sicht verteuerte sich die Schokolade der Schweizer um rund 40 Prozent. Das Verkaufsvolumen im laufenden Jahr soll sich wohl abermals rückläufig entwickeln, wenngleich Lindt mit einer gewissen Erholung im zweiten Halbjahr rechnet. Die operative Umsatzrendite soll dennoch um 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte steigern. Die bisherige Strategie wird also mehr oder minder fortgesetzt. Lindt verlässt sich auf seinen guten Ruf und die durchaus vorhandene Bereitschaft der Kunden, für hohe Qualität etwas tiefer in die Tasche zu greifen.
Die Anteilseigner indes zeigen sich ein wenig skeptisch und die Lindt-Aktie musste zuletzt eine durchaus spürbare Korrektur durchleben. 12.160 Euro standen am Mittwochmorgen an den hiesigen Märkten auf dem Ticker. Das sind rund elf Prozent weniger als vor einer Woche. Insbesondere der Irankrieg und Befürchtungen um eine weitere Inflationsspirale ließen die Börsianer bei der Lindt-Aktie eher den Rückzug antreten.
Lindt setzt auf weitere Innovationen
Gefährlich könnte es für Lindt werden, sollten Öl- und Energiepreise dauerhaft ansteigen. Denn dadurch würde sich für die Menschen so ziemlich alles verteuern. Bei der letzten Phase von Hochinflation zeigte sich bereits, dass Prioritäten in solchen Phasen auf Seiten der Verbraucher neu sortiert werden. Die Konsumlaune lässt nach und auf manches wird schlicht verzichtet. Allerdings sei erwähnt, dass es so weit nicht zwingend kommen muss. Bisher beschränken sich die Auswirkungen des Irankriegs für europäische Verbraucher vor allem auf die Zapfsäulen.
Punkten will Lindt derweil auch mit Produktneuheiten. Nachdem die Schokolade „Dubai Style“ sich laut Unternehmensangaben zur erfolgreichsten Produkteinführung der Unternehmensgeschichte entwickelt hat, soll die „City-Line“ erweitert werden. Neu hinzu kommt die Schokolade „Tokyo Style“, die eine Füllung mit Matcha und Erdbeernoten bietet. Der Autor dieser Zeilen wäre fast interessiert gewesen. Tokyo gefällt mir, Matcha leider nicht. Aber wahrscheinlich wäre der Griff zu Sakura im Frühjahr auch etwas zu klischeehaft gewesen. Wie andere Verbraucher reagieren mögen, das lässt sich nur abwarten.
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11.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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