Nach einem offenbar schwachen Geschäft zu Ostern scheinen bei Lindt nun Preissenkungen anzustehen
Lindt macht Schokolade wieder etwas günstiger
Zu den Ostertagen griffen die Schokoladenhersteller beherzt in die Taschen der Kunden und die Preise für Schokohasen erreichten neue Rekorde. Das traf nicht nur bei den Verbrauchern auf Unverständnis, haben die Kakaopreise in den letzten Monaten doch wieder deutlich nachgegeben. Auch die Einzelhändler monierten hohe Restbestände, da die teuren Schoko-Osterhasen wohl von vielen Kunden nicht angefasst wurden.
Beobachten ließ sich wohl, dass die Verbraucher entweder auf Osterhasen aus Schokolade verzichteten oder sich nach günstigen Alternativen umsahen. Anekdotisch kann meine Wenigkeit berichten, letztere Variante gewählt zu haben. Statt eines Osterhasen von Lindt (CH0010570767) mit 200 Gramm zu 8,99 Euro landete eine günstige No-Name-Variante zum Angebotspreis von 1,49 Euro im Einkaufswagen.
Seitens Edeka hieß es dazu, dass insbesondere die Produkte von Lindt „wie Blei in den Regalen“ gelegen hätten. Der Hersteller scheint darauf nun zu reagieren. Wie die „Lebensmittel Zeitung“ am Donnerstag berichtete, stehen wohl Preissenkungen an. Den Begin soll dabei Tafelschokolade machen. Zum Weihnachtsgeschäft sind wohl günstigere Nikoläuse angedacht.
Allzu deutlich will sich Lindt selbst zur Preisgestaltung nicht äußern. Das Unternehmen erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP lediglich, die eigene Markenstrategie nicht verändert zu haben. Zudem hieß es erneut, dass aufgrund langfristiger Kakaoeindeckung niedrige Preise erst mit Verzögerung weitergegeben werden können. Dies habe erst im kommenden Jahr Auswirkungen. Wie weit die Preise dann sinken könnten, wurde aber nicht weiter ausgeführt.
Lindt muss gegensteuern
Die Hersteller finden letztlich immer Argumente, im ihre Preisgestaltung zu verteidigen. Das ist längst nicht nur bei Lindt der Fall. Doch die Verbraucher sitzen stets am längeren Hebel. Gehen die Absätze zu stark zurück, so werden die Hersteller zu Preissenkungen gezwungen. Maue Verkaufszahlen sind schließlich auch für die Anleger keine erfreuliche Angelegenheit und es dürfte kein Zufall sein, dass die Lindt-Aktie seit Jahresbeginn bereits um rund 8 Prozent nachgegeben hat.
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20.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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