Dämpfer für Rheinmetall, Aufatmen hingegen bei der Deutschen Telekom, Nvidia erkennt Chancen für Europa und Microsoft kühlt etwas ab
Donald Trump ließ sich doch noch besänftigen
In den letzten Tagen bewegten die Dinge sich im hohen Tempo auf die bisher größte Krise der Nato zu, welche das Verteidigungsbündnis vielleicht sogar hätte sprengen können. Der Anspruch von US-Präsident auf Grönland machte der Weltpolitik und auch den Märkten zu schaffen. Doch nachdem Trump gestern in Davos zunächst noch schrille Töne von sich gab, ließ er sich im weiteren Verlauf dann doch noch auf einen Deal ein.
Jener sieht Medienberichten zufolge unter anderem vor, dass die USA bestehende Militärbasen auf Grönland übernehmen und neue errichten. Vorgesehen sind auch Standorte für den „Golden Dome“ von Trump. Außerdem sagen die Nato-Partner wohl zu, ihre Bemühungen in Grönland deutlich hochzufahren. Erhalten bleibt (vorerst?) die Souveränität von Grönland und Dänemark. Der Bruch der Nato scheint abgewendet zu sein.
Die Börse reagierte darauf mit großer Erleichterung. Unter Druck geriet allerdings die Aktie von Rheinmetall (DE0007030009). Denn der geringere Druck auf dem Kessel führt dazu, dass Europa bei der Aufrüstung wohl nicht mehr ganz so aufs Tempo drücken muss wie in einem Szenario, in welchem es zu einer Konfrontation mit den USA kommt. Die Rheinmetall-Aktie fiel um 2,9 Prozent auf 1.853,50 Euro zurück. Viel geändert hat sich auf fundamentaler Seite jedoch nicht.
Deutsche Telekom: Könnte schlimmer sein
Für grüne Vorzeichen reichte es am Mittwoch noch nicht bei der Deutschen Telekom (DE0005557508). Der Verzicht von Donald Trump auf eine militärische Übernahme von Grönland hinterließ im späteren Handel aber durchaus einen positiven Eindruck. Nachdem die Aktie zunächst schon ein neues 52-Wochen-Tief bei 26 Euro erreichte, ging es bis Handelsschluss immerhin wieder bis auf 26,31 Euro aufwärts. Der Tagesverlust konnte auf 1,9 Prozent begrenzt werden.
Dass die Aktie der Deutschen Telekom empfindlich auf die Drohungen der USA aus den letzten Tagen reagiert, kommt wenig überraschend. Das Unternehmen erzielt wichtige Umsätze und so ziemlich alle Wachstumsimpulse momentan über die Tochter T-Mobile in Übersee. Die Anleger sorgten sich darum, dass dieses Geschäft im schlimmsten Fall wegbrechen könnte. Jetzt bleibt es bei der alten Sorge, dass das Wachstum eventuell schwächer als in der Vergangenheit ausfallen könnte. Der schlimmste Fall hingegen scheint auszubleiben.
Nvidia sieht Chancen für Europa
Auch wenn Donald Trump auf die totale Eskalation verzichtete, so spuckte er doch zahlreiche abfällige Töne in Richtung Europa. Der Kontinent entwickle sich in die falsche Richtung, hieß es unter anderem. Bei Nvidia (US67066G1040) schätzt CEO Jensen Huang die Lage allerdings etwas anders ein. Huang sprach beim Wirtschaftsgipfel in Davos davon, dass Europa sich in Zukunft auf seine industriellen Stärken konzentrieren und verpassten Erfolgen in der Software-Ära nicht hinterhertrauern sollte.
Künstliche Intelligenz werde die Welt ohnehin nachhaltig verändern und etwa Programmieren, eine der wichtigsten Fähigkeiten der letzten 20 Jahre, weitgehend obsolet machen. Europa verfüge über eine starke industrielle Basis, die es nun bewusst zu nutzen gelte. Ob Europa diesem Ratschlag folgen mag, bleibt abzuwarten. Derweil wertete die Nvidia-Aktie nach der gestrigen Beruhigung wieder um knappe drei Prozent auf 183,32 US-Dollar auf.
Microsoft wenig gefragt
Sollte Jensen Huang mit seiner Analyse Recht behalten, klingt das eher nicht nach einer guten Nachricht für den Software-Giganten Microsoft (US5949181045). Ein Verlust von Bedeutung im Software-Bereich würde den Konzern aus Redmond beinahe zwingend in einen Schrumpfkurs befördern. Zwar ist Microsoft auch bei KI und Cloud sehr aktiv, konnte in dieser Hinsicht zuletzt aber keine großen Erfolge mehr feiern. OpenAI und Google scheinen ein wenig davonzulaufen.
Vielleicht auch deshalb werden die Analysten etwas vorsichtiger. Mizuho Securities senkte kürzlich das Kursziel von 640 auf 620 Dollar, hielt aber noch am Outperform-Rating fest. Die Zweifel der Anteilseigner sind weiterhin nicht zu übersehen. Abschläge von 2,3 Prozent beförderten die Microsoft-Aktie am Mittwoch auf 444,11 Dollar zurück und der Abstand zum Allzeit-Hoch bei 555,45 Dollar vergrößerte sich entsprechend.
Unberechenbar
Für den Moment ist es eine gute Nachricht, dass Donald Trump von Grönland abzulassen scheint und die Lage zwischen den Nato-Partnern sich wieder zu beruhigen scheint. Doch wenn die letzten Tage etwas erneut deutlich aufgezeigt haben, dann ist es die totale Unberechenbarkeit des mächtigsten Mannes auf dem Planeten. Ob Trump nicht schon morgen wieder für einen Eklat sorgt, und sei es nur um von den Epstein-Files abzulenken, das steht in den Sternen. Anleger tun daher gut daran, weiterhin auf der Hut zu bleiben.
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22.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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