Die Microsofts Gaming-Sparte tritt künftig unter neuer Leitung auf, was einige Überraschungen mit sich bringt
Microsoft ernennt eine ehemalige KI-Expertin zur Xbox-Chefin
Auf dem Papier ist Microsoft nach der Übernahme von Activision Blizzard zwar der größte Videospiele-Publisher der Welt. Doch in der Praxis ließ das Geschäft in den letzten Jahren eher zu wünschen übrig. Richtige Knaller im Sortiment abseits von Verkaufsgaranten wie Call of Duty fehlten ein wenig. Außerdem lassen die Absatzzahlen der Spielekonsole Xbox immer mehr zu wünschen übrig. Gegen Sony und Nintendo sieht man schon lange kein Land mehr.
Nun scheint ein vollständiger Umbruch anzustehen, wie das Portal „The Verge“ berichtet. Nach 38 Jahren bei Microsoft (US5949181045) verabschiedet sich der bisherige Xbox-CEO Phil Spencer in den Ruhestand. Spencer übernahm die Sparte im Jahr 2014, nachdem sein Vorgänger Don Mattrick sich mit der Vorstellung der Xbox One ordentlich in die Nesseln setze. Seither hat Spencer der Xbox-Marke seinen Stempel aufgedrückt.
In seine Ära fallen unter anderem die Einführung des Gamepass, die Öffnung gegenüber anderen Plattformen und die Zukäufe großer Studios wie Activision Blizzard, ZeniMax und Mojang. Dadurch holte sich Microsoft große Marken wie Minecraft, The Elder Scrollt uns World of Warcraft ins Haus. Geholfen hat es allerdings nicht dabei, bei den Konsolenverkäufen wieder Anschluss zu finden. Auf dem PC bleibt Steam der Platzhirsch, trotz Gamepass und zahlreichen Rabattaktionen.
Asha Sharma übernimmt die Xbox-Sparte
Als mögliche Nachfolgerin von Spencer wurde lange Zeit Xbox-Präsidentin Sarah Bond gehandelt. Jene wird allerdings ebenfalls ihren Hut nehmen, was offenbar nicht weiter begründet wird. Spekuliert wird bei Reddit aber schon darüber, dass der Abschied nicht freiwillig erfolgt sein dürfte. Als neue Chefin wird in Zukunft Asha Sharma auftreten, die zuvor für KI-Projekte verantwortlich war und vor ihrer Zeit bei Microsoft bei Meta arbeitete. Diese Wahl kommt überraschend und nicht überall gut an.
KI ist im Gaming-Segment wenig beliebt, da viele Spieler beim verstärken Einsatz solcher Technologien vor allem seelenlosen KI Slop befürchten. Die neue Xbox-Chefin scheint sich der Vorbehalte bewusst zu sein. Dementsprechen lässt sie in einer Nachricht mitteilen, dass ihre Regentschaft unter den Leitlinien „Great Games“, „Return to Xbox“ und „Future of Play“ liegen soll. KI soll zwar eine Rolle spielen, allerdings sollen Spiele und deren Welten weiterhin von Menschen erschaffen werden. Die Xbox-Sparte soll derweil bei Themen wie Monetarisierung und Cloud Gaming weitere Fortschritte machen.
Zu konkreten Ankündigungen ließ sich Sharma noch nicht hinreißen und ihre verkündete Agenda klingt herrlich nichtssagend. Im Prinzip scheint sich der Ansatz vom bisherigen Kurs nicht weiter zu unterscheiden. Ob das eine gute oder eine schlechte Nachricht ist, liegt wohl im Auge des Betrachters. Der eine oder andere frische Impuls würde einer Sparte, bei der die Umsätze sich zuletzt rückläufig entwickelten, aber mit Sicherheit nicht schaden.
Microsoft geht wohl keine Experimente ein
Phil Spencer will in den kommenden Monaten noch in beratender Funktion zur Verfügung stehen und damit den Übergang zum neuen Management begleiten. Auch das spricht nicht eben für einen gänzlich neuen Ansatz. Es mag sein, dass die Konsole wieder etwas mehr in den Vordergrund gerückt wird. So dafür aber weiterhin keine nennenswerten Exklusivtitel erscheinen, fehlt den Spielern jeder Grund, um den Kauf einer Xbox in Erwägung zu ziehen.
An der Börse wird das Ganze ohnehin nur schulterzuckend zur Kenntnis genommen. Hinter Cloud und KI ist die Xbox in den Bilanzen weitgehend untergegangen, obschon das Segment auch Millirdenumsätze zur Bilanz beisteuern kann. Doch Wachstum gibt es hier aufgrund der beinharten Konkurrenz und auch einiger Nachlässigkeiten seitens Microsoft selbst nur noch wenig zu sehen. Das scheinen die Anleger aber immerhin verkraften zu können. Die Microsoft-Aktie hielt sich am Freitag mit Verlusten von überschaubaren 0,3 Prozent stabil und ging mit 397,23 US-Dollar ins Wochenende.
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23.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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