SpaceX auf der Überholspur, Qualcomm auf Einkaufstour und Microsoft muss sich geschlagen geben – BÖRSE TO GO
SpaceX schreibt weiter Börsengeschichte
Die grenzenlose Euphorie der vorherigen Tage ließ am Dienstag dann doch etwas nach. Immer lauter werden Warnungen, dass das nun verhandelte Abkommen zwischen den USA und dem Iran noch lange kein Friedensvertrag ist. Die Hoffnung auf ein friedliches Ende lebt jedoch fort und die Ölpreise sanken auf den tiefsten Stand seit über drei Monaten.
Das reichte für den Dax aus, um die letzten Zugewinne immerhin zu behaupten. Für nennenswerte Zugewinne reichte es gestern jedoch nicht. Die Bullen scheiterten an der Marke von 25.000 Punkten. Trotz minimaler Gewinne standen zu Handelsschluss lediglich 24.910 Punkte auf der Anzeigetafel. Nicht unbeteiligt daran waren die Aktien der Autobauer, die empfindlich auf einen Absatzeinbruch in China reagierten. Zwischen Januar und Mai wurden dort knapp 20 Prozent weniger Autos verkauft.
Das ist freilich auch für chinesische Anbieter wie BYD und Xiaomi nicht unproblematisch. Die Verbraucher scheinen sich immer mehr zurückzuhalten und die Hoffnung darauf, dass höhere Ölpreise die Verkäufe von E-Autos ankurbeln könnten, wollen sich offenbar nicht bestätigen. Die Anleger trieb es in Hongkong in die Defensive und der Hang Seng fiel um 1,4 Prozent auf 24.494 Punkte zurück.
Besser lief es für den Dow Jones, der sich gestern um 0,6 Prozent auf 52.000 Zähler verbessern konnte. Der Iran-Deal hat an Faszination verloren, doch er sorgt noch für hoffnungsvolle Blicke in Richtung Fed. Aufgrund der rapiden Preisnachlässe beim Öl macht sich die Hoffnung breit, dass eine Zinserhöhung noch einmal erspart bleiben könnte. Entschieden ist allerdings noch nichts.
SpaceX dürstet es nach mehr
Einmal mehr auf der Gewinnerseite landete die Aktie von SpaceX (US84615Q1031), die um 4,8 Prozent auf 201,80 US-Dollar klettern konnte. Zur Erinnerung: das Papier ging erst am Freitag zu einem Ausgabepreis von 135 Dollar an den Start, was bereits als sehr ambitioniert galt. Doch die Börsianer bekommen gar nicht genug und die Rallye wird weiter angetrieben. Geholfen hat die Ankündigung, das KI-Startup Anysphere zu übernehmen. Satte 60 Milliarden Dollar sollen fließen, um sich den Entwickler des KI-Assistenten Cursor ins Haus zu holen. Das wiederum befeuert die Aussicht auf rasantes Wachstum mit KI in der Zukunft.
Qualcomm greift zu
Beim Chiphersteller Qualcomm (US7475251036) steht ebenfalls eine Übernahme an, wenn auch in einem deutlich bescheideneren Rahmen. Laut einem Bericht von „The Information“ interessiert man sich wohl für das Chip-Startup Tenstorrent und will dafür zwischen acht und zehn Milliarden Dollar auf den Tisch legen. Qualcomm selbst wollte sich dazu nicht äußern. Die Aktie legte im frühen Handel noch zu, geriet später aber unter Druck. Letztlich ging es 3,1 Prozent tiefer mit 214,07 Dollar aus dem Handel.
Microsoft bleibt im Rutschen
Für Microsoft (US5949181045) ging es gestern um 1,5 Prozent abwärts auf 393,83 Dollar abwärts, was an sich eigentlich noch verkraftbar ist. Die Marktkapitalisierung landete bei noch immer beeindruckenden 2,9 Billionen Dollar. Ein wenig Unmut könnte sich unter den Anlegern aber dennoch breitmachen. Denn der Abstand zum Allzeit-Hoch bei 555,45 Dollar ist nicht zu übersehen. Noch dazu könnte man in Sachen Marktkapitalisierung schon in Bälde hinter SpaceX zurückfallen, und das nur wenige Tage nach dem IPO. Daran zeigt sich recht deutlich, wo momentan die Prioritäten der Anleger liegen.
Tagestermine
Am Mittwoch stehen die USA klar im Fokus. Mit Spannung wird der Zinsentscheid der Notenbank Fed erwartet. Einige Stunden vorher wird es außerdem frische Daten zu den Einzelhandelsumsätzen zu sehen geben. In Österreich legt derweil Kapsch TrafficCom Zahlen vor, wo kürzlich die Erwartungen wieder leicht nach oben geschraubt wurden. Derweil trifft man sich bei CrowdStrike zur Hauptversammlung, was neuen Schwung in den KI-Sektor bringen könnte.
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17.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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