Nike schockiert mit schwachen China-Ergebnissen, Adidas wird mit in die Tiefe gerissen, Puma retten auch verblassende Übernahmespekulationen nicht und Lululemon reiht sich ein
Die Märkte blicken wieder sorgenvoller auf die Sportartikel-Giganten
Wenigstens eine Weile lang machte sich im Bereich der Sportartikel ein Anflug von Erholung bemerkbar. Dafür sorgten zum Teil positive Überraschungen bei Quartalszahlen und auch das eine oder andere Übernahmegerücht. Doch zum Ende dieser Woche hatte es sich mit der Zuversicht dann schon wieder erledigt.
Verantwortlich dafür waren die von Nike (US6541061031) vorgelegten Quartalszahlen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Jene fielen nicht nur schlecht aus und ließen in Nordamerika und Europa sogar steigende Absätze erkennen. Allerdings lasteten US-Zölle auf den Margen. Weitaus schlimmer für die Anteilseigner war aber ein neuerlicher Umsatzeinbruch in China. Um 17 Prozent ging es dort für Nike abwärts.
Die Kundschaft im Reich der Mitte scheint kleinere lokale Marken zu bevorzugen und die Strahlkraft von Nike lässt im hohen Tempo nach. Das Unternehmen verspricht zwar, dem entgegenwirken zu wollen. Die Anleger haben aber ihre Probleme damit, sich auf derartige Zusagen einzulassen. Die Aktie gab am Freitag um 10,5 Prozent bis auf 58,71 US-Dollar nach und weitete damit die Verluste im Jahr 2025 auf 22,4 Prozent aus.
Adidas kann nicht profitieren
Obschon die letzten Zahlen von Adidas (DE000A1EWWW0) deutlich besser ausfielen, konnte die Aktie des deutschen Nike-Konkurrenten keinen Vorteil aus der schwachen Vorstellung ziehen. Im vergangenen Quartal war Adidas mit einem Umsatzwachstum von zwölf Prozent mit Abstand die am schnellsten wachsende Marke unter den großen drei. Zusätzlich konnte man mit einer EBIT-Marge von 10,1 Prozent punkten. Offenbar wissen CEO Björn Gulden und sein Team mit Zöllen besser umzugehen.
Es blieben jedoch grundsätzliche Sorgen um die weitere Entwicklung im Segment und letzten Endes konnte die Adidas-Aktie sich dem allgemeinen Abwärtssog nicht entziehen. Der Aktienkurs gab um 1,2 Prozent bis auf 165,05 Euro nach und das 52-Wochen-Tief bei 150,40 Euro ist noch immer unangenehm nah. Als Trostpflaster bleibt vielleicht noch, dass die gestrigen Abschläge überschaubarer ausfielen als bei der Konkurrenz. Doch die noch junge und zarte Erholung scheint schon wieder ins Stocken zu geraten.
Puma geht die Puste aus
Die Aktionäre von Puma (DE0006969603) haben es schon länger mit großen Zweifeln zu tun, die jetzt natürlich nicht eben geringer werden. Auftrieb gaben der Aktie vor Kurzem noch Gerüchte, laut denen der chinesische Konzern Anta sich für eine Übernahme interessieren könnte. Allerdings gab es darüber nun auch schon seit einer Weile keine Neuigkeiten mehr, sodass das Thema ein wenig verblasst und den Kurs nicht in noch höhere Regionen hieven kann. Am Freitag gab die Puma-Aktie um 3,5 Prozent bis auf 22,42 Euro nach.
Immerhin erhielt Puma kürzlich Zuspruch von den Analysten der kanadischen RBC, die ihr Kursziel von 18 auf nun 20 Euro erhöhten. Adidas und Nike werden allerdings von den Experten weiterhin bevorzugt und wie unschwer zu erkennen ist, liegt das neue Kursziel noch immer unter dem letzten Schlusskurs. Auf eine Erholung stellt man sich hier also eher weniger ein. Bei Produkten und Innovationen wird der Marke eine unzureichende Entwicklung attestiert. Der Zuspruch beschränkt sich auf das Kursziel, was nicht ausreicht, um die Laune der leidgeplagten Aktionäre zu heben.
Lululemon lässt wieder nach
In der vergangenen Woche sorgte die Aktie von Lululemon (US5500211090) noch für Aufsehen mit massiven Aufwertungen. Der Einstieg des aktivistischen Investors Elliott Management wurde als positives Signal gewertet. Erwartet wird, dass die Ernennung von Jane Nielsen als neue CEO forciert werden soll. Zudem dürfte Elliott den Druck bei der internationalen Expansion erhöhen. Die Anteilseigner hoffen darauf, dass durch den Einstieg das Wachstumstempo endlich wieder anziehen kann.
Vollständig versiegt ist diese Hoffnung noch nicht. Doch die schwachen Vorgaben von Nike mussten auch hier verdaut werden. Der Aktienkurs gab gestern um 2,6 Prozent nach und landete zum Wochenende bei 209,45 Dollar. Das sind noch rund 26 Prozent mehr als vor einem Monat, aber auch immer noch 45 Prozent weniger als zu Jahresbeginn. Die Hoffnung auf ein Comeback ist durchaus vorhanden. Für sehr viel mehr reicht es momentan aber noch nicht.
Zweifelhafte Blicke auf 2026
Nike hat mit seinen Zahlen nicht abliefern können und vor allem den Glauben der Börsianer darin erschüttert, dass 2026 einen Wendepunkt für die Branche darstellen könnte. Die Entwicklungen auf dem gigantischen chinesischen Markt setzen den westlichen Herstellern schwer zu. Dazu kommt auch noch der Margendruck aufgrund von US-Zöllen und die Gefahr, dass die Absätze durch immer neue Preissteigerungen leiden könnten. Auf die Unternehmen wartet nun einiges an Überzeugungsarbeit.
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20.12.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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