Nintendo verzaubert mit neuen Ankündigungen die Fans, doch bei den Anlegern hinterlässt man eher keinen guten Eindruck
Trotz Zelda geht die Nintendo-Aktie auf Talfahrt
Zum ersten Mal seit Monaten veranstaltete Nintendo wieder eine seiner Directs, bei der etliche neue Titel enthüllt wurden. Damit wird auch ein wenig der Kurs für das restliche Jahr gesetzt. Zu sehen gab es erstaunlich viel Neues von Partnern, während Nintendo selbst sich auf wenige Neuheiten konzentrierte. Letzteres scheint an der Börse nicht allzu gut anzukommen.
Das Highlight der Show zeigte Nintendo (JP3756600007) zum Ende, als die bereits bestehenden Gerüchte um ein Remake des ursprünglich 1998 erschienenen „The Legend of Zelda: Ocarina of Time“ endlich bestätigt wurden. Noch in diesem Jahr soll der Titel erscheinen. In den sozialen Netzwerken und in den Kommentarspalten bei YouTube herrschte allgemeine Vorfreude. Immerhin handelt es sich um das bestbewertete Spiel aller Zeiten. Viel zu sehen gab es allerdings nicht.
Nur einen kurzen Teaser gönnte Nintendo den Fans und versprach sodann, dass die Veröffentlichung noch in diesem Jahr stattfinden würde. Einen genauen Termin gibt es allerdings noch nicht. Abseits davon besteht das Lineup der nächsten Monate aus einem neuen „Xenoblade“, einer neuen Auflage von „Nintendo Switch Sports“, ein Spin-Off des Multiplayer-Titels „Splatoon“ sowie dem Remake von „Star Fox 64“, welches hierzulande einst als „Lylat Wars“ erschien. Weiterhin mit Abwesenheit auf der Switch 2 glänzt ein neues Abenteuer von Maskottchen Super Mario.
Die Aktionäre sind nicht begeistert von Nintendo
Ein Stück weit getragen werden muss Nintendo also zunächst von den Drittherstellern. Die sind auch schwer damit beschäftigt, ihre Titel auf die Switch 2 zu bringen. Der Support fällt deutlich größer aus als einst beim Vorgänger. Beglückt wird die Plattform unter anderem von diversen Titeln, die es zuvor nur auf anderen Plattformen gab. Unter anderem werden sich „Stellar Blade“ und „Lies of P“ die Ehre geben.
An Neuankündigungen konnte Nintendo vor allem mit „Kingdom Hearts 4“ punkten und Publisher Square Enix steuerte Neuigkeiten zur Final Fantasy-Reihe bei. Beschweren können Spieler sich da kaum. In den nächsten Monaten dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein, was die sehr positive Resonanz der Fans auch unterstreicht. Den Anlegern scheint das aber nicht zu reichen. Vermisst werden große Neuankündigungen von Nintendo selbst. Insbesondere wurde vor der Direct viel über ein neues Mario-Abenteuer spekuliert.
Die Börse reagierte letztlich enttäuscht. So ansehnlich die Pipeline auch sein mag: ob Nintendo damit gegen „GTA 6“ bestehen kann und zudem Spielern die jüngste Preiserhöhung der Switch 2 etwas weniger schmerzhaft machen kann, daran wird ein wenig gezweifelt. Die Nintendo-Aktie brach am Mittwoch in Tokio um 8,3 Prozent bis auf 7,098 Yen zum Handel am Nachmittag ein. Ein vorheriger Erholungsversuch wird damit schon wieder kassiert. Die Ansprüche der Anteilseigner scheinen hoch zu sein, vielleicht sogar höher als jene der Spieler.
Da kommt noch mehr
Wer sich nun ebenfalls Gedanken darüber macht, dass bei Nintendo zu wenig kommen mag, dem sei versichert, dass der japanische Spielegigant noch mehr Pfeile im Köcher hat. Schon seit einer ganzen Weile geht man in Kyoto allerdings seinen eigenen Weg. Neue Releases werden bevorzugt erst kurz vor Veröffentlichung angekündigt. Eben deshalb ist auch nicht davon auszugehen, dass es bereits das komplette Lineup für die wichtige Weihnachtssaison zu sehen gab. Gerüchten zufolge dürfte im September eine weitere Nintendo Direct anstehen.
Die größere Belastung bleibt aber ohnehin das Speicherproblem. Die radikalen Preissprünge bei der Hardware vermiesen Nintendo ein wenig die Margen. Trotz Preiserhöhung dürfte man an jeder verkauften Konsole weniger als noch vor einem Jahr verdienen. Darüber hinaus geht die Nachfrage nach der Konsole zurück. In Japan brachen die Verkaufszahlen in der ersten Woche nach der Preiserhöhung heftig ein. Die Nintendo-Aktie bleibt daher alles andere als eine sichere Bank, und das unabhängig vom Spiele-Lineup.
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10.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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