Weltweit kämpft Porsche mit dramatischen Rückgängen bei den Absatzzahlen und neue Zolldrohungen machen dem Unternehmen das Leben nicht leichter
Für die Porsche AG kommt es derzeit knüppeldick
Auch mit viel Wohlwollen lässt sich die Lage bei Porsche nur als dramatisch beschreiben. Als hätte der Sportwagenbauer nicht ohnehin schon mit genügend Problemen zu kämpfen, droht US-Präsident Donald Trump nun auch noch mit neuen Zöllen gegen alle, die es wagen, sich ihm bei seinen Grönland-Plänen in den Weg zu stellen. Viele Anleger dürften dabei noch an den Neuigkeiten vom Freitag zu knabbern haben.
Vor dem Wochenende informierte Porsche (DE000PAG9113) über Verkaufszahlen aus dem vergangenen Quartal und war sehr bemüht darum, dem ganzen einen positiven Anstrich zu verleihen. So war etwa die Rede von einem neuen Verkaufsrekord des 911. Das ist technisch gesehen wohl keine falsche Aussage. Erreicht wurde das Ganze allerdings mit einem Plus von einem Prozent auf 51.583 verkaufte 911er. Ebenfalls dezent zulegen konnten die Zahlen des Macan. Ansonsten ging es durch die Bank in Richtung Süden, und das in einem deutlich höheren Tempo.
Der Einbruch in China setzte sich im letzten Jahr fort und die Auslieferungen sanken um 26 Prozent auf nur noch 41.938 Autos. In Deutschland verkaufte Porsche 16 Prozent weniger Fahrzeuge (29.968) und im restlichen Europa war ein Minus von 13 Prozent (66.340) zu beklagen. Lediglich in Nordamerika entwickelte sich die Lage besser, doch dort setzt die bereits angesprochene Zollproblematik Porsche schwer zu.
Multiple Krisen bei Porsche
Durch die gemeldeten Rückgänge fallen die Absatzzahlen von Porsche auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2020 zurück und der Einbruch fällt so heftig aus wie zuletzt währen der Finanzkrise im Jahr 2009. Die Lage ist dramatisch, auch was die Marge angeht. Jene lag bei nur noch bei verschwindend geringen 0,2 Prozent. Dabei war Porsche in der Vergangenheit stets ein Margengarant, der auch in schwierigen Zeiten noch punkten konnte.
Anteil an der schwachen Margenentwicklung hat eine geänderte Strategie. Die Nachfrage nach Elektroautos entwickelte sich in den letzten Jahren langsamer, als es die Hersteller gehofft hatten. Porsche reagierte darauf, indem die Entwicklung neuer Verbrenner angekündigt wurde. Auch Hybridfahrzeuge werden den Sportwagenbauer länger als bisher geplant begleiten. Entstanden sind daraus Abschreibungen in Milliardenhöhe. Dass sich dies irgendwann auch auszahlen wird, darauf lässt sich aktuell nur hoffen.
Angesichts der erschreckenden Absatzzahlen fiel die Reaktion der Porsche-Aktie am Freitag schon fast erfreulich gering aus. Die Aktionäre rechneten offenbar bereits mit einer schwachen Entwicklung und so ließ der Kurs um überschaubare 0,7 Prozent nach. Der Start in die neue Woche wird derweil begleitet von den eingangs erwähnten Zollandrohungen der USA. Jene schickten die Porsche-Aktie heute schon kurz nach Handelsbeginn um 5,5 Prozent auf 40,07 Euro abwärts.
Porsche in der Defensive
Mit Porsche ist aktuell kein Blumentopf zu gewinnen und dem neuen Vorstandschef Michael Leiters wird ein Konzern inmitten seiner größten Krise seit Jahrzehnten übergeben. Es wird spannend zu sehen sein, wie der neue Chef mit dieser Situation umgehen wird. Am besten beobachten lässt sich das aber zweifellos von der Seitenlinie aus. Denn es fehlt aktuell an jeglichen Anzeichen dafür, dass Porsche wieder besseren Zeiten entgegensteuern würde.
Für die nähere Zukunft steht erst einmal ein weiteres Sparprogramm an, über das aktuell noch mit der Arbeitnehmerseite verhandelt wird. Bereits beschlossen wurde laut einem Bericht des „Handelsblatt“, dass bis 2029 etwa 1.900 Stellen in Deutschland wegfallen. Darüber hinaus stehen wohl auch Verkäufe von einigen Beteiligungen auf der Liste zu prüfender Optionen. All das können richtige und wichtige Maßnahmen sein. Sie bringen aber weiterhin den Charakter eines Schrumpfkurses mit sich und sorgen bei Anlegern daher eher nicht für Luftsprünge.
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19.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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