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Die Geigerin Carolin Widmann scheint bei der Lufthansa ein Umdenken bezüglich Gepäckregeln bewirkt zu haben

Instrumente dürfen bei der Lufthansa künftig mit in die Kabine

NTG24 - Die Geigerin Carolin Widmann scheint bei der Lufthansa ein Umdenken bezüglich Gepäckregeln bewirkt zu haben

 

Die Lufthansa hat recht strenge Vorgaben dazu, was in mit in die Kabine darf und was ins Aufgabegepäck muss. Das hat seine Gründe, ist aber für manchen Musiker eine Herausforderung. Denn sensible Instrumente können im Aufgabegepäck schon mal das Zeitliche segnen. Gerade Profis mit zuweilen historischen Instrumenten geben diese daher ungern aus der Hand, bissen bei der Lufthansa damit aber auch schon mal auf Granit.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinGenau das ist auch der prominenten Violinistin Carolin Widmann passiert. Auf Instagram, wo sie erst seit 2024 aktiv ist und nur eine überschaubare Anzahl an Followern vorweisen kann, berichtete sie über einen Vorfall am 25. November. Am Check-in-Schalter der Lufthansa (DE0008232125) auf dem Flughafen in Helsinki wollte man ihr partout nicht erlauben, ihre aus dem Jahr 1782 stammende Geige von G. B. Guadagnini mit in die Kabine zu nehmen. Kein Reden und kein Argumentieren habe geholfen, so Widmann.

 

 

 

Dabei half es auch nicht, dass sie für einen Teil des Flugs einen eigenen Sitzplatz für ihr Instrument gebucht hatte und noch dazu als Vielfliegerin den Senatoren-Status bei der Lufthansa innehat. Die Mitarbeiter des Konzerns beharrten auf den Regeln. Das Instrument wurde als Gepäck eingecheckt, die Musikerin behielt es während des Flugs auf dem Schoß und postete Bilder davon auf ihrem Instagram-Profil.

 

Die Lufthansa besser nach

 

Allzu hohe Wellen schlug das Thema zunächst nicht. Klassische Musik ist eine doch eher überschaubare Nische, die in den sozialen Medien gegen die üblichen Marktschreier kaum bestehen kann. Zwar schnappte das Fachmagazin „The Strad“ die Angelegenheit auf, wie das „Handelsblatt“ berichtet. Doch auch dort wird keine gigantische Reichweite erzielt. Es scheint aber, dass die Angelegenheit sich mit der Zeit doch weit genug verbreitete.

Kritik äußerte Widmann indes nicht nur über die Gepäckregeln an sich, sondern auch über den Umgang der Lufthansa mit Kunden. Vermisst hatte sie von den Angestellten Verständnis und Mitleid. Wäre sie CEO eines so großen Unternehmens wie der Lufthansa, so würde sie von oben ausstrahlen, auf Regeln zu achten, dies allerdings „mit Herz und Verstand“. Nun kündigte die Lufthansa kürzlich an, die Gepäckregeln ab dem 1. März ändern zu wollen. Dann sollten auch Instrumentenkoffer in die Kabine dürfen, solange die Instrumentenkoffer keine gängigen Maße überschreiten.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDie Lufthansa spricht offiziell nicht davon, dass die Causa Widmann dafür der ausschlaggebende Grund gewesen wäre. Stattdessen lässt das Unternehmen wissen, die Anpassung aufgrund von verschiedenen Kundenfeedbacks getroffen zu haben. Widmann freute sich dennoch und teilte dies ebenfalls per Instagram. Dabei macht sie das Ganze nicht zu einer persönlichen Angelegenheit, sondern freut sich auch für die vielen anderen Musiker, die fortan bei der Lufthansa vielleicht ein etwas leichteres Leben haben. Andere Airlines erlauben das Mitführen von Instrumenten schon seit etlichen Jahren.

 

Immer ans Image denken

 

Für die Lufthansa als Konzern mag die Angelegenheit nebensächlich wirken. Doch das Image ist keine unwichtige Angelegenheit für die Airline. Mit der nun erfolgten Anpassung kann recht schmerzfrei dafür gesorgt werden, nicht den nächsten Shitstorm heraufziehen zu lassen. Denn dass ein solcher auch aus einer zunächst überschaubaren Reichweite entstehen kann, dafür gibt es genügend Beispiele. Die Aktie wurde nicht weiter tangiert. Sie nimmt aber auch definitiv keinen Schaden.

Erfreut ist übrigens auch der Autor dieser Zeilen, der sich im vollen Bewusstsein über die Gepäckregeln der Lufthansa dazu entschied, seine Ukulele nicht mit auf eine Reise nach Tokio zu nehmen. Dabei handelt es sich zwar um kein historisches Stück und ich fliege auch nur Economy ohne Status. Dennoch ist es beruhigend zu wissen, dass das Instrument bei Lufthansa-Flügen in Zukunft nicht zuhause bleiben muss. Daher sei an dieser Stelle ein recht herzliches Danke an Carolin Widmann und die Lufthansa gestattet.

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27.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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