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Die Lufthansa zieht sich aufgrund drastisch gestiegener Kerosinpreise den Sparstrumpf an und lässt dabei kaum einen Stein auf dem anderen

Bei der Lufthansa muss der Gürtel enger geschnallt werden

NTG24 - Die Lufthansa zieht sich aufgrund drastisch gestiegener Kerosinpreise den Sparstrumpf an und lässt dabei kaum einen Stein auf dem anderen

 

Die Lufthansa muss sich aktuell noch mit Streiks herumschlagen, mit denen die Gewerkschaften mehr für Piloten sowie das Kabinen- und Bodenpersonal herausholen möchte. Das Unternehmen ließ jedoch immer wieder wissen, dass momentan schlicht nicht viel zu holen ist. Tatsächlich hat die Lage sich durch den Irankrieg und massive Steigerung der Kerosinpreise zuletzt noch einmal verschärft.

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Zwar hat die Lufthansa (DE0008232125) für derartige Fälle durchaus vorgesorgt. Dennoch rechnet der Konzern für das laufende Jahr mit einer Mehrbelastung in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Noch dazu besteht die Sorge, dass es Versorgungsengpässe geben könnte, sollte die Straße von Hormus für längere Zeit unpassierbar bleiben. Dass es dazu nicht kommt, darauf möchte man sich nicht blind verlassen.

Stattdessen kündigte Dieter Vranckx in seiner Rolle als Konzernvorstand für das kommerzielle Geschäft nun in einem offenen Brief an die Belegschaft harte Sparmaßnahmen an. Die ziehen sich durch den gesamten Konzern. Die Rede ist davon, dass neben großen Maßnahmen auch kleine Beiträge wichtig seien, um unter den aktuellen Umsätzen eine „angepasste Kostenbasis“ erreichen zu können. Angesetzt wird zwar nicht beim Gehalt, was angesichts der aktuellen Streiks wenig zielführend wäre. An anderer Stelle müssen die Mitarbeiter sich aber auf Einschnitte einstellen.

 

 

 

Neueinstellungen werden zur Chefsache

 

Zu den angekündigten Maßnahmen zählt ein vollständiger Stopp für das Einstellen externer Mitarbeiter in nichtoperativen Funktionen. Neue Stellen soll es überhaupt nicht geben. Offene Positionen dürfen nur nach einer Genehmigung durch den Vorstand nachbesetzt werden. Auch neue Verträge mit Managementberatungen werden untersagt, gleiches gilt für Verlängerungen. Ausnahmen kann es auch hier nur durch den Vorstand geben. Alle weiteren externen Ausgaben sollen bei der Lufthansa auf den Prüfstand kommen.

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Werbebanner EMH PM TradeGespart wird auch beim Reisebudget. Kurze Strecken sind nur noch dann erlaubt, wenn dafür keine Übernachtung in einem Hotel notwendig ist. Lange Strecken sollen nur geflogen werden, wenn dies aus gesetzlichen Gründen unbedingt erforderlich ist. Ansonsten sollen Meetings bevorzugt in virtueller Form stattfinden. Offsite-Veranstaltungen werden vollständig ausgesetzt und auch bei der Weiterbildung wird gespart. Sind letztere nicht „wesentlich“ sollen sie auf Eis gelegt werden.

Noch nicht umgesetzt, aber bereits ausgearbeitet wurden bei der Lufthansa auch Pläne für eine Ausdünnung des Flugangebots. Bei anhaltend hohen Kerosinpreisen könnten in einem ersten Schritt bis zu 20 Flugzeuge am Boden bleiben. Eine Ausweitung auf 40 Flugzeuge wurde ebenfalls durchgespielt. Das würde einer Reduzierung der Sitzplätze um etwa fünf Prozent entsprechen. Die Pläne sind bisher noch nicht in Kraft getreten, liegen aber bereits in der Schublade. Sollte es zur Umsetzung kommen, so sollen in erster Linie Flugzeuge am Boden bleiben, die ohnehin kurz vor ihrer Ausmusterung stehen.

 

Harte Zeiten

 

Etwas Hoffnung macht den Anlegern, dass die Waffenruhe im Nahen Osten bisher anhält und es zum ersten Mal seit Jahrzehnten direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon gibt. Die Hoffnung auf Frieden in der Region und eine sichere Durchfahrt von Tankern durch die Straße von Hormus ist also vorhanden. Die Lage bleibt jedoch angespannt und auf ihr Glück allein wollen die Anleger sich nicht verlassen.

Die Aktie der Lufthansa konnte sich in den letzten Tagen zwar etwas erholen und am Donnerstag mit einem Kurs von 7,84 Euro in den Handel gehen. Das ist aber noch immer deutlich weniger als die gut neun Euro, zu denen das Papier vor Kriegsbeginn im Iran gehandelt wurde. Auch die Kerosinpreise halten sich bisher auf hohem Niveau. Das zwingt die Lufthansa zum Sparen, und diesem Beispiel scheinen die Käufer an der Börse ein Stück weit zu folgen.

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16.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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