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Vor allem in der Nachrichtenredaktion setzt RTL den Rotstift an, doch auch anderswo sollen hunderte Stellen wegfallen

Wachstumssignale kann RTL weiterhin nicht bieten

NTG24 - Vor allem in der Nachrichtenredaktion setzt RTL den Rotstift an, doch auch anderswo sollen hunderte Stellen wegfallen

 

Das lineare Fernsehen befindet sich im digitalen Zeitalter klar auf Schrumpfkurs. Das bekommt RTL schon seit Längerem zu spüren. Seit 2019 sind die TV-Werbeumsätze um etwa ein Fünftel eingebrochen, woran auch ein kurzer Spike währen der Pandemiejahre letztlich nichts ändern konnte. Das Wachstum im digitalen Segment reicht bisher nich aus, um diese Rückgänge zu kompensieren.

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Werbebanner Zürcher Börsenbriefe Special 4 kleinFür Besserung soll nun ein bereits im letzten Jahr angekündigtes Sparprogramm sorgen, welches den Wegfall von rund 600 Stellen vorsieht. Nun zeichnet sich auch ab, welche Bereiche davon besonders betroffen sein könnten. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, will RTL (LU0061462528) vor allem bei der Nachrichtenredaktion sparen. Allein dort sollen 230 Stellen abgebaut werden.

Der Konzern will künftig Synergien besser nutzen und statt den morgendlichen Magazinenn „Punkt 6“, „Punkt 7“ und „Punkt 8“ ein gemeinsames Angebot mit dem Nachrichtensender n-tv auf die Beine stellen. Bei n-tv sind indes offenbar keine größeren Sparpläne angedacht. Sehr wohl betroffen ist aber die Tochter Vox. Klatsch und Tratsch will RTL in Zukunft unter der Marke „Exclusiv“ zusammenfassen, weshalb die Formate „Gala“ und „Prominent“ wegfallen sollen.

 

 

 

Den Stellenabbau will der Medienkonzern grundsätzlich sozialverträglich gestalten. Zusätzlich zu einem Abfindungsprogramm ist die Gründung einer Transfergesellschaft vorgesehen, in der betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Jahr lang angestellt bleiben können. Betriebsbedingte Kündigungen will RTL nach eigenem Bekunden möglichst vermeiden. Vollständig ausgeschlossen scheinen solche aber nicht zu sein.

 

RTL auf Sparflamme

 

Die Sparpläne von RTL sind angesichts zurückgehender Umsätze bei der TV-Werbung nachvollziehbar. Allerdings liefern sie noch keine Kaufargumente für die Börsianer. Denn es fehlt derzeit an überzeugenden Wachstumsaussichten in anderen Segmenten. Im digitalen Bereich sorgt ProSiebenSat.1 mit Joyn gefühlt für mehr Aufmerksamkeit. Sparpläne helfen zwar, Kosten zu senken und die Bilanzen aufzuhübschen. Doch solange es kein neues Wachstum gibt, lassen sich damit die grundsätzlichen Probleme nicht nachhaltig lösen.

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08.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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