Die Switch 2 von Nintendo feiert ihr einjähriges Jubiläum, doch den Anlegern ist nicht recht zum Feiern zumute
Konsumflaute und Speicherkrise lassen Nintendo niedriger notieren
Heute vor einem Jahr veröffentlichte Nintendo nach langer Wartezeit seine neue Konsole Switch 2. Grund genug, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken und zu evaluieren, wie gut sich das Gerät geschlagen haben mag. Zu meckern gibt es bei den Verkaufszahlen nur wenig. Doch drohender Gegenwind ließ die Anleger schon Ende vergangenen Jahres in Deckung gehen.
Erst gestern meldete „The Game Business“ die nächste Erfolgsmeldung für Nintendo (JP3756600007). Die Switch 2 konnte sich im Vereinigten Königreich mittlerweile über eine Million Mal verkaufen und diesen Meilenstein damit 30 Wochen früher erreichen als der schwer erfolgreiche Vorgänger. Lediglich die PlayStation 5 konnte sich in UK ähnlich schnell verkaufen. Davon abgesehen überflügelt Nintendo aber das bisherige Tempo von Konsolenverkäufen. Weltweit sieht es sogar noch etwas freundlicher aus.
Über 20 Millionen Einheiten konnte Nintendo bislang schätzungsweise absetzen. Bei den jüngsten Quartalszahlen wurden 19,86 Millionen ausgelieferte Einheiten per Ende März gemeldet. Damit ist die Switch 2 die bisher am schnellsten verkaufte Spielekonsole aller Zeiten. Bereits kurz nach dem Launch brach der japanische Spielegigant diverse Rekorde. Allerdings gab es zum Jahresende auch einen kleinen Rückschlag zu verdauen. Eine zuvor erhöhte Absatzprognose wurde wieder etwas nach unten korrigiert. Die Anleger befürchten, dass es in Zukunft noch schlimmer kommen könnte.
Nintendo erhöht den Preis
Denn zu spüren bekommt Nintendo die Speicherkrise. Das führt dazu, dass der Preis ab September ansteigen wird, wie der Konzern bereits Anfang Mai mitteilen ließ. Hierzulande werden es dann 500 statt bisher 470 Euro werden. Das klingt noch überschaubar, wird die Kauflaune der Verbraucher aber dennoch nicht ankurbeln. In Japan greift bereits eine Preiserhöhung, nach welcher das günstige Modell für den japanischen Markt mit rund 60.000 statt zuvor 50.000 Yen zu Buche schlägt. Die Auswirkungen davon waren drastisch.
Laut dem Magazin „Famitsu“ sind die Absatzzahlen in der ersten Woche nach der Preiserhöhung um 87 Prozent im Wochenvergleich gefallen. Gerade noch 31.751 Einheiten konnten in der Woche vom 25. Bis zum 31. Mau verkauft werden. Allerdings ist dabei zu beachten, dass aufgrund der zuvor angekündigten Preiserhöhung viele noch im Vorfeld schnell zugegriffen haben dürften. Wie dramatisch der Nachfragerückgang ausfällt, bleibt daher noch abzuwarten.
Die Börsen vermuten aber bereits, dass es ungemütlich werden konnte. Trotz zahlreicher Verkaufserfolge und Überraschungshits wie „Pokémon Pokopia“ konnte die Nintendo-Aktie letztlich nicht profitieren. Am Freitagnachmittag notierte das Papier bei 7.528 Yen und damit gut ein Drittel niedriger als noch letztes Jahr um diese Zeit. Immerhin gibt es zum Switch-2-Geburtstag eine kleine Anerkennung. Der Kurs stieg heute in Tokio um 3,5 Prozent an. Für die meisten Anteilseigner dürfte das aber nur ein schwacher Trost sein.
Der Gegenwind für Nintendo nimmt zu
In der EU steht derweil die erste Revision der Switch 2 an. Nintendo kündigte an, eine Variante mit wechselbarem Akku zu veröffentlichen. Damit reagiert der Hersteller auf eine EU-Verordnung, welche ab Februar 2027 bei bestimmten Geräten austauschbare Akkus fest vorsieht. Das Ganze gilt unter anderem auch für Bluetooth-Lautsprecher, E-Bikes und Kopfhörer. Für Nintendo bedeutet die Anpassung vor allem Kosten und fraglich ist aktuell auch noch, ob die Akku-Laufzeit durch die erzwungene Änderung leiden könnte.
Alles in allem steht Nintendo nicht schlecht da. Das Interesse der Spielerinnen und Spieler an der Switch 2 ist vorhanden und im laufenden Jahr dürfte noch der eine oder andere Blockbuster erscheinen. An der Börse wird allerdings daran gezweifelt, ob man mit der Sogwirkung des im November exklusiv für PlayStation und Xbox erscheinenden „GTA 6“ mithalten kann. Darüber hinaus trüben immer höhere Speicherpreise die Stimmung und die nicht enden wollende Konsumkrise lässt die Bullen ebenfalls nicht kauflustiger werden.
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05.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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