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Mit neuen Geräten und frischen Chips will Qualcomm in Zukunft kräftig an der KI-Revolution mitverdienen

Das Smartphone könnte nach Ansicht von Qualcomm zum Auslaufmodell werden

NTG24 - Mit neuen Geräten und frischen Chips will Qualcomm in Zukunft kräftig an der KI-Revolution mitverdienen

 

Der Chiphersteller Qualcomm legte in den letzten 20 Jahren einen beispiellosen Aufstieg auf die Bühne. Das war vor allem der Smartphone-Revolution zu verdanken. Von der enormen Nachfrage nach den Geräten profitierte kaum jemand mehr. Denn egal ob Apple, Samsung, Xiaomi oder andere Hersteller: in den allermeisten Fällen war im Gehäuse mindestens ein Chip von Qualcomm verbaut.

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Das Geschäft mit Smartphones kommt mittlerweile aber ein wenig an seine Grenzen. Wie im „Handelsblatt“ zu lesen ist, erkennt Qualcomms (US7475251036) Chef Cristiano Amon eine Verschiebung. Das hat viel mit höheren Speicherpreisen zu tun. Aufgrund der enormen Nachfrage aus dem KI-Segment haben Speicherhersteller wie Micron sich auf die Herstellung von Speicher für KI-Rechenzentren konzentriert. Der Verbraucher hat das Nachsehen; die Preise explodieren förmlich. Insbesondere Smartphones aus dem Einsteigersegment seien laut Amon mittlerweile kaum noch bezahlbar.

 

 

 

Das hat Qualcomm im ersten Quartal schon zu spüren bekommen. Die Umsätze im Smartphone-Segment sind um 13 Prozent eingebrochen. In Zukunft könnte es noch ungemütlicher werden, denn ein wichtiger Vertrag mit Apple läuft in anderthalb Jahren aus. Allein dadurch wird Qualcomm jährliche Umsätze von sieben bis acht Milliarden US-Dollar verlieren. In die Zukunft blickt der Chiphersteller dennoch optimistisch. Das Smartphone soll ohnehin nicht mehr für die großen Wachstumsimpulse sorgen.

 

Qualcomm und die Zeit nach dem Smartphone

 

Für die Zukunft setzt Qualcomm klar auf das Thema KI, genauer auf Chips, die sich mit der Ausführung von KI-Modellen beschäftigen, auch bekannt als Inferenz. Der Konzern geht fest davon aus, dass die Nachfrage dort enorme Sprünge hinlegen wird. Dafür sollen auch neue Geräte sorgen. In Zukunft würden die Menschen immer weniger auf das Smartphone setzen und stattdessen Geräte nutzen, bei denen die Fähigkeiten moderner KI-Systeme Bild- und Audioinformationen verarbeiten können. Per Datenbrille können beispielsweise Informationen aus der direkten Umgebung genutzt werden.

Offenbar handelt es sich dabei auch um mehr als nur ein nacktes Versprechen. Qualcomm beteuert, mit den eigenen Kunden bereits an etwa 40 neuer Designs zu arbeiten. Dazu sollen neben Datenbrillen und Kopfhörern mit Kamera auch KI-Anhänger zählen. Alle großen Tech-Konzerne sollen sich um solcher oder ähnliche Lösungen bemühen. Details könne man aktuell jedoch noch nicht verraten. Nutzer sollen sich aber darauf einstellen, im zweiten Halbjahr erste Resultate kredenzt zu bekommen. Dabei will Qualcomm offenbar eine große Rolle spielen.

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Bereits im laufenden Jahr will Qualcomm mit neuen Produktkategorien Stückzahlen im zweistelligen Millionenbereich erreichen. Sollte die Kategorie so groß wie das Smartphone werden, könnten es in Zukunft auch „Milliarden“ werden. Der Fokus ist dabei klar: Qualcomm setzt auf möglichst sparsame und dennoch leistungsfähige Chips, welche die Inferenz lokal stemmen können. Das senkt die Kosten und ermöglicht auch eine Nutzung im Alltag mit häufigen Nachfragen. Ein solcher Anwendungsfall scheint kaum vorstellbar, wenn bei jeder Anfrage Google oder sonst jemand noch mitverdienen muss.

 

Qualcomm kann überzeugen

 

Die eigenen Aktionäre scheinen sich auf das Abenteuer einlassen zu wollen. Die Qualcomm-Aktie konnte sich gestern im nachbörslichen Handel wieder etwas erholen und um 2,9 Prozent zulegen. Schon seit Längerem befindet der Titel sich in einem Höhenflug und die Probleme im Smartphone-Bereich werden großzügig ausgeblendet. Ab und an machen sich an der Börse aber schon leise Zweifel bemerkbar.

Wie erfolgreich Qualcomm mit seiner Strategie am Ende sein mag, das lässt sich noch nicht vorhersehen. Die Speichersituation wird aber ein Knackpunkt bleiben. Denn auch eine Datenbrille oder ein KI-Anhänger sind auf entsprechende Chips angewiesen. Eine Entspannung in dieser Hinsicht deutet sich derzeit nicht an. Qualcomm selbst hofft auf eine Entspannung Ende kommenden Jahres. Andere Beobachter rechnen allerdings nicht vor 2028 mit besseren Zeiten für Verbraucher.

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09.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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