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BÖRSE TO GO - mit US-Wirtschaft und Deutsche Telekom

Zur Bodenbildung gehört der Test der Tiefs!

NTG24 - BÖRSE TO GO - mit US-Wirtschaft und Deutsche Telekom

 

Die Lage in den USA spitzt sich fast täglich zu und die jüngsten Daten aus Industrie und Wirtschaft spiegeln es deutlich:

Dem jüngsten Bericht des Arbeitsmarktdienstleisters Automatic Data Processing (ADP) zur Folge, wurden im März allein im Privatsektor Landwirtschaft 27 000 Stellen gestrichen. Dienstleistungsunternehmen strichen 18 000 Stellen, das verarbeitende Gewerbe 9 000, Handel, Transport und dem Bergbau 37 000 und im Bau 16 000. Für einen Lichtblick sorgte das Gesundheitswesen, wo 48 000 Stellen geschaffen wurden. Auffallend ist der Rückgang um 90 000 Jobs bei kleineren und mittelgroßen Betrieben, die weniger als 5 000 Mitarbeiter beschäftigen.

Wie stark Corona auf die Industrie durchschlägt zeigt der Sammelindex des Institute for Supply Management (ISM) welches im März um 1,0 Prozentpunkte auf 49,1 % nachgab. Noch deutlicher machte sich Corona beim Einkaufsmanagerindex (PMI) bemerkbar, dessen Index von 50,7 auf 48,5 Punkte absackte. Das ist klares Rezessionsterrain. Fazit: Die Arbeitsmarktkomponente brach so stark ein wie zuletzt vor zehn Jahren, und die Unterindikatoren für die Produktion verzeichneten den stärksten Rückgang seit der Finanzkrise.

Auf der anderen Seite steht China. Der am Mittwoch vom Wirtschaftsmagazin "Caixin" verbreitete dortige Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe zeigt für März einen Anstieg von 40,3 auf 50,1 Punkte. Erwartet worden waren 45 Punkte. Das sind erste Lichtblicke einer dortigen Normalisierung, auch wenn noch immer die Furcht umhergeht das es zu einer zweiten Welle kommt. Aber Angst ist bekanntlich ein schlechter Ratgeber!

Zur Börse: zu einer Bodenbildung der Börsen gehört auch das mehrmalige testen der Tiefstkurse. Es ist der bekannte „Tennisball-Effekt“ und ist gerade in Zeiten hoher Unsicherheit oftmals der Verlauf.

Ob dabei der DAX tatsächlich noch einmal die 8.400 Punkte erreicht und „testet“ hängt allein an der Nachrichtenlage ab. Diese bleibt undurchsichtig und vor allem mit vielen Fragezeichen behaftet. Es mehren sich die Erkenntnisse das an vielen Stellen und Ländern die Infektions- und Todeszahlen völlig unterschiedlich erfasst werden und zu Missverständnissen führen. In Italien zum Beispiel werden schlicht alle Todesfälle gezählt und eine klare Differenzierung zu Corona findet gar nicht mehr statt. Auch hierzulande ändert das RKI immer mal wieder die Definition eines „Infizierten“, und auch das trägt nicht dazu bei die Verunsicherung zu mildern. Aber das sind Themen für eine andere Zeit. 

An der Wall Street gilt das Gleiche. Auch hier steht ein weiterer Test der Tiefstkurse mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der Agenda und auch das wäre der Normalfall in Zuge einer Krise wie diese. Dem entgegenwirken kann bestenfalls die anstehende Berichtssaison was abzuwarten ist.

Fazit an dieser Stelle: Wer vor der ersten Erholungsphase von vor dem 23. März nicht zu Zuge gekommen ist, erhält nun eine zweite Chance. Wir bleiben denn auch unverändert auf der Linie des „Einsammelns“ von attraktiven Stories.

 

 

Eine solche Story ist tatsächlich auch die Deutsche Telekom. Fast zwei Jahre dauerte der regulatorische Hürdenlauf in den USA, doch nun vollzieht T-Mobile US den Zusammenschluss mit dem US-Wettbewerber Sprint. Die neue T-Mobile US, an der die Telekom nun 43 % des Kapitals und 67 % der Stimmrechte hält, kann nun rund 140 Mio. Kunden zählen und ist damit deutlich besser aufgestellt als AT&T und Verizon. Die Aktionäre von Sprint erhalten für elf eigene Aktien jeweils eine Aktie der T-Mobile US. Das resultiert in einem zusätzlichen Wert von 5 Mrd. Dollar für die T-Mobile US beziehungsweise entsprechend 2 Mrd. Dollar für die Telekom. Die erhöhten Schulden der neuen Gesellschaft werden von einem Bankenkonsortium von 16 Banken, darunter Barclays, Deutsche Bank, Goldman Sachs, Credit Suisse, Royal Bank of Canada und Morgan Stanley, via einer Brückenfinanzierung von 19 Mrd. Dollar über zwei Jahre gestemmt.

Für uns ist die Aktie der Deutsche Telekom damit nicht nur aus technischer Sicht ein attraktives Schnäppchen.

 

02.04.2020 - Jens Bernecker - jb@ntg24.de

 

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