UnitedHealth hebt Prognose an - Erholung bestätigt
Turnaround greift bei Unitedhealth, aber Kostendruck bleibt strukturelles Risiko
UnitedHealth überraschte die Börse am Donnerstag mit einem starken Abschluss. Die Zahlen für das 2. Quartal und der neue Jahresausblick lagen über den Schätzungen und auch den eingepreisten Erwartungen. Bemerkenswert, denn der US-Krankenversicherungskonzern hat bereits seit Jahresbeginn um ein Viertel zugelegt.
Der Quartalsbericht von UnitedHealth (US91324P1021) übertraf die Erwartungen auf ganzer Linie. Man erzielte einen Umsatz von 112 Mrd. US-Dollar gegenüber 111,6 Mrd. US-Dollar vor einem Jahr. Eingepreist war hingegen ein leichter Rückgang auf 110,67 Mrd. US-Dollar. Der Kick liegt jedoch im Ergebnis.
Der Gewinn lag deutlich über den Schätzungen der Wall Street und toppte sogar die höchste Einzelschätzung der Analysten. Besonders die Medical Cost Ratio - das Verhältnis medizinischer Kosten zum Prämienertrag - fiel besser aus als erwartet. Finanzvorstand Wayne DeVeydt sprach von „frühen grünen Trieben im 1. Quartal", die sich im 2. Quartal als „nachhaltig" erwiesen hätten. Das ist die zentrale Botschaft: Die Verbesserung ist nicht nur temporär, sondern strukturell. Konkret erzielte man ein operatives Ergebnis von 8,0 Mrd. US-Dollar gegenüber 5,2 Mrd. US-Dollar vor einem Jahr.
UnitedHealth: Nach dem Stolpern kommt die Erholung
UnitedHealth hatte 2025 zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt die Gewinnerwartungen verfehlt. Daraufhin wechselte der Vorstandsvorsitzende, das obere Management wurde umgebaut. Der Bericht zum 2. Quartal ist der erste harte Beleg, dass dieser Turnaround greift. Die neue „bereinigte“ Gewinnprognose von 19,50 bis 20,00 US-Dollar (zuvor „mehr als“ 18,25 US-Dollar) je Aktie ist ein gutes Fundament, um das historische Ziel von 13 % bis 16 % Gewinnwachstum pro Jahr wieder zu erreichen. Nimmt man die Mitte von 19,75 US-Dollar als Basis, liegt das Ziel für 2027 bei rund 22,30 bis 22,90 US-Dollar. Das ist die Equity-Story, die der Markt kauft.
Doch nicht alles glänzt. Die medizinischen Kosten für Krankenversicherungen steigen um über 11 % - höher als erwartet. Der Grund: Ärzte und Kliniken nutzen Schlichtungsverfahren, um höhere Vergütungen durchzusetzen. Das ist ein strukturelles Problem, das UnitedHealth nicht vollständig kontrolliert. Wenn dieser Trend anhält, könnte er die Verbesserung der Medical Cost Ratio mittelfristig wieder auffressen. Auch im Medicaid-Segment - der staatlichen Krankenversicherung für Geringverdiener - macht UnitedHealth weiterhin Verluste. Die Margen verbessern sich zwar, aber das Segment bleibt defizitär. Das ist eine Altlast, die nicht verschwinden wird.
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17.07.2026 - Mikey Fritz

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