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Trotz rückläufiger Zahlen im vergangenen Jahr will ProSiebenSat.1 mit neuem Fokus und mehr Reichweite in Zukunft wachsen

Die Aktionäre scheinen mit dem Ausblick von ProSiebenSat.1 zufrieden zu sein

NTG24 - Trotz rückläufiger Zahlen im vergangenen Jahr will ProSiebenSat.1 mit neuem Fokus und mehr Reichweite in Zukunft wachsen

 

Die Werbeflaute im TV-Bereich machte sich auch bei ProSiebenSat.1 bemerkbar. Unter dem neuen Eigentümer MediaForEurope (MFE) zeigt das Unternehmen sich dennoch zuversichtlich und peilt für das laufende Jahr wieder Wachstum an. Zu diesem Zweck möchte man sich von weiteren Randaktivitäten trennen und mehr in Inhalte sowie die Erhöhung von Reichweite investieren.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinDer Blick auf die Zahlen aus dem vergangenen Jahr fällt zunächst ernüchternd aus. Die Umsätze gingen leicht bis auf knapp 3,7 Milliarden Euro zurück und der bereinigte Nettogewinn fiel mit 209 Millionen Euro rund neun Prozent geringer aus. Das Ebitda halbierte sich in etwa von 512 auf nun 241 Millionen Euro. Traumhafte Ergebnisse sind das für ProSiebenSat.1 (DE000PSM7770) beileibe nicht. Doch sehr viel mehr im Fokus stand bei der Zahlenvorlage der Blick nach vorn.

Den Anlegern wurde mitgeteilt, dass weitere Verkäufe anstehen. Nachdem man sich bereits von Verivox, Wetter.com und einigen kleineren Firmen trennte, sollen nun auch billiger-mietwagen.de und Camperdays unter den Hammer kommen. Der von MFE eingesetzte Konzernchef Marco Giordani sprach davon, das Unternehmen von einer diversifizierten Gruppe zu einem fokussierten Medienkonzern umbauen zu wollen. Im Fokus steht dabei voll und ganz die Reichweite, welche nun gezielt gestärkt werden soll.

 

 

 

ProSiebenSat.1 stellt Besserung in Aussicht

 

Investieren will ProSiebenSat.1 verstärkt in lokalen Content sowie Live-Inhalte, die dann über diverse Plattformen ausgespielt werden sollen. Gemessen werden sollen Erfolge an der Kennziffer „Total Video Reach“. Im vergangenen Jahr konnten laut Unternehmensangaben durchschnittlich 61 Millionen Nutzer und damit 77 Prozent der hiesigen Bevölkerung erreicht werden. Genau diese Ziffer soll nun weiter steigen, um für Werbekunden noch interessanter zu werden und die Einnahmen zu steigern. Gleichzeitig sollen auch die Kosten sinken und Schulden verringert werden.

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Einen konkreten Stellenabbau hat ProSiebenSat.1 dabei wohl nicht geplant. Stattdessen hat man sich auf die Fahne geschrieben, mit der gleichen Zahl von Beschäftigten mehr zu erreichen. Eingespart werden sollen im Unterhaltungsbereich jährlich 130 Millionen Euro. Wie genau das ohne Stellenabbauten funktionieren mag, bleibt wohl abzuwarten. In Aussicht gestellt wurden für 2026 aber schon mal merkliche Verbesserungen bei der Bilanz.

Positive Signale erkennt ProSiebenSat.1 wohl bereits. So sollen die Werbeeinnahmen im März weniger stark als in den beiden Vormonaten gesunken sein und für April gebe es ebenfalls gute Aussichten. Das Ebitda soll im laufenden Jahr einen „hohen Anstieg“ erfahren. Ob damit auch eine Rückkehr zu Zahlen aus vergangenen Jahren angestrebt werden könnte, wurde nicht weiter aufgeschlüsselt. Nach einem empfindlichen Einbruch sind die Formulierungen aber wahrscheinlich mit etwas Vorsicht zu genießen. Immerhin freuen die Anteilseigner sich darüber, dass die (bescheidene) Dividende unangetastet bleibt. Wie schon im Vorjahr soll es 0,05 Euro je Anteilsschein geben.

 

Noch kein Turnaround in Sicht

 

Die Anteilseigner zeigten sich durchaus angetan von den Zukunftsplänen von ProSiebenSat.1. Der Aktienkurs konnte gestern zeitweise um über sieben Prozent zulegen, doch im späteren Handel beruhigte sich die Lage auch schon wieder. Zu Handelsschluss standen schließlich 4,02 Euro auf dem Ticker. Das sind rund 2,6 Prozent mehr als tags zuvor, und das in einem ausgesprochen schwachen Handelsumfeld. Für eine generelle Trendwende reicht es aber noch nicht.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDie Werbeflaute im Segment verschwindet nicht einfach und es bleibt noch abzuwarten, ob der laufende Konzernumbau bei ProSiebenSat.1 für Besserung sorgen kann. Kostensenkungen und sinkende Schulden klingen zunächst nach einem guten Ansatz. Doch ohne neues Wachstum bleibt die Aktie sehr wahrscheinlich in tieferen Regionen gefangen. Anleger können weiterhin entspannt auf der Seitenlinie beobachten, ob und wann das Unternehmen bei Umsatz und Gewinn wieder auf die Füße kommen mag.

 

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27.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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