Mit einem neuen Sender für alte Inhalte will ProSiebenSat.1 beim älteren Publikum punkten
Die Aktionäre von ProSiebenSat.1 scheinen nicht abgeneigt zu sein
Das lineare Fernsehen befindet sich seit Jahren auf dem Rückzug. Die durchschnittliche Verweildauer der Deutschen vor klassischen Fernsehsendern befand sich in den vergangenen Jahren weiter auf dem Rückzug. Dennoch hält ProSiebenSat.1 an Wachstumschancen im Segment fest und geht nun mit einem neuen Spartensender in die Offensive.
Jener soll auf den einprägsamen Namen „Sat.2“ hören, wie ProSiebenSat.1 (DE000PSM7770) gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ verriet. Zu sehen geben soll es vor allem ältere deutsche Serien. Als Beispiele wurden unter anderem „Kommissar Rex“ und „Der Bulle von Tölz“ genannt. Erkennbar ist daran, dass der Medienkonzern sich wohl nicht in Unkosten zu stürzen gedenkt.
Trotz des zunehmenden Trends zu Streaming-Angeboten erkennt ProSiebenSat.1 auch weiterhin eine nicht zu unterschätzende Nachfrage nach klassischen Fernsehsendern. Abgeholt werden sollen mit Sat.2 vor allem Zuschauer über 50 Jahre. Das ist im Segment nicht die klassische Zielgruppe, doch mit Sat.1 Gold konnten bereits entsprechende Erfolge gefeiert werden. Der Spartensender schaffte es im vergangenen Jahr auf einen Marktanteil von 2,4 Prozent.
Auch dort wird bereits munter mit der „guten alten Zeit“ geworben, sodass sich ein wenig die Frage stellt, wo genau eigentlich der Unterschied zu Sat.2 liegen soll. Spätestens im Winter wird es dazu wohl Antworten geben. Dann soll das neue Angebot an den Start gehen; wahlweise natürlich auch per Stream.
ProSiebenSat.1: Bewährte Tugenden
Die Anleger scheinen von der Idee durchaus angetan zu sein. Darauf weist der Aktienkurs von ProSiebenSat.1 hin, mit dem es am Mittwoch um gut ein Prozent auf 3,51 Euro aufwärts ging. Das Papier des Konzerns, der mittlerweile zur italienischen MFE gehört, bleibt dort allerdings nach wie vor auf niedrigem Niveau und maue Einnahmen durch Werbung bei den linearen Sendeanstalten sind daran nicht ganz unbeteiligt.
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16.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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