Hilary Maxson tritt als neue Finanzchefin von Oracle in Erscheinung und auf sie wartet eine enorm anspruchsvolle Aufgabe
Die Finanzen von Oracle machen den Anlegern weiterhin zu schaffen
Der US-Softwarekonzern Oracle will in Sachen KI nichts anbrennen lassen und unter allen Umständen zu Giganten wie Google und Amazon aufschließen. Zu diesem Zweck nimmt der Konzern Unmengen an Geld in die Hand und scheut auch vor frischen Schulden nicht zurück. All das wird in Zukunft eine neue Finanzchefin managen dürfen.
Wie Oracle (US68389X1054) mitteilte, wird diese Stellung ab sofort Hilary Maxson zuteil. Jene soll ihre Erfahrungen in den Bereichen Infrastruktur und Künstliche Intelligenz einbringen und auch das Wachstum im Cloud-Segment vorantreiben. Vermutlich wird sie aber in erster Linie damit beschäftigt sein, ein komplexes und potenziell wackeliges Finanzkonstrukt zu managen.
Allein im laufenden Jahr will Oracle 50 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur stecken. Finanziert wird das Ganze zum Teil mit Eigenkapital, zum Teil aber auch mit Schulden. Dahinter steht letztlich kaum mehr als eine Wette. Die Verbindlichkeiten sind laut Medienberichten höher, als es die Bilanz vermuten lässt. Abgesichert werden sie zudem zum Teil mit erwarteten Umsätzen von Kunden, die ihrerseits tief in den roten Zahlen stehen.
Die neue Finanzchefin wird all das nicht nur am Laufen halten müssen. Sie wird auch die Anleger davon überzeugen müssen, dass keine Gefahr eines Zusammenbruchs besteht. Bisher zeigen die Anleger sich eher skeptisch. Dass Oralce kürzlich einen weiteren massiven Stellenabbau ankündigte, wurde an den Märkten weitgehend als Warnsignal verstanden. Der Aktienkurs landete am Montag zu Handelsschluss bei noch 145,54 Dollar. Das sind rund 25 Prozent weniger als noch zu Jahresbeginn.
Oracle geht aufs Ganze
In den Augen der Kritiker hat sich Oracle längst zum Systemrisiko entwickelt, woran auch die Ernennung einer neuen Finanzchefin wenig ändern dürfte. Sollte das Unternehmen eines Tages seinen Verbindlichkeiten nicht nachkommen können, so könnte ein gigantisches Kartenhaus in sich zusammenfallen, was vermutlich auch andere Branchenvertreter nicht unberührt ließe. Das Management selbst bleibt jedoch gefasst und rechnet fest damit, dass die Investitionen sich auszahlen werden. Den Anteilseignern kann dies nur gewünscht werden.
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07.04.2026 - Matthias Eilenbrock

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