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Nikola – Der Schwindel im Windschatten der Tesla-Aktie wird immer konkreter

Welche negativen Fakten kommen bei Nikola noch ans Licht?

 

Der Höhenflug der Tesla-Aktie (ISIN: US88160R1014; WKN: A1CX3T) hat auch bei anderen Aktien aus dem Bereich der E-Mobilität zu einem starken Anlegerinteresse geführt. Hiervon profitierte auch der Entwickler von Elektro-Lastkraftwagen Nikola Corporation (ISIN: US6541101050; WKN: A2P4A9), der in diesem Jahr in der Spitze auf knapp 94 US-Dollar an der Nasdaq stieg. Dank vieler positiver Meldungen waren vor allem viele Privatanleger sehr hoffnungsvoll, dass der Firma, die mehr oder weniger zufällig den Vornamen des Erfinders Tesla trägt, ebenfalls ein gigantischer kommerzieller Erfolg gelingt.

Allerdings wurden kurz nach dem Erreichen des Allzeithochs der Nikola-Aktie in diesem Sommer immer mehr Zweifel laut. So geriet die Aktie trotz zahlreicher Erfolgsmeldungen bis heute zunehmend unter Druck. Nachdem Anfang der Woche vermeldet wurde, dass ein geplanter riesiger Deal mit General Motors (GM) wesentlich kleiner ausfallen dürfte, geriet der Anteilschein nochmals unter Druck. So wird ein mit GM geplanter Elektro-Pick-up-Truck nun doch nicht gebaut. Zudem wurde bekannt, dass GM lediglich eine Absichtserklärung unterschrieb, Brennstoffzellen an GM zu liefern, was weitaus weniger rechtskräftig als ein konkreter Vertrag ist.

 

Hindenburg Research stellte Nikola-Gründer als notorischen Lügner dar

 

Bereits im September veröffentlichte die Internetseite Hindenburgresearch.com einen ausführlichen Bericht über die Nikola Corporation. Damals stellte die Webseite, die in Verbindung mit professionellen Short-Sellern steht, den Nikola Gründer Trevor Milton als dutzendfachen Lügner dar, was die Zweifel an der Wall Street bereits damals massiv verschärfte. Mit den jüngsten Ereignissen verdichten sich nun die Hinweise, dass Nikola alles andere als ein Glücksgriff für die Aktionäre war.

 

 

Aktuell wird das Start-up Nikola trotz vieler konkreter Hinweise auf einen systematischen Schwindel immer noch mit knapp 7 Milliarden US-Dollar bewertet. Im Gegensatz rechnen die Analysten in diesem Jahr nur mit einem Umsatz von 70.000 US-Dollar bei einem Verlust von 334 Millionen US-Dollar. Ob sich die Erlöse tatsächlich, wie von den Experten erwartet, bis 2022 auf knapp 250 Millionen US-Dollar steigern, ist extrem zweifelhaft.

 

Wirecard-Skandal weckt negative Erinnerungen

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeVielmehr muss aktuell vermutet werden, dass es sich bei der Firma Nikola um einen Schwindel im gigantischen Ausmaß handelt, der gemessen am Wirecard-Skandal zu einer noch größeren Kapitalvernichtung führen könnte. Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Firmen an der Wall Street, die sich systematisch an der Gier naiver Anleger bereichert haben.

Natürlich sind die Vorwürfe gegen die Nikola Corp. keinesfalls juristisch erwiesen. Allerdings sind hier in zahlreichen Punkten wiederkehrende Muster erkennbar, wie sie bereits auch im Rahmen von anderen Börsenskandalen aufgetreten sind. Daher sollten Anleger die Aktie strikt meiden.

 

03.12.2020 - Tim Rademacher - tr@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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  • Rainer - 04.12.2020 10:48:37 Uhr


 

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