Trotz einer offenbar starken Nachfrage nach neuen Modellen entwickelten sich die Absätze von Mercedes-Benz erneut rückläufig
Mercedes-Benz setzt große Hoffnungen auf die Zukunft
Der Autobauer Mercedes-Benz stellte am Donnerstag Verkaufszahlen zum ersten Quartal vor und war sichtlich bemüht darum, jene in einem möglichst guten Licht erscheinen zu lassen. Hier und dort gab es tatsächlich Wachstum zu sehen. Schwächen in wichtigen Absatzmärkten wie China konnten dadurch allerdings nicht kaschiert werden. Die große Wende lässt weiter auf sich warten.
Sehr erfreut zeigte Mercedes-Benz (DE0007100000) sich über die Absatzzahlen von Elektroautos. In Europa konnten davon 34 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum verkauft werden. Zu verdanken ist dies laut Unternehmensangaben einer starken Nachfrage nach dem neuen CLA. Laut Vertriebschef Mathias Geisen konnte das Modell in den ersten drei Monaten seiner Existenz häufiger verkauft werden als jedes bisherige Elektroauto von Mercedes. Trotz solcher Lichtblicke waren die Absatzzahlen unter dem Strich aber eine Enttäuschung.
Insgesamt konnte Mercedes-Benz 499.700 Fahrzeuge an die Frau oder den Mann bringen. Werden davon Vans abgezogen, bei denen die Absätze um rund drei Prozent nachgaben, bleiben etwa 420.000 verkaufte Einheiten. Das sind sechs Prozent weniger als im ersten Quartal 2025, das ebenfalls schon als Enttäuschung gezählt wurde. Die größten Probleme hat man nach wie vor auf dem chinesischen Markt, der in der Vergangenheit ein Wachstumsgarant war.
Mercedes-Benz leidet unter dem Preiskampf in China
Heute ist der chinesische Automarkt herausfordernder denn je. Über 100 Marken buhlen dort um die Gunst der Kunden, was jahrelang für einen beinharten Preiskampf sorgte. Obschon die chinesische Regierung Maßnahmen dagegen einleitete, bleiben die Preise auf niedrigem Niveau. Im Einsteigersegment gewinnt Mercedes-Benz keinen Blumentopf mehr. Immerhin blieb man nach eigener Darstellung aber Marktführer im Segment oberhalb von einer Million Yuan. Bei S-Klasse, Maybach und AMG gingen die Absätze um überschaubare drei Prozent zurück.
Der neue CLA konnte im Reich der Mitte jedoch nicht punkten. Insgesamt brachen die Verkäufe in China um schmerzhafte 27 Prozent ein. Mercedes-Benz muss damit den sechsten Monat in Folge einen Rückgang verzeichnen. Auch im „Rest der Welt“ ging es abwärts, und zwar um 14 Prozent. Darin könnten sich Auswirkungen des Irankriegs verbergen, was in den Zahlen allerdings nicht genau aufgeschlüsselt wird. Ein eher bescheidener Zuwachs in Europa wirkt nur wie ein schwacher Trost.
Trotz dieser Entwicklungen gibt sich Mercedes-Benz zuversichtlich für die Zukunft. An der groß angelegten Modelloffensive wird nicht gerüttelt. Bisher ist aber noch wenig erschienen. Der Konzern rechnet damit, dass sich dies erst ab 2027 deutlicher bemerkbar machen wird. Für das laufende Jahr wird mit einem Absatz auf Vorjahresniveau (1,8 Mio. Pkw) gerechnet. Bis zum Jahr 2028/29 sollen wieder zwei Millionen Autos pro Jahr verkauft werden. Das Management versprüht Zuversicht, kann die Anleger damit aber nicht anstecken. Die Mercedes-Benz-Aktie reagierte auf die mauen Absätze am Donnerstag mit Abschlägen von 2,1 Prozent.
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11.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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