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Oracle legt solide Zahlen vor, doch immer höhere Schulden verhageln den Anteilseignern jeden Anflug von guter Laune

Übernimmt sich Oracle etwa?

NTG24 - Oracle legt solide Zahlen vor, doch immer höhere Schulden verhageln den Anteilseignern jeden Anflug von guter Laune

 

Die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz scheinen endlos zu sein und gefühlt wöchentlich berichtet irgendein Unternehmen aus dem Bereich über massive Fortschritte. Zuletzt meldete Anthropic mal wieder, ein Modell zu haben, das derart leistungsfähig sei, dass eine breite Veröffentlichung zu gefährlich wäre. Um im Wettbewerb der Hyperscaler noch konkurrieren zu können, muss viel Geld in die Hand genommen werden.

Genau das tut auch Oracle (US68389X1054)) und scheint dabei keine Rücksichte auf Verluste zu nehmen. Im Geschäftsjahr 2027 sollen knapp 40 Milliarden US-Dollar durch Fremd- und Eigenkapital aufgenommen werden. Darin enthalten ist eine bereits zuvor angekündigte Aktienemission mit einem Volumen von 20 Milliarden Dollar. An der Börse wächst die Sorge, dass der steigende Schuldenberg Oracle dezent überfordern könnte. Die Aktie reagierte am Mittwoch nachbörslich mit Abschlägen von über zehn Prozent.

Dabei fielen die Zahlen an sich gar nicht schlecht aus. Im vergangenen Quartal konnten 19,18 Milliarden Dollar umgesetzt werden, was leicht über der Konsensschätzung der Analysten liegt. Beim Gewinn je Aktie konnten die erwarteten 1,96 Dollar sogar sehr deutlich übertroffen werden. Geworden sind es 2,11 Dollar. Zusätzlich dazu meldete Oracle einen Anstieg der ausstehenden Leistungsverpflichtungen um 15,4 Prozent auf nun 638 Milliarden Dollar. Das Geschäft scheint also zu laufen.

 

Oracle: Explosive Mischung

 

Dass dies die Anteilseigner kaum weiter tröstet, dürfte vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen sein. Zum einen besteht die Sorge, dass die KI-Revolution Oracle das bisherige Brot-und-Butter-Geschäft mit Software streitig machen könnte. Sollte dieses Szenario eintreten, ließe es sich durch den einen oder anderen Erfolg bei KI sehr wahrscheinlich nicht ausgleichen. Zum anderen sind die immer höheren Schulden aber ein klares Problem.

Das gilt umso mehr mit Blick auf die wieder höhere Inflation, welche die Sorgen vor Zinssteigerung anfacht. Hohe Schulden könnten dadurch in Zukunft zu einem noch größeren Problem als ohnehin schon werden, denn die Kapitalkosten werden kaum nachlassen. Der bestimmende Faktor für die Inflation ist der Irankrieg, bei dem ein Frieden noch immer nicht in Sicht ist. Dass die Anleger da vorsichtig agieren, ist nachvollziehbar.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeHinzu kommt zudem, dass Oracle die Erwartungen zwar hier und dort leicht übertreffen, aber nicht überflügeln konnte. Im Tech-Bereich gelten mittlerweile ganz eigene Regeln. Gute Zahlen allein reichen dort längst nicht mehr aus, um die Börsianer in Ekstase zu versetzen. Gefragt sind mindestens Ergebnisse, welche die Schätzungen der Analysten pulverisieren. Die Erwartungen sind schlicht in immer neue, vielleicht mittlerweile etwas ungesunde Höhen emporgestiegen. Nicht auszuschließen ist dabei, dass Oracle nun mit den Weg für eine Phase der Abkühlung bereitet.

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12.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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