OMV beginnt mit der Förderung von Erdgas bei einem neuen Gasfeld in Österreich und will noch in diesem Jahr mit der Belieferung starten
Glück im Unglück für OMV?
Österreich deckte in der Vergangenheit seinen Erdgas-Bedarf zum überwiegenden Teil mit Importen aus Russland. Aufgrund von Sanktionen spielt dies heute keine Rolle mehr. Stattdessen wird vermehrt von europäischen Partnern Gas zugekauft. Nun zeigt der Irankonflikt, wie schnell neue Probleme entstehen können und wie sehr sich eine zu hohe Abhängigkeit von Energieimporten rächen kann. Passend dazu nimmt nun der teilstaatliche Konzern OMV die Förderung bei einem neuen Erdgas-Projekt auf.
Entdeckt wurde jenes bereits vor rund vier Jahren. Wie im „Handelsblatt“ zu lesen ist, handelt es sich um den größten Erdgasfund in Österreich seit vier Dekaden. Allein in der ersten Phase des Projekts Wittau rechnet OMV (AT0000743059) mit der Erschließung von elf Terawattstunden an Erdgas. Auf Unterstützung aus der Politik kann man sich dabei wohl verlassen. Der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker begrüßte die Fortschritte bei der heimischen Förderung ausdrücklich.
Nach eigenem Bekunden ist es Stocker lieber, wenn solche Ressourcen unter österreichischen Umwelt- und Sozialstandards abzubauen, als wenn neue Abhängigkeiten aufgebaut werden. Der Iran-Krieg und dessen Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft führe zudem vor Augen, wie unmittelbar derartige Konflikte auch Österreich treffen könnten. Der Kanzler nutzte die Gelegenheit dann auch, um noch weitere Forderungen mit Blick auf die Zukunft zu formulieren.
Gute Zeiten für OMV
Geht es nach Stocker, sollte etwa das Verbot für die Speicherung von CO2 wegfallen. Zukunftstechnologien dürften nicht aus ideologischen Gründen blockiert werden, damit Industrieproduktion und Wertschöpfung im Land behalten werden können. Für OMV wäre ein entsprechendes politische Vorhaben fraglos eine Wohltat. Mit Blick auf künftige EU-Anforderungen würde der Öl-, Gas- und Chemiekonzern dadurch neue Spielräume erhalten.
OMV selbst erkennt in der Förderung von Erdgas aus Österreich derweil auch keinen Widerspruch zur Dekarbonisierung. Der scheidende Konzernchef Alfred Stern spricht stattdessen von „notwendigen Übergangslösungen“ für Industrie und kritische Infrastruktur. Bestreiten lässt sich zumindest momentan nicht, dass es noch an Speichermöglichkeiten für Erneuerbare fehlt. Alternativen wie grüner Wasserstoff sind hingegen noch schlicht zu teuer, als dass sich die Nutzung für die Betriebe rentieren würde.
OMV sitzt also mehr oder minder auf einer neuen Goldgrube und peilt gleichzeitig auch bei einem Projekt der rumänischen Tochter OMV Petrom neue Kapazitäten im laufenden Jahr an. In Österreich werden die förderbaren Ressourcen auf bis zu 48 Terawattstunden beziffert. Sollten jene sich zu aktuellen oder noch höheren Preisen absetzen lassen, würde es die Kassen natürlich klingeln lassen. Dementsprechend bleibt unter den Aktionären eine gewisse Vorfreude bestehen.
Die OMV-Aktie legt weiter zu
Angetrieben davon trotzte die OMV-Aktie am Montag dezenten Rückgängen bei den Ölpreisen und stieg in Wien um 1,6 Prozent bis auf 63,95 Euro. Im Jahresvergleich konnte der Titel sich bereits um über 30 Prozent steigern. Dafür sind auch bedeutende Fortschritte im Chemie-Segment verantwortlich. Ins Leben gerufen wurde zusammen mit Adnoc ein Joint Venture namens Borouge Group und auch wenn der Börsengang aufgrund ungünstiger Bedingungen verschoben werden musste, rechnen Unternehmen und Anleger sich große Chancen mit Blick auf künftige Dividendenzahlungen aus.
Das klassische Geschäft mit Öl und Gas war noch vor Ausbruch des Kriegs in Nahost ein Stück weit ein Bremsklotz für OMV. Aufgrund der höheren Preise läuft es nun aber auch dort wieder runder und die Aktie scheint kaum noch eine Grenze nach oben zu kennen. Gleichwohl bleiben die weiteren Aussichten recht ungewiss. Denn wie lange die Ölpreise auf dem derzeitigen Niveau bleiben mögen und ob es vielleicht noch teurer werden könnte, das lässt sich noch immer nicht vorhersagen. Zu Wochenbeginn gab es zwar wieder vage Hoffnungen auf Frieden, aber noch keine konkreten Durchbrüche bei den Verhandlungen.
OMV AG-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten OMV AG-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für OMV AG-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu OMV AG - hier weiterlesen...
19.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)






30.10.2025
05.03.2025
14.12.2022
03.06.2022