Mitten in der Krise interessieren sich Rüstungskonzerne für Standorte deutscher Autobauer, was auch Mercedes-Benz sehr gelegen kommen könnte
KNDS scheint sich für ein Werk von Mercedes-Benz zu interessieren
Um rund 20 Prozent purzelte die Aktie von Mercedes-Benz seit Jahresbeginn in die Tiefe und schnelle Besserung ist momentan nicht in Sicht. Die Absatzzahlen lassen zu wünschen übrig und die Margen sind auf den tiefsten Stand seit Jahren gefallen. Unter diesen Voraussetzungen ist der Konzern vor allem darum bemüht, Kosten einzusparen. Selbst Werksschließungen sind längst kein undenkbares Szenario mehr.
Gleichzeitig befindet die Rüstungsindustrie sich aber in einer starken Wachstumsphase und sucht händeringend nach neuen Standorten. Solche selbst aus dem Boden zu stampfen, würde viel Zeit in Anspruch nehmen. Eine Abkürzung würde sich ergeben, wenn Standorte der kriselnden Autobauer übernommen werden könnten. Genau dieses Szenario könnte bei Mercedes-Benz (DE0007100000) schon kurz bevorstehen.
Wie der „Spiegel“ berichtet, soll sich wohl der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS für das Werk von Mercedes-Benz in Ludwigsfelde interessierten. Dort arbeiten aktuell noch etwa 1.800 Beschäftigte. Die Kapazitäten werden aber seit Längerem nicht mehr ausgelastet. KNDS steht derweil laut Medienberichten kurz vor einem Auftrag für die Bundeswehr und hätte für die Beschäftigten mehr als genug zu tun. Ein Kauf des Werks erscheint also als eine klassische Win-win-Situation.
Erleichterung für Mercedes-Benz?
Für Mercedes-Benz wäre ein Verkauf eine willkommene Möglichkeit, um etwas Geld in die klammen Kassen zu spülen und gleichzeitig relativ schmerzfrei das Personal reduzieren zu können. In Ludwigsfelde gilt aktuell noch eine Beschäftigungsgarantie bis zum Jahr 2029. Die dort Angestellten könnten nach einer Umschulung aber auch von KNDS übernommen werden. Das wäre vermutlich auch für die Anleger das erfreulichste Szenario.
Noch ist allerdings nichts bestätigt. Weder Mercedes-Benz noch KNDS wollten die Berichte weiter kommentieren. Mit dem Verkauf von einem Werk alleine würde Mercedes-Benz auch noch nicht aus der Krise herauskommen. Es könnte aber ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem schlankeren Auftreten und wieder höheren Margen sein. Darüber hinaus spielt Mercedes-Benz in Sachen Rüstung durchaus auch selbst eine Rolle und bedient die Bundeswehr beispielsweise mi angepassten Fahrzeugen der G-Klasse.
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21.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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