Novo Nordisk belastet Staatsfinanzen, Rheinmetall wieder im Aufwärtstrend, Vater Staat stellt sich hinter die Commerzbank und Tesla steht zunehmend alleine da
Wie Börsenkonzerne Einfluss auf die Politik nehmen und umgekehrt
Aus der Politik halten sich die meisten Unternehmen gerne heraus, denn sie steht den Geschäften oftmals im Weg und allzu viel Aktionismus kann einem Aktienkurs schon mal herben Schaden zufügen. Doch Aktien und Politik sind kaum zu trennen, was sich längst nicht nur auf kritische Bereiche wie die Rüstung oder die Energieversorgung beschränkt.
Hat ein Unternehmen erst einmal eine gewisse Größe erreicht, so nimmt es schon allein deshalb Einfluss auf den Staat und besonders dessen Wirtschaft. Genau das lässt sich momentan im Falle von Novo Nordisk (DK0062498333) beobachten. Der Pharmakonzern hat schwer unter dem zunehmenden Konkurrenzdruck zu kämpfen und der Blick nach vorne fällt längst nicht mehr so blendend aus wie noch vor einem Jahr.
Die dänische Regierung reagierte darauf nun und korrigierte ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr heftig in Richtung Süden. Statt einem Plus von 3,0 Prozent soll es nur noch einen Zuwachs um 1,4 Prozent geben. Sorge bereitet der Politik auch, dass Novo Nordisk weitere Arbeitsplätze abbauen könnte. Ein teilweiser Einstellungsstopp wurde bereits verkündet. Der Höhenflug der letzten Jahre sorgte für 15.000 neu geschaffene Stellen, von denen einige auf der Kippe stehen könnte, auch wenn Novo Nordisk zuletzt keine Stellenstreichungen ankündigte.
Rheinmetall wieder im grünen Bereich
Solche Sorgen dürften bei Rheinmetall (DE0007030009) so schnell nicht aufkommen und der deutschen Regierung bereitet der Rüstungskonzern viel Freude. Das gilt nicht nur aufgrund der rasant wachsenden Geschäfte, welche die schwächelnde Konjunktur in Deutschland zumindest etwas ankurbeln. Nicht verzichten kann Berlin auch auf die Rüstungsgüter von Rheinmetall, die für die Aufrüstung der Bundeswehr von elementarer Bedeutung sind.
Schon allein deshalb kann der Konzern sich der Unterstützung aus der Politik sehr sicher sein. Auf Anlegerseite sah es zuweilen etwas anders aus. Doch nachdem sich vage Hoffnungen auf einen Frieden in der Ukraine leider schnell wieder zerschlugen, scheinen die Bullen das Kommando wieder an sich zu reißen. Der Aktienkurs verbesserte sich am Freitag um 3,2 Prozent bis auf 1.690 Euro. Der jüngste Dip darf damit als überstanden angesehen werden. Das war auch zu erwarten, da es nie einen ernsthaften Grund für größere Korrekturen gab. Abnehmer für Rüstungsprodukte wird Rheinmetall mit oder ohne Frieden in Europa finden.
Commerzbank: Klare Ansage der Bundesregierung
Gegenüber der Commerzbank (DE000CBK1001) sprach die Bundesregierung ihre Unterstützung im Abwehrkampf gegen Unicredit schon häufiger aus. Konkret bedeutet das, dass die noch 12,61 Prozent in Staatshand verbliebenen Anteile am Frankfurter Geldhaus nicht verkauft werden sollen. Berlin fürchtet, dass es im Falle einer Fusion zu dramatischen Stellenabbauten sowie diversen Filialschließungen kommen könnte und bevorzugt deshalb eine Eigenständigkeit der Commerzbank.
Es ist auch dieser Support, der die Rallye der Commerzbank-Aktie stützte und in unerwartet hohe Gefilde trieb. Allerdings wird es gegenüber dem Steuerzahler mit jedem weiteren Plus auch schwieriger, das Festhalten an Anteilen zu rechtfertigen. Denn mit einem Gewinn würde das Bundesfinanzministerium schon jetzt herausgehen können und mögliche Milliardeneinnahmen könnten dabei helfen, klaffende Löcher im Staatshaushalt einigermaßen zu stopfen. Bisher will davon in den Regierungsparteien aber offenbar niemand etwas wissen.
Tesla ohne Unterstützung?
Die kurze Phase, in der Tesla (US88160R1014) öffentlich Support durch die US-Regierung erfuhr und der Präsident sogar öffentlich ein E-Auto des Konzerns kaufte (und vermutlich nie fuhr), waren sehr schnell wieder vorbei. Die Honyemoon-Phase zwischen Elon Musk und Donald Trump endete vor einigen Wochen mit einem Rosenkrieg und seither herrscht weitgehend Funkstille. Zuvor strich Washington noch einige Förderprogramme, die Tesla in der Vergangenheit sehr zugute kamen.
Halt verliert Tesla aber nicht nur in der Politik. In Europa befinden sich die Absatzzahlen im freien Fall und das Prestigeobjekt „Full Self Driving“ (FSD) könnte sich zu einem mittelschweren Flop entwickeln. Darauf weist zumindest eine Umfrage hin, über die „Der Aktionär“ am Wochenende berichtete. Jener zufolge ist FSD nur für 14 Prozent der rund 8.000 Befragten US-Verbraucher ein Kaufargument. 35 Prozent gaben an, dass die Technologie sie von einem Kauf eher abhalten würde. Ein ähnliches Gefühl verspüren die Anleger. Die Tesla-Aktie rutschte am Freitag um 3,5 Prozent in Richtung Süden bis auf 333,86 US-Dollar.
Impulsgeber
Ob Subventionen, Zölle oder einfach nur Unsicherheit: die Politik nimmt stets und immer Einfluss sowohl auf den gesamten Aktienmarkt als auch manchen Einzeltitel. Das macht den Anlegern das Leben nicht einfacher und es kann zuweilen frustrierend sein, das Treiben auf der geopolitischen Bühne zu beobachten. Wer sich aber nicht nur auf sein Glück verlassen möchte, tut gut daran, die Augen weiterhin offen zu behalten und die Wechselwirkungen zwischen Politik und Wirtschaft nicht zu ignorieren.
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01.09.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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